Ideologische Repräsentation der US-Präsidentschaftskandidaten in den Leitartikeln englischer Online-Zeitungen in Russland Eine kritische Diskursanalyse

von Swetlana Maschinez

 

Abstract: Diese Studie untersucht die ideologische Repräsentation der US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump in den Leitartikeln der drei englischsprachigen Online-Zeitungen in Russland: Sputnik International, Russland Beyond the Headlines und The Moscow Times. Mit Hilfe von Jägers Ansatz der kritischen Diskursanalyse, van Leeuwens Modells der Repräsentation sozialer Akteure, sowie van Dijks Konzept des ideologischen Quadrats, konnten mehrere Taktiken identifiziert werden, die die öffentliche Meinung über die Kandidaten beeinflussen sollten. Die Ergebnisse zeigen, dass die staatsnahen Medien eine zunehmend positive Einstellung gegenüber Donald Trump vertraten, während sie Hillary Clinton in ihrer Berichterstattung eher negativ darstellten. Zusätzlich wurde im Diskurs ein Feindbild von Amerika konstruiert, in dem es als Sündenbock für Russlands politische Handlungen und seine negative Entwicklung seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erschien.

 

1. Einführung und Überblick

Am 8. November 2016 haben die Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika über ihren 45. Präsidenten abgestimmt. Obwohl beide Kandidaten, Hillary Clinton und Donald Trump, die jeweiligen Prinzipien der demokratischen bzw. republikanischen Parteien repräsentierten, trug jeder Kandidat eine einzigartige Dimension zur Wahlkampagne bei.

Besonders die Verwicklung Russlands in die 58. Amerikanische Präsidentschaftswahl kann als außergewöhnlich bezeichnet werden. Dabei wurde die Wahl von der Befürchtung überschattet, dass Russland aktiv versuchen würde, Donald Trump zum Sieg zu verhelfen. Die offensichtliche gegenseitige Sympathie zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin heizte die Spekulationen noch an. Auch heute ist die Frage immer noch offen, ob die während des Wahlkampfs gestarteten russischen Cyber- und Informationskampagnen das Wahlergebnis entscheidend beeinflusst haben.

Diese Studie untersucht, wie die englischsprachigen Online-Zeitungsredaktionen in Russland ihre politischen Ideologien bezüglich der Präsidentschaftswahl zum Ausdruck brachten. Die Arbeit konzentriert sich auf die verschiedenen Taktiken, die von den ausgewählten englischsprachigen Online-Zeitungen in Russland angewandt wurden, um die beiden US-Präsidentschaftskandidaten in den letzten vier Monaten ihrer Kampagnen darzustellen. Demzufolge ist das Hauptziel der Studie, die ideologische Darstellung beider Akteure in den redaktionellen Beiträgen sowie die darin angewandten rhetorischen Techniken und Strategien zu betrachten. Folgende Forschungsfragen wurden untersucht:

  1. Welche Taktiken haben die ausgewählten Medien angewandt, um die Meinung der Leser über die amerikanischen Präsidentschaftskandidaten zu beeinflussen?
  2. Wie wurden die US-Präsidentschaftskandidaten in den redaktionellen Beiträgen der drei englischsprachigen Online-Zeitungen in Russland ideologisch dargestellt?
  3. Welche ideologischen Gruppen wurden im Diskurs der drei ausgewählten Online-Zeitungen gebildet?

3.1 Welche ideologische Position vertraten diese Gruppen?

 

2. Theoretischer Rahmen

Die Russischen Medien und auch viele Menschen in Russland waren an den Präsidentschaftswahlen in den USA sehr interessiert. Der Grund für dieses Interesse lag wohl darin, dass der zukünftige US-Präsident einen starken Einfluss auf die Beziehungen zwischen Russland und den USA habe würde. Dementsprechend wendeten sich viele Menschen in Russland (auch solche, die sonst eher desinteressiert sind) den Nachrichten zu, diskutierten die Wahlziele der Kandidaten und machten Annahmen und Voraussagen.

Malenova (2016: 68) zufolge wurde der Wahlkampf in den russischen Medien oft als Zirkus dargestellt, in dem die Kandidaten als Magier erschienen, die immer neue Hasen aus dem Hut zogen. Darüberhinaus zeigt Malenova, dass die Berichterstattung über die beiden Kandidaten und besonders ihre metaphorische Darstellung sehr gegensätzlich war. Kluver (2016) zeigt, dass russische Medien Donald Trump als „vernünftigen“ Kandidaten zeichneten und sich in erster Linie auf seinen Geschäftssinn, seine starke Führungskraft und seine Bereitschaft von der NATO abzurücken, konzentrierten. Im Gegensatz hierzu wurde Hillary Clinton mit den Kontroversen über das russische Engagement in Syrien und der Ukraine in Verbindung gebracht.

 

2.1. Leitartikel

Leitartikel, auch Editorials genannt, präsentieren die Ansichten der Zeitungsherausgeber zu einem bestimmten Thema. Es sind Kommentare und Bewertungen der Redaktion zu Nachrichten von nationaler Bedeutung, über die in der Zeitung bereits berichtet wurde. Solche Nachrichten können „politische, wirtschaftliche, erzieherische, religiöse oder allgemeine sozio-kulturelle Themen sein, die an das Wohlergehen der Menschen angrenzen“ (Ashipu, 2013: 48).

Generell können Leitartikel als eine Art Mediendiskurs betrachtet werden, der zu der Klasse der Meinungsdiskurse gehört (van Dijk, 1995; Farrokhi und Nazemi, 2015: 157). Laut Fowler (1991) und Reah (2002) besteht das Hauptziel eines Leitartikels nicht nur darin das Interesse und die Neugier bei den Lesern zu wecken, sondern auch deren Ansichten zu beeinflussen und durch Analysen und Kommentare die Meinung der Redaktion zu aktuellen Geschehnissen auszudrücken. Bhatia (1993: 170) und Ogunjiji (2001) sind der Meinung, dass Leitartikel die redaktionelle Sicht auf die Welt darstellen und in der Praxis als Analyse, Diskussion, Meinung oder Urteil der Zeitung zu aktuellen Tagesthemen angesehen werden. Aufgrund dieser ideologischen Rolle weisen Editorials eine erhöhte sprachliche Komplexität auf.

 

2.2. Das Ideologiekonzept

Laut van Dijk (1998a: 23) ist der Begriff Ideologie „einer der schwer fassbaren Begriffe in den Sozialwissenschaften“. Obwohl das Konzept der Ideologie vage ist, wird der Begriff häufig in den Medien und in den Sozialwissenschaften verwendet. Darüber hinaus wurde es von verschiedenen Denkschulen und einer Vielzahl von Wissenschaftlern vielfältig definiert, die sich mit Ideologie, Machtverhältnissen, hegemonialen Tendenzen und Diskursforschung beschäftigen. Trotz dieser Vielfalt ist die Definition von van Dijk (1988) besonders gut für diese Studie geeignet, da sie erlaubt, Ideologie mit Hilfe der kritischen Diskursanalyse zu analysieren. Laut van Dijk (2006b) ist das Konzept von Ideologie komplex und multidisziplinär.

Deshalb schlägt er mehrere Thesen vor, um den Begriff abzugrenzen. Die erste lautet, dass Ideologien in erster Linie eine Art Ideen, d.h. Glaubenssysteme, sind. Die zweite Annahme impliziert, dass es keine privaten, persönlichen Ideologien gibt, da Ideologien als Glaubenssysteme von den Mitgliedern einer Gemeinschaft sozialer Akteure geteilt werden. Die dritte These nimmt an, dass Ideologien, verglichen mit anderen Arten von sozial geteilten Überzeugungen, eher „fundamental“ oder „axiomatisch“ sind (2006b). Folglich kontrollieren und organisieren sie andere gesellschaftlich geteilte Überzeugungen von eher allgemeiner und abstrakter Natur. Schließlich argumentiert van Dijk (2006b), dass Ideologien allmählich erworben werden und sich manchmal verändern. Aus diesem Grund müssen Ideologien relativ stabil sein. Denn um diese zu erwerben oder zu verändern, sind in der Regel viele Diskurse und Erfahrungen notwendig.

 

2.3. Kritische Diskursanalyse

Laut van Dijk (1998b: 352) ist kritische Diskursanalyse (KDA) „eine Art diskursanalytische Forschung, die primär untersucht, wie sozialer Machtmissbrauch, Dominanz und Ungleichheit im sozialen und politischen Kontext durch Text und Sprache inszeniert, reproduziert und widerstanden werden.“ Deshalb nehmen Forscher eine explizite Position zu sozialer Ungleichheit ein und versuchen, diese zu verstehen, aufzudecken und zu bekämpfen. Ihr Fokus liegt darauf, verschiedene Wege aufzuzeigen, wie diese Ungleichheiten von Privilegierten inszeniert und von Unterprivilegierten bekämpft werden. Hierzu stellt Fairclough (1995: 132) fest, dass es das Hauptziel der KDA ist, „das undurchsichtige Verhältnis von Kausalität systematisch zu erforschen und zu unterscheiden zwischen a) diskursiven Praktiken, Ereignissen und Texten und b) umfassenderen sozialen und kulturellen Strukturen, Beziehungen und Prozessen.“

Mit anderen Worten: KDA ist ein Ansatz, der generell an der Analyse von „sozialen Phänomenen interessiert ist, die notwendigerweise komplex sind und daher einen multi-methodischen Ansatz erfordern“ (Wodak und Meyer 2009: 2). Das zentrale Prinzip der KDA ist jedoch ihr kritischer Ansatz. Dieser analysiert im Besonderen den Einsatz von Macht, Hegemonie und Widerstand in verschiedenen Sprachfeldern. Damit verfolgt er auch das Ziel der KDA, versteckte Zusammenhänge und Ursachen zwischen Diskurs und Gesellschaft aufzudecken, die für die am Diskurs Beteiligten nicht klar sind (Fairclough 1992: 9). „Kritisch“ heißt hier, verborgene Zusammenhänge, Beziehungen und Ursachen aufzuzeigen.

Kritische Diskursstudien können viele Dimensionen umfassen. Eine wichtige Dimension konzentriert sich auf die Rahmung und Propagierung von Ideologien in verschiedenen Diskursen. Wie Fairclough (1989) feststellt, ist eines der Hauptziele der KDA, ideologische Annahmen zu dekonstruieren, die in schriftlichen oder mündlichen Texten verborgen sind, um verschiedenen Formen der Macht zu widerstehen und sie zu überwinden. Die Entschlüsselung von Ideologien ist unerlässlich, weil „Ideologien typischerweise, wenn auch nicht ausschließlich, in Diskurs und Kommunikation ausgedrückt und reproduziert werden, einschließlich nonverbaler semiotischer Botschaften wie Bilder, Fotografien und Filme“ (van Dijk 1995: 17). KDA fokussiert hauptsächlich darauf, wie soziale Beziehungen, Identität, Wissen und Macht durch geschriebene und gesprochene Texte in Gemeinschaften, Schulen, den Medien und der politischen Arena konstruiert werden (Luke, 2005).

 

3. Methoden

3.1. Analytische Rahmenbedingungen

In dieser Arbeit ist die kritische Diskursanalyse (KDA) der wichtigste analytische Ansatz. Die Studie verwendet drei verschiedene KDA-Ansätze als Untersuchungsinstrumente von drei unterschiedlichen Wissenschaftlern, um die in den Forschungsfragen spezifizierten Aspekte zu analysieren.

Diese Untersuchung behandelt die erste Forschungsfrage mit dem KDA-Ansatz von Siegfried Jäger (2015), der als erster ein deutschsprachiges Buch über die Methode der KDA basierend auf Michal Foucaults Diskurstheorie verfasste. Jäger zufolge beginnt eine KDA mit einer Konzeptions- und Planungsphase. Hier müssen Forscher ihr allgemeines Thema, sowie ihre Diskursebene festlegen und erläutern. Die zweite Phase ist die Phase der Materialidentifikation. Das zu untersuchende Datenmaterial ist zu identifizieren, abzugrenzen und alle Spezifikationen sind zu begründen. In der anschließenden Erhebungsphase ist eine allgemeine Charakterisierung der Datenquellen bereitzustellen.

Der nächste Schritt ist die tatsächliche Analyse des Materials. Diese gliedert sich in zwei Teile: die Struktur- und die Detailanalyse. Eine Strukturanalyse sollte die Charakteristika von Artikeln zu bestimmten Aspekten des Interesses wie z.B. Illustrationen, Layout, Verwendung von Kollektivsymbolen, Vokabular usw. grob erfassen und herausfinden, welche Formen für die Zeitung typisch sind (Jäger 2015: 95-97). Der nächste Schritt ist eine Detailanalyse typischer Diskursfragmente (Jäger 2015: 98-108). Dazu werden auf der Grundlage der Strukturanalyse, die für die jeweilige Zeitung typischen Diskursfragmente ausgewählt. Eine detaillierte Analyse sollte folgende Aspekte der typischen Diskursfragmente abdecken: Kontext, Textoberfläche, rhetorische Mittel, Inhalt und ideologische Aussagen, sowie die Diskursposition und die Gesamtaussage des Artikels. Am Ende der Detailanalyse werden die Interpretationen der einzelnen Aspekte zu einer Gesamtinterpretation des Artikels zusammengefasst. Der letzte Schritt, den Jäger (2015: 108-111) vorschlägt, ist schließlich die synoptische Analyse. Hier erfolgt eine abschließende Bewertung der Diskursposition der Zeitung. Die Ergebnisse aus der Strukturanalyse und der Detailanalyse werden in Relation und im Vergleich zueinander interpretiert.

Die zweite Forschungsfrage konzentrierte sich auf die Darstellung der beiden US-Präsidentschaftskandidaten als Individuen, weshalb der Ansatz von van Leeuwen zur Repräsentation sozialer Akteure ein wichtiger Bestandteil dieser Studie ist. In seinem Buch über die Repräsentation sozialer Akteure stellt van Leeuwen (2008: 32) „eine soziosemantische Bestandsaufnahme der Darstellungsweisen sozialer Akteure“ vor. Sein Modell erlaubt es dem kritischen Forscher „systematische Auslassungen und Verzerrungen in Darstellungen ans Licht zu bringen“ (van Leeuwen, 1993: 194). Zu diesem Zweck wurden in dieser Studie mehrere morpho-syntaktische Kategorien seines Inventars verwendet, um die Art und Weise zu untersuchen, wie Hillary Clinton und Donald Trump in den redaktionellen Beiträgen als Akteure dargestellt wurden. Folgende ausgewählte Kategorien wurden in der vorliegenden Studie analysiert: Inklusion und Exklusion, Unterdrückung und Hintergrund, Aktivierung und Passivierung, Unterwerfung und Nützlichmachung, Individualisierung und Assimilation, Bestimmtheit und Unbestimmtheit, sowie Nominierung und Kategorisierung.

Um die dritte Forschungsfrage beantworten zu können, identifizierte, untersuchte und verglich die Forscherin die von van Dijk (1995; 2006a) vorgeschlagenen ideologischen Trägerkategorien. Sein Ansatz des „ideologischen Quadrats“ erlaubte, ideologische Gruppen im Diskurs zu identifizieren und die Gründe für ihre Existenz zu verstehen. Dabei konzentriert sich das Konzept des ideologischen Quadrats hauptsächlich auf die Strategien einer positiven (In-Group) und einer negativen (Out-Group) Beschreibung (van Dijk 1998a). Die Doppelstrategie dieser binären Opposition umfasst die von van Dijk entwickelten semantischen Makrostrategien, die die Eigenschaften für eine positive Selbstdarstellung und eine negative Andersdarstellung bereitstellen. Wie van Dijk feststellt, dient das ideologische Quadrat als eine Art Rechtfertigung für das Vorhandensein von Ungleichheit in der Gesellschaft, indem es „Eigengruppen“ (In-Groups) und „Fremdgruppen“ (Out-Groups) polarisiert. Dabei werden „unsere“ guten und „ihre“ schlechten Eigenschaften/Aktionen hervorgehoben sowie „unsere“ negativen und „ihre“ positiven Eigenschaften/Aktionen abgeschwächt (van Dijk 1998a: 35). Es gibt zahlreiche diskursive Strukturen und Strategien, die dazu beitragen, Ideologien in einem Diskurs zu erwerben, auszudrücken, zu inszenieren und zu reproduzieren (van Dijk, 2004). So definierte van Dijk (1998a: 45; 1995) mehrere ideologietragende Kategorien, die in dieser Studie untersucht wurden: Oberflächenstruktur, Syntax, Lexikon, lokale Semantik, globale Semantik und Rhetorik. In seinem Artikel „Politics, Ideology, and Discourse“ (2006a) geht van Dijk zudem auf 27 ideologische Strategien ein, unter denen sich die fundamentale Dichotomie zwischen positiver Eigendarstellung und negativer Fremddarstellung hervorhebt. Folgende Schlüsselbegriffe wurden für die Untersuchung ausgewählt: Darstellerbeschreibung; Kategorisierung; Disclaimer; Scheinbeweis; Hyperbel; Implikation; Ironie; Lexikalisierung; Nationale Selbstverherrlichung; Zahlenspiel; Präsuppositionen; Vagheit (van Dijk 2006a: 735).

 

3.2. Analyse

Diese Studie untersucht redaktionelle Leitartikel, die während der letzten vier Monate (Juli bis 8. November 2016) vor der 58. amerikanischen Präsidentschaftswahl veröffentlicht wurden. Im Blick auf die Auswahl des Medien gibt es in Russland eine Reihe englischsprachiger Online-Zeitungen, die sich hauptsächlich an ein internationales Publikum, international orientierte russische Bürger, sowie russische Staatsbürger im Ausland richten. Tabelle 1 zeigt die zehn wichtigsten englisch-sprachigen Online-Zeitungen in Russland, sortiert nach globalem Alexa-Verkehrsrang, Facebook-Fans und ihren Twitter-Followers.

Last updated on November 8th, 2017

 

Für die Auswahl der Nachrichtenportale wurde eine Reihe von Kriterien festgelegt, wie z.B. Sprache, thematische Ausrichtung der Medienportale, Präsenz eines redaktionellen Teils und/oder einer Meinungskolumne sowie Größe des Medienportals. Ein wichtiger Punkt im Kriterienkatalog war die Bekanntheit und Beliebtheit des jeweiligen Nachrichtenportals in sozialen Medien und bei den Internetnutzern. Obwohl Russia Today (RT) unter den russischen Medien am weitesten verbreitet ist und international gelesen wird (Alexa Global Ranking 340), wurde RT von der Untersuchung ausgeschlossen, da RT überwiegend Gastkolumnen publiziert, wodurch die Eigenmeinung der RT-Redaktion nicht ersichtlich ist.

Nach der Auswahl des Untersuchungsmediums, sowie nach Berücksichtigung aller Auswahlkriterien für die Editorials wurden insgesamt 27 Leitartikel in drei Online-Zeitschriften für die Endauswertung festgelegt: Sputnik International (16 Artikel), Russia Beyond the Headlines (6 Artikel) und The Moscow Times (5 Artikel). Da die ersten beiden Online-Zeitungen als staatsnahe Medien gelten, vertreten sie in dieser Studie die „offizielle“ Regierungsansicht. Im Gegensatz dazu wurde die Moscow Times als Repräsentant einer alternativen und staatsfernen russischen Meinung zu den Ereignissen betrachtet.

Nach der Strukturanalyse wurden für die Detailanalyse je zwei Artikel pro Zeitung ausgewählt. Diese stellen die Hauptdiskursstränge der jeweiligen Zeitung dar und wiesen die typischen Merkmale des Mediums, wie z.B. visuelle Zeichen, Rhetorik, usw. auf.

 

4. Ergebnisse

4.1. Jägers KDA-Ansatz

Sputnik International

Die Strukturanalyse des Diskurses von Sputnik zeigte, dass Russland und seine Einstellung zu den Wahlen sowie die Beziehungen zwischen Russland und den USA im Mittelpunkt standen. Diskursive Hauptstränge waren Clintons anti-russische Kampagne, die Verbindungen der Kandidaten zu Russland, und russische Meinungen zur Frage, welcher Kandidat mehr zur Verbesserung der politischen Beziehungen beitragen würde.

Die Detailanalyse von zwei Leitartikeln ergab, dass beide Kandidaten diametral entgegengesetzte Ansichten gegenüber Russland vertraten. Dennoch konnte keiner der beiden Politiker eine realistische Hoffnung auf eine Entspannung der politischen Beziehungen geben, weshalb es wichtig sei, den Status quo beizubehalten. Da Vorhersagbarkeit in der Außenpolitik erstrebenswerter sei als die Unvorhersehbarkeit, trage sie zum Erhalt des Status quo bei. Demzufolge würde ein „vorhersehbarer Feind“ Clinton mehr zu der Besserung der Beziehung zu Washington beitragen als ein „unberechenbarer Freund“ Trump.

Mit Hilfe der synoptischen Analyse konnten mehrere Taktiken zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung identifiziert werden. Die am häufigsten eingesetzte Taktik ist Sputniks Anwendung visueller Zeichen. Dabei kamen insbesondere die Mittel des Blickfangs und/oder Textzitate zum Einsatz. Dies sind kurze Textstücke, die in einer größeren Schrift gesetzt sind um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie wurden besonders dafür eingesetzt, um positive bzw. negative Expertenmeinungen über Trump bzw. Clinton hervorzuheben.

Die zweite Taktik von Sputnik International war die Verbreitung von Fehlinformationen, das Zurückhalten wichtiger Fakten zu bestimmten Themen oder das Implizieren von Informationen ohne dafür Hintergrundinformationen zu geben. So wurde beispielsweise nahegelegt, dass weder RT noch Sputnik staatsnahe Medien seien. Allerdings kann es bewiesen werden, dass beide Zeitungen von Unternehmen betrieben werden, die von der russischen Regierung finanziert werden (Intelligence Community Assessment 2017).

Die dritte Diskurstaktik war die Viktimisierung oder das „Zum-Opfer-Machen“ von Trump und Russland. Sputnik International stellte Trump konsequent als Opfer von Clintons Anfeindungen und unfairer Berichterstattung traditioneller US-Medien dar, die laut Sputnik einem korrupten politischen Establishment untertan waren. Diese Taktik wurde intensiviert durch die Darstellung von Clinton und anderen Trump-Gegnern als „Gruppe“, während Trump individualisiert wurde: Clinton und ihre Unterstützer (“Clinton camp,” “Hillary’s team,” Clinton’s campaigners,” “Clinton supporters”) und auch Trumps unwillkommene Unterstützer (“radical hate groups,” “white supremacists,” and “racist hate groups”) wurden dem einsamen Trump gegenübergestellt. Dies trug zum Eindruck des unfairen Wahlkampfes und der Opferrolle Trumps bei. Zusätzlich wurde Russland aufgrund Clintons Anschuldigungen bezüglich des WikiLeaks-Email-Skandals, sowie der Ukraine Sanktionen als Trumps Verbündeter dargestellt. Paradoxerweise lehnte Sputnik jedoch jegliche direkte Verbindungen zwischen Russland und Trump ab.

Schließlich enthüllten die Wortwahl, sowie die Rhetorik des Diskurses in Bezug auf Clintons Anti-Russland-Kampagne, einige interessante Techniken zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Begrifflichkeiten wie „antirussische Hysterie“ „die Russlandkarte ausspielen“ „Verschwörungstheorie“ und „Kalter Krieg“ waren in Sputniks Diskurs ausgesprochen präsent. Beispielsweise stand die Metapher „die Russlandkarte“ für Russlands Beeinflussungsversuche bei den amerikanischen Wahlen. Sie wurde oft in Kombination mit Clintons Vorwürfen verwendet, Russland sei für den WikiLeaks Datenskandal verantwortlich. Die Leitartikel leugneten jedoch diese Vorwürfe mit der Begründung, dass es keine Beweise dafür gebe. Mit Hilfe von Unbestimmtheiten, Übertreibungen, ironischen Bemerkungen und Verallgemeinerungen wurde außerdem ein Axiom der Unschuld Russlands konstruiert. So wurden dadurch mehrdeutige Aussagen und die Fähigkeit erzeugt, keine präzisen Wahrheitsbedingungen schaffen zu müssen.

 

Russia Beyond the Headlines

Mit Hilfe der Strukturanalyse des RBTH-Diskurses konnten zwei Hauptthemen identifiziert werden: Russlands Sicht auf die amerikanischen Wahlen und die Wahlkämpfe der Präsidentschaftskandidaten. Die drei diskursiven Hauptstränge waren die anti-russische Kampagne Clintons, Trumps Popularität in Russland, und Russlands favorisierter Kandidat.

Die Detailanalyse der beiden ausgewählten Artikel zeigte mehrere Gründe für die Beliebtheit von Trump in Russland auf. Darüber hinaus favorisierten die untersuchten Leitartikel Trump gegenüber Clinton als Präsidenten. Diese eindeutige Präferenz erklärten die RBTH-Redakteure mit Clintons negativer Beziehung zu Putin durch ihre Zeit als Außenministerin. Das würde eine Verbesserung der USA-Russland Beziehungen erschweren.

Die synoptische Analyse zeigte mehrere Taktiken, die zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung verwendet wurden. Eine wichtige Taktik war die Anwendung visueller Zeichen im RBTH-Diskurs. So wurden beispielsweise Karikaturen eingesetzt, die sich auf die antirussische Kampagne von Clinton, speziell auf Trumps Verbindungen zu Russland, konzentrieren. Dabei wurde Trumps Verbindung zu Russland innerhalb des Diskurses entweder rhetorisch verspottet oder ironisch widerlegt. Dieses Vorgehen wurde durch die Verwendung von Karikaturen als Titelbild unterstützt. Eine weitere Taktik war eine partielle Assimilierung von Hillary Clinton an die „Demokratische Partei“ „amerikanischen Demokraten“ und „Demokraten“, besonders im Kontext von Russlands Rolle bei den amerikanischen Wahlen und Clintons Beschuldigungen gegen Russland.

Im Einklang damit konnte eine partielle Viktimisierung Russlands festgestellt werden. Russland als Akteur wurde überwiegend als Opfer dargestellt, das von Clinton und ihren Aktivisten ausgenutzt wird, um Trump anzugreifen. Verschiedene rhetorische und stilistische Techniken wurden angewandt, um die Meinung der Leser über die Kandidaten zu beeinflussen. Die prominenteste Taktik war der Einsatz von ideologisch aufgeladenen Wörtern, Metaphern und ironischen Bemerkungen. So wurden beispielsweise die Begriffe „Russlandkarte“ „Dämonisierung Russlands“ „Teufel“ „teuflische List“ und „Kalter Krieg“ nur im Zusammenhang mit Clinton verwendet. Eine weitere wichtige Taktik bestand darin, nur Anti-Clinton-Zitate von Experten zu benutzen, sowie Zweideutigkeiten und Fehlinformation durch Implikation ohne unterstützende Argumente zu produzieren.

 

The Moscow Times

Der Strukturanalyse zufolge war die Politik Russlands das einzige Hauptthema des MT-Diskurses. Drei Diskursstränge wurden hier besonders beachtet: Trumps Verbindungen zu Russland, die Alt-Right-Bewegung und die russisch- amerikanischen Beziehungen.

Die Detailanalyse zeigte, dass mit dem „Trump-Phänomen“ für den Westen nun die Zeit für große Veränderungen gekommen ist. Dabei habe Russland diese Veränderungen bereits vor einigen Jahren durchlaufen, wofür es vom Westen immer wieder kritisiert wurde.

Die synoptische Analyse erbrachte mehrere Taktiken, die von der MT zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung eingesetzt wurden. Zunächst wurden visuelle Zeichen verwendet, um den Inhalt der Leitartikel zu unterstützen. Dies waren meist den Text unterstützende Fotografien oder Fotomontagen. Zweitens zögerten bzw. vermieden es die MT-Redakteure, ihre Diskurspositionen klar zum Ausdruck zu bringen. Bei Themen wie Trumps Verbindungen zu Russland und Russlands Rolle im WikiLeaks-Skandal stützten sich die Autoren meistens nur auf Zitate aus den westlichen Medien. Jedoch ist anzumerken, dass der Diskursstrang von WikiLeaks nicht ausgiebig thematisiert und der Hackerangriff nur einmal erwähnt wurde. Die dritte Taktik war die Individualisierung von beiden Kandidaten innerhalb des Diskurses, wobei die Redakteure Trump einige Male mit einer „Anti-Establishment Anhängerschaft“ assimilierten. Clinton hingegen wurde zumindest einmal einer „Hillary Clinton-Administration“ gleichgestellt. Dies zeigt, dass im Vergleich zu den anderen analysierten Medien Trump im MT-Diskurs nicht als Opfer dargestellt wurde. Viel mehr konstruierten die Redakteure ideologische Gruppen, die ihn unterstützen anstatt ihn als Feind zu betrachten. Schließlich verwendeten die Autoren häufig ideologisch geprägte Wörter und Metaphern. Die häufigsten Metaphern und ideologisch geladenen Begriffe waren: „Kalter Krieg“ „Verschwörung“ „die russische Falle“ und „die Trump Karte“.

Das Gesamtbild Russlands und des Westens, das im Diskurs der Moscow Times geschaffen wurde, war überwiegend negativ. Denn laut MT ist Russland dem Westen gleichgestellt und die westliche Gesellschaft weigert sich nur, dies anzuerkennen. Dies sei auch der Grund dafür, dass Russland Amerika subtil verspottet und indirekt sabotiert, solange es diese Ähnlichkeiten nicht anerkennt.

 

4.2. Soziale Darstellung der Akteure nach van Leeuwen

In den Leitartikeln von Sputnik International war Hillary Clinton etwas mehr präsent als Donald Trump (51 zu 49 Prozent), aber sie wurde auch mehr ausgeschlossen (65 zu 35 Prozent) und mehr in den Hintergrund gespielt (80 zu 20 Prozent). Trump wurde als republikanischer Präsidentschaftskandidat häufig mit Blick auf seine Berufserfahrung zitiert, als erfolgreicher Geschäftsmann und „bombastischer“ Millionär. Doch zeigte sich, dass die Leitartikel sich vor allem auf Hillary Clinton und ihren E-Mail-Skandal konzentrierten, sowie auf ihre Vorwürfe gegen Trump und Russland. Dabei wurde Clinton als Individuum aktiviert, insbesondere in Bezug auf ihre Anschuldigungen gegenüber Trump (52 Prozent). Dabei objektivierte und bezeichnete sie ihn innerhalb des Diskurses als „russischen Agent“, „Kreml-Werkzeug“, „unwissentlicher Agent“ von Wladimir Putin und als einen „Mann Moskaus“. Als Reaktion auf diese Vorwürfe, wurde Trump zunächst passiviert (53 Prozent), dann aber wieder aktiviert (48 Prozent), wenn er sich verteidigte oder die Vorwürfe leugnete. Die prominente Individualisierung von Trump (71 Prozent) sowie eine verstärkte Assimilation von Clinton (96 Prozent) zu einem „Clinton-Camp“ oder einem „Clinton-Team,“ verstärkten den Effekt der Viktimisierung des republikanischen Kandidaten.

Im Gegensatz dazu konzentrierten sich die Redakteure von Russia Beyond the Headlines innerhalb ihres Diskurses hauptsächlich auf Donald Trump als sozialen Akteur (62 Prozent). Clinton wurde viel mehr ausgeschlossen (90 Prozent) und in den Hintergrund gedrängt (90 Prozent). Trump wurde auch fast doppelt so oft wie Clinton nominiert (67 Prozent), formalisiert (77 Prozent), kategorisiert (67 Prozent) und bewertet (83 Prozent). Er wurde als „exzentrischer Milliardär“, „republikanisches Enfant terrible“, „extravaganter republikanischer Präsidentschaftskandidat“ und als „witziger Provokateur“ bezeichnet. Hillary Clinton wurde dagegen als eine „akribische Intellektuelle“ dargestellt. Trump wurde auch mehr in den Diskurs einbezogen (62 Prozent) und mehr aktiviert (76 Prozent), während Clinton als Individuum, besonders im Blick auf ihre Anschuldigungen gegenüber Trump, eher passiviert war (76 Prozent). In der Kategorie Individualisierung und Assimilation wurde Clinton dabei überwiegend der Demokratischen Partei (91 Prozent) zugeordnet, während Trump meist als ein Individuum dargestellt wurde (71 Prozent).

Der Schwerpunkt der Moscow Times lag eindeutig auf den Beziehungen zwischen Russland und den USA, weshalb die beiden Kandidaten nicht immer im Mittelpunkt des Diskurses standen. Dennoch konnte festgestellt werden, dass die beiden US-Kandidaten innerhalb des MT-Diskurses ähnlich behandelt worden sind, wobei jedoch Clinton etwas mehr aktiviert wurde (64 Prozent), was mit ihrer Rolle als Trumps Kritikerin erklärt werden kann. Donald Trump wurde etwas stärker in den Diskurs der Online-Zeitung einbezogen als Hillary Clinton (54 zu 46 Prozent). Die Autoren kategorisierten Trump (58 Prozent vs. 42 Prozent) und funktionalisierten (67 Prozent vs. 33 Prozent) ihn deutlich mehr als Clinton. Außerdem wurde Clinton überwiegend als „Kandidatin des Establishments“ und als „demokratische Kandidatin“ bezeichnet, während Trump mit „republikanischer Präsidentschaftskandidat“, „zweifellos talentierter Donald Trump“ und „Der Donald“ etwas mehr wertende Variation erfuhr. Während Clinton mehr aktiviert wurde (62 Prozent), wurde Trump wurde mehr als Subjekt behandelt (67 zu 33 Prozent) und etwas mehr individualisiert als Clinton.

 

4.3. Ideologische Gruppen und ideologisches Quadrat

Im Diskurs von Sputnik International konnten drei große ideologische Gruppen identifiziert werden: Russland, das Clinton-Lager und die Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei wurde im Diskurs ein ideologisches Quadrat zwischen der Gruppe Russland/Kreml/Moskau als Wir und Clinton-Camp/Clinton-Aktivisten/Hillarys Team als Sie geschaffen. Als zweithäufigste Konstellation konnte Russland/Kreml/Moskau als Eigengruppe und das Weiße Haus/Amerika/USA als Fremdgruppe festgestellt werden.

Auch im Diskurs von Russia Beyond the Headlines wurden drei ideologische Hauptgruppen identifiziert: die Demokratische Partei, das Clinton-Lager und Russland. Auch hier wurde das ideologische Quadrat zwischen der Demokratischen Partei/Amerikanischen Demokraten/Demokraten als Sie und Russland/Kreml als Wir errichtet. Darüber hinaus wurde das Clinton-Lager speziell als Opponent von Russland repräsentiert, neben dem generellen Feind, der Demokratischen Partei.

Im Gegensatz zu Sputnik und RBTH wurden im Diskurs der The Moscow Times fünf große ideologische Gruppen gebildet: Russland, der Westen, die Vereinigten Staaten, das politische Establishment der USA und die Trump-Anhänger. Dabei stellten die Autoren besonders die Gruppen Russland/Moskau/Kreml (Wir) und den Westen (Sie), sowie Amerika/Amerikaner/das Weiße Haus (Sie) und Russland/Moskau/Kreml/Russische politische Elite (Wir) als Gegnergruppen dar.

Durch die Analyse des ideologischen Quadrats konnten verschiedene Feindbilder bzw. Fremdgruppen definiert werden. Während sich Sputnik besonders auf das Clinton-Lager und die US-Regierung als Feindbild konzentrierte, unterschied RBTH zwischen der Demokratischen Partei als Ganzes und dem Clinton-Lager als Teil der Demokratischen Partei. So stellten die Redakteure die Demokraten als Fremdgruppe im Diskursstrang der russisch-amerikanischen Beziehungen dar, während im Diskursstrang des WikiLeaks-E-Mail-Skandals ihr Fokus auf dem Clinton- Camp als Teil der Demokratischen Partei lag. Die Darstellung der Fremdgruppen in MT war, im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Medien, eher global. Die Hauptgruppen waren der Westen, die USA, das politische Establishment der USA (bzw. die Demokratische Partei) und die Trump-Anhänger, wobei der Fokus hauptsächlich auf dem Westen und den USA lag. Das politische Establishment der USA war Hauptrivale der Trump-Anhänger, der sogenannten „Anti-Establishment Anhängerschaft“ und auch der russischen Regierung.

Darüber hinaus wurden mehrere Taktiken angewandt, um die positiven Handlungen der Eigengruppen und die negativen Eigenschaften der Fremdgruppen hervorzuheben, sowie die negative Seite der Eigengruppen und die positiven Handlungen der Fremdgruppen abzuschwächen. Auf van Dijks Diskursebene „Allgemeines“ konnte eine positive Selbstdarstellung Russlands und eine negative Fremddarstellung der Demokraten in Diskursen von Sputnik und RBTH beobachtet werden. Dagegen waren bei MT Russland als Eigengruppe, sowie der Westen und die Amerikaner als Fremdgruppe eher neutral oder negativ vertreten. Dabei wurden der Westen und Amerika weitgehend für die jüngsten fragwürdigen Aktionen Russlands wie die Annexion der Krim verantwortlich gemacht sowie für die allgemeine negative Entwicklung des Landes in den letzten Jahren. Obwohl Russland als ein „unberechenbarer und widerspenstiger“ Akteur dargestellt wurde, sollten eher die Vereinigten Staaten ihren Kurs ändern und auf Russland zukommen (Lipmann 2016). Doch wolle das amerikanische Establishment keine Kompromisse eingehen und sei vielmehr darauf aus, Russland zu bestrafen, anstatt über adäquate Lösungen zu verhandeln.

Auch auf der Diskursebene „Form“ konnten mehrere Taktiken zur Etablierung eines ideologischen Quadrats identifiziert werden. Zum einen nutzte Sputnik International ausgiebig Oberflächenstrukturen, um ein positives Russland-Image zu schaffen. Durch Textboxen und Textzitate wurden positive Expertenzitate über Russland und seine Errungenschaften hervorgehoben. In Bezug auf die Syntax des Diskurses wurde Russland als Akteur immer dann aktiviert, wenn es sich gegen angeblich unfaire Anschuldigungen verteidigen musste. Diese Taktik sicherte die Konzentration auf den Akteur Russland, auch wenn die Autoren keine Beweise für ihre Behauptungen lieferten und ihre Argumente nicht durch Fakten untermauerten. Doch auch durch Passivierung wurde die Aufmerksamkeit der Leser gelenkt, indem das Land als betroffener Akteur negativer Handlungen anderer dargestellt wurde: „Russland wurde routinemäßig in die Wahldebatten gezogen“ (Sputnik4).

Auf der Diskursebene der rhetorischen Mittel nutzten alle analysierten Medien Alliterationen, um die Aufmerksamkeit auf bestimmte Textabschnitte zu lenken, und um Rhythmus und Stimmung zu kreieren. Die beliebtesten Alliterationen zur Sicherung der Out-Group waren der „Clinton-Camp“ und die „Clinton-Campaigners.“ Darüber hinaus wurden mehrere semantische Figuren und Operationen wie Metaphern, Ironie, Hyperbeln und Wiederholungen eingesetzt, um soziale Akteure hervorzuheben. Allen voran wandten die Redakteure der RBTH die Taktik der Ironie an, um die Beziehungen zwischen Eigen- und Fremdgruppen zu verdeutlichen. So machten die Redakteure ironische Bemerkungen, um Amerika im Allgemeinen oder explizit das Clinton-Lager zu verspotten: „Als ob Amerika keine wichtigeren Probleme hätte“ (Bovt 2016). Oder: „eine willige Handlung, welche sich selbst der sowjetische KGB nicht erträumen hätte lassen können“ (Lukyanov 2016). Und schließlich verwendete insbesondere Sputnik International die Technik der Wiederholung, um die Unschuld Russlands und der russischen Medien zu betonen.

In Bezug auf van Dijks Bedeutungsebene sind mehrere Strategien erwähnenswert. So konnten in der Diskursstruktur des Lexikons besondere lexikalische Selektionen identifiziert werden, wie eine übertrieben negative Adressierung Russlands seitens der Clinton-Anhänger sowie die Verwendung von Negativwörtern und Phrasen. Zum Beispiel bezeichnete das „Clinton-Lager“ Russland als „Big bad russkies“ (Sputnik5), die „dunkle Seite“ (Sputnik6), als einen „gefürchteten Puppenspieler hinter Trump“ und als einen „angeblichen Täter des DNC-Computernetzes Hackerangriffs“ (Trudilyubov 2016). Außerdem wurden im Diskurs Negativworte und ideologisch aufgeladene Ausdrücke wie „Dämonisierung Russlands“ „Teufel“, „teuflische List und eine willkürliche Handlung“ (Lukjanow 2016), „antirussische Hysterie“ (Sputnik5), „verschwörungstheoretische Diskussion“ (Trudilyubow 2016) in Bezug auf Russland angewandt. Im Blick auf den WikiLeaks Konflikt wurden Taktiken der Implikation und Leugnung verwendet, um Russlands Rolle zu beschönigen. So wurde ohne Erklärungen oder konkrete Fakten behauptet, Russland habe nichts mit der Affäre zu tun.

Die wichtigste Taktik war allerdings die der Viktimisierung Russlands im Zusammenhang mit Verallgemeinerungen und Spezifikationen, insbesondere innerhalb der Diskurse von Sputnik und RBTH. Dabei wurden ausführlich alle Vorwürfe gegen Russland seitens der Demokraten hervorgehoben, aber nur allgemeine Aussagen zur Rolle Russlands im jeweiligen Konflikt gemacht , um konkrete, explizite Stellungnahmen zu vermeiden.

Darüber hinaus wurde behauptet, der WikiLeaks Skandal sei von den Demokraten nach den Primaries lediglich dazu benutzt worden, den Russischen Geheimdienst zu beschuldigen. Durch Vagheit wurde die Rolle Russlands heruntergespielt und die Aufmerksamkeit der Leser umgelenkt: „Es haben sich sofort Stimmen erhoben, die behaupten, der Leak sei durch Russen organisiert worden“ (Sputnik6). Insgesamt wurden negative Handlungen durch Spezifizierung verstärkt, während die negative Rolle Russlands durch Generalisierungen heruntergespielt wurde.

 

5. Diskussion

Die vorliegende Studie untersuchte die ideologische Darstellung der US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump in den redaktionellen Leitbeiträgen der drei englischsprachigen Online-Zeitungen in Russland: Sputnik International, Russia Beyond the Headlines und The Moscow Times. Nach der KDA-Analyse auf Basis von Ansätzen von Jäger (2015), van Leeuwen (2008) und van Dijk (1995; 2006a) konnten die Forschungsfragen ausführlich beantwortet werden.

Zur ersten Forschungsfrage nach den Taktiken zur Leserbeeinflussung hat die Studie auf der Grundlage des KDA-Ansatzes von Jäger (2015) mehrere Strategien identifiziert, die von den Medien häufig als wirksame Mittel zur Überzeugung und Rechtfertigung eingesetzt wurden. Die am häufigsten angewendeten Taktiken waren visuelle Zeichen, ideologisch belastete Wortwahl und Lexikalisierung, rhetorischen Figuren, Hyperbeln, Implikationen, Scheinbeweise, sowie die Verbreitung von Fehlinformationen, Viktimisierung, Polarisierungen, Disclaimer und Vergleiche. Obwohl alle analysierten Online-Zeitungen visuelle Zeichen zur Beeinflussung ihrer Leserschaft einsetzten, lag der Hauptunterschied in ihrer Anwendungsart innerhalb des Diskurses.

Während sich Sputnik International überwiegend auf Anti-Clinton- und Pro-Trump-Textboxen, sowie Textzitate von Experten konzentrierte, setzten Russia Beyond the Headlines und The Moscow Times auf Fotomontagen und Karikaturen, um ihre ideologischen Botschaften zu untermauern. Unterstützung bekamen diese Botschaften von der ideologisch aufgeladenen Wortwahl der Redakteure, sowie durch rhetorische Figuren wie Metaphern, Ironie und Übertreibung. Besonders im Diskurs von Sputnik und RBTH wurden ideologisch aufgeladene Wörter und Phrasen wie der „Kalte Krieg“, der „russische Agent“ und der „Kreml-Handlanger“ im Zusammenhang mit Trump und Russland verwendet. Alle drei Online-Zeitungen benutzten Metaphern wie die „Russische Falle“ und die „Russlandkarte“. Darüber hinaus waren die Verbreitung von Fehlinformationen, die Vorenthaltung wichtiger Fakten, Andeutungen sowie Unbestimmtheit zur Erzeugung von Unklarheiten im Diskurs von Sputnik und RBTH von besonderer Bedeutung. Die konsequente Darstellung von Trump und Russland als Ziel von Clintons Anschuldigungen, gestützt durch eine angeblich unfaire Berichterstattung in den traditionellen US-Medien, deuteten schließlich auf Sputniks und RBTHs Absicht hin, diese beiden Akteure als Opfer darzustellen.

Die zweite Forschungsfrage, wie die beiden Kandidaten als soziale Akteure im Diskurs dargestellt wurden, konnte auf Grundlage des Ansatzes von van Leeuwen (2008) verfolgt werden. Während Clinton etwas mehr in den Diskurs von Sputnik einbezogen wurde als Trump, stellten RBTH und MT sie in ihrem Diskurs weniger oft als Individuum dar. Insgesamt wurde sie öfter vom Diskurs ausgeschlossen und häufiger im Hintergrund platziert als Trump. Besonders im Sputnik wurde Clinton oft mit ihrem Vornamen genannt, während Trump fast immer mit dem Nachnamen identifiziert wurde. Clinton wurde auch oft aktiviert bei ihren Anschuldigungen, wie Trumps Verbindungen zu Russland und Russlands Rolle bei den amerikanischen Wahlen und dem WikiLeaks-Skandal. Trump als Empfänger dieser Vorwürfe wurde jedoch meist passiviert und immer nur später aktiviert, um sich zu verteidigen oder die Vorwürfe zu leugnen. In diesem Sinne wurde die bereits erwähnte Viktimisierungstaktik von Sputnik und RBTH durch eine Assimilation von Hillary Clinton zu einer Gruppe (das Clinton-Camp) bei gleichzeitiger Individualisierung von Donald Trump unterstützt. Die Individualisierung stellte Trump im Vergleich zu Clinton als unabhängigeres Individuum dar und verstärkte den Eindruck der Opferrolle, denn die Gegner Trumps schienen in Gruppen zu agieren, während er scheinbar auf sich alleine gestellt war.

Im Unterschied zu Sputnik und RBTH behandelte MT beide Kandidaten eher individualisiert, ohne Trump als Opfer darzustellen. Diese Unterschiede lassen sich mit unterschiedlichen Ausrichtungen, Unternehmenslinien und Finanzstrukturen der Medien erklären. Die staatsfinanzierten Medien Sputnik und RBTH konzentrierten sich überwiegend auf Clintons Email-Fauxpas, ihre antirussische Haltung und die Rolle von WikiLeaks im Wahlkampf. Dabei wurde Trump als ein „kontroverser“ Kandidat dargestellt, der eine Sympathie für Russland hegt. Auf der anderen Seite war der Fokus des eher unabhängigen Medienhauses MT globaler und lag überwiegend auf den Beziehungen zwischen Russland und den USA. Das im Diskurs der MT etablierte Gesamtbild von Russland und dem Westen war überwiegend negativ, da Russland dem Westen im Diskurs gleichgestellt wurde – wobei sich der Westen weigert, diese Ähnlichkeiten anzuerkennen. Dies ist nach MT auch der Grund warum Russland Amerika subtil verspottet und indirekt sabotiert.

Schließlich wurden auch die letzten beiden Forschungsfragen angesprochen: Welche ideologischen Gruppen wurden im Diskurs konstruiert und welche ideologischen Positionen repräsentierten sie? Durch die Analyse konnten die im medialen Diskurs konstruierten verschiedenen Fremd- und Eigengruppen identifiziert werden. Während sich Sputnik explizit auf das Clinton-Lager und die US-Regierung im Allgemeinen als Feindbild konzentrierte, unterschied die RBTH zwischen der Demokratischen Partei als Ganzes und dem Clinton-Lager als spezifischem Teil der Demokratischen Partei. Im Diskursstrang der russisch- amerikanischen Beziehungen stellten die Redakteure die Demokraten als eine Außengruppe dar, während im Diskursstrang des WikiLeaks-E-Mail-Skandals ihr Fokus auf dem Clinton- Camp als besonderer Teil der Demokratischen Partei lag. Die Darstellung der Fremdgruppen in MT war im Vergleich zu den beiden anderen Online-Zeitungen globaler. So konnten als hauptsächliche Fremdgruppen der Westen, die USA, das politische Establishment der USA (das mit der Demokratische Partei gleichgesetzt wurde) und die Trump-Anhänger identifiziert werden, wenn auch der Schwerpunkt auf dem Westen und den USA lag.

Darüber hinaus wurde das Konzept des ideologischen Quadrats zur Analyse des Diskurses angewendet. So konnten im Diskurs von Sputnik und RBTH überwiegend positive Selbstdarstellungen Russlands und negative Fremddarstellungen der Demokraten beobachtet werden. Besonders RBTH setzte rhetorische Figuren wie Metaphern, Hyperbeln, Wiederholungen und Ironie ein, um die negativen Handlungen Amerikas oder der Demokraten zu betonen oder lächerlich zu machen. Im Diskurs von MT war Russland als Eigengruppe eher positiv dargestellt, während der Westen und Amerika als Fremdgruppe entweder neutral oder negativ vertreten waren. Überdies wurden der Westen und Amerika für die jüngsten fragwürdigen Aktionen Russlands und seine negative Entwicklung in den letzten Jahren verantwortlich gemacht. Insbesondere Sputnik nutzte Oberflächenstrukturen, um durch Textboxen und pro-russische Expertenzitate ein positives Bild von Russland zu schaffen.

Auf der Ebene der Syntax wurde Russland als Akteur immer dann aktiviert, wenn es Vorwürfe abstreiten musste. Als ein von den Handlungen anderer betroffener Akteur wurde Russland strategisch passiviert, um die Aufmerksamkeit der Leser auf sich zu ziehen, z. B. wenn Russland in die amerikanischen Wahldebatten hineingezogen wurde. Im Hinblick auf den WikiLeaks-Konflikt nutzten die Autoren die Taktik der Implikation und des Scheinbeweises, um Russlands negative Aktionen, d.h. seine tatsächliche und nachweisbare Rolle in dieser Sache herunterzuspielen. Außerdem wurde in den Diskursen von RBTH und Sputnik vor allem die Taktik der Viktimisierung angewendet, und zwar meist durch Verallgemeinerungen und Spezifikationen. Die Online-Medien beschrieben ausführlich alle Vorwürfe der Demokraten gegen Russland, aber verallgemeinerten die tatsächliche Rolle Russlands im Konflikt, um explizite Aussagen zu diesem sensiblen Thema zu vermeiden. So wurden die negativen Handlungen des Clinton- Lagers durch Spezifikationen hervorgehoben, während die negative Rolle Russlands durch Verallgemeinerungen heruntergespielt wurde.

 

6. Fazit

Ausgehend von Siegfried Jägers KDA-Ansatz wurden in dieser Studie mehrere Taktiken identifiziert, die von den drei untersuchten russischen Online-Zeitungen eingesetzt wurden, um Hillary Clinton und Donald Trump während des Wahlkampfs darzustellen. Darunter waren Strategien wie die Anwendung von visuellen Zeichen, ideologisch belasteter Wortwahl und Lexikalisierung, rhetorischen Figuren, Hyperbeln, Implikation, Scheinbeweis, Verbreitung von Fehlinformationen, Viktimisierung, Polarisierungen, Disclaimer und Vergleichen. Darüber hinaus zeigte diese Studie, dass zwei der drei untersuchten Medien Clinton als nächste amerikanische Präsidentin im Hinblick auf die künftigen Beziehungen zwischen Russland und den USA favorisierten. Obwohl Sputnik International und The Moscow Times beide Kandidaten als wenig förderlich für eine harmonische Moskau-Washington-Beziehung betrachteten, wurde Hillary Clinton aufgrund ihrer Stabilität und Berechenbarkeit in Bezug auf ihre überwiegend negative Haltung gegenüber Russland als die bessere Präsidentin betrachtet. Dagegen betonte Russia Beyond the Headlines kontinuierlich Clintons negative Haltung gegenüber Russland und befürwortete Trump als besseren Kandidaten aufgrund seiner Sympathie für Russland und speziell für Wladimir Putin.

Generell wurden beide Präsidentschaftskandidaten innerhalb des Diskurses der analysierten Leitartikel stark kritisiert. Dabei betonten die staatsnahen Medien Sputnik und RBTH überwiegend ihre Sympathien gegenüber Trump, während sie Clinton oft verspotteten. Die Hauptgründe für die zunehmend negative Berichterstattung über Clinton waren ihre Anschuldigungen gegen Russland, in den WikiLeaks-Email-Skandal verwickelt zu sein und dass Moskau sich in die US-Wahlen einmische. Die Studie fand auch Versuche, den öffentlichen Glauben an den demokratischen Prozess zu untergraben, und zwar durch Viktimisierung und die angeblich unfaire Berichterstattung über Trump in den US-Medien sowie die „unehrlichen Methoden“ der Demokraten und Clintons im WikiLeaks Skandal.

Ausgehend von van Leeuwens Ansatz zur Repräsentation der sozialen Akteure, identifizierte die Forscherin die beliebte Strategie der Assimilation von Clinton und Individualisierung von Trump, um den Eindruck der Opferrolle zu verstärken. Zumindest in der Berichterstattung von Sputnik und RBTH wurde Trump als Außenseiter dargestellt, der von einem korrupten politischen Establishment und einem defekten demokratischen Prozess schikaniert wurde, um so seine Präsidentschaft aufgrund seiner Sympathie für Russland zu verhindern. Den analysierten Online-Zeitungen zufolge wurde Trumps Sympathie für Russland vom Clinton-Team missbraucht, um ihn und Russland gleichzeitig anzugreifen. Schließlich zeigte diese Studie auch, dass alle drei untersuchten Medien eine defensive pro-russische Position einnahmen. Der analysierte Mediendiskurs der drei Online-Zeitungen konstruierte ein Feindbild von Amerika, in dem es zum Sündenbock für Russlands negative Handlungen und die negative Entwicklung des Landes seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wird. Amerika wird auch für das negative Kalte-Krieg-Image der gegenwärtigen Beziehungen zwischen Russland und den USA verantwortlich gemacht. Das Feindbild von Amerika, in Verbindung mit Clintons Anschuldigungen und ihr angeblicher Missbrauch von Trump, um Russland anzugreifen, hat wohl im Resultat zu dieser defensiven pro-russischen Position und zu einer Solidarität mit Trump geführt. Diese fand dann in einer unkritischen Berichterstattung über Trump in den redaktionellen Leitartikeln seinen Ausdruck.

 

Über die Autorin

Swetlana Maschinez (geboren 1991) ist seit 2018 als Journalistin und Redakteurin für ein internationales Softwareunternehmen tätig. Davor erwarb sie einen doppelten Master Abschluss in Global Mass Communication an der Universität Leipzig und in Journalismus an der Ohio University. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Diskursanalyse sowie politische und Online-Kommunikation. Kontakt: maschinez@web.de

 

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