Wie wirkt subjektiver Journalismus? Wahrnehmungs- und Wirkungspotenziale einer alternativen journalistischen Form

Von Janis Brinkmann | Der Beitrag fragt vor dem Hintergrund eines integrativen Konzepts, welche Wahrnehmungs- und Wirkungspotenziale ein explizit subjektiver Journalismus für ein junges Publikum enthält. In zwei Experimenten wurden insgesamt 273 jungen Medienutzer:innen im Alter zwischen 17 und 28 Jahren jeweils traditionelle und explizit subjektive Reportagen zum selben Thema gezeigt. Daran schlossen sich eine standardisierte Online-Befragung sowie vertiefende Leitfadeninterviews an. Die Ergebnisse zeigen, dass subjektiver Journalismus als narrativer und emotional berührender wahrgenommen wird, aber ebenso als weniger informierend, unreflektierter, irrelevanter, erklärungsbedürftiger und unkritischer als objektivere Formen. Zudem erkennen die jungen Mediennutzer:innen deutlicher Meinungen und Haltungen. Sie würden gerne mehr subjektive Beiträge sehen und diese auch öfter in sozialen Netzwerken kommentieren, was für ein partizipatives Potenzial des subjektiven Journalismus spricht.