Wie wirkt subjektiver Journalismus? Wahrnehmungs- und Wirkungspotenziale einer alternativen journalistischen Form

Von Janis Brinkmann

Abstract: Der Beitrag fragt vor dem Hintergrund eines integrativen Konzepts, welche Wahrnehmungs- und Wirkungspotenziale ein explizit subjektiver Journalismus für ein junges Publikum enthält. In zwei Experimenten wurden insgesamt 273 jungen Medienutzer:innen im Alter zwischen 17 und 28 Jahren jeweils traditionelle und explizit subjektive Reportagen zum selben Thema gezeigt. Daran schlossen sich eine standardisierte Online-Befragung sowie vertiefende Leitfadeninterviews an. Die Ergebnisse zeigen, dass subjektiver Journalismus als narrativer und emotional berührender wahrgenommen wird, aber ebenso als weniger informierend, unreflektierter, irrelevanter, erklärungsbedürftiger und unkritischer als objektivere Formen. Zudem erkennen die jungen Mediennutzer:innen deutlicher Meinungen und Haltungen. Sie würden gerne mehr subjektive Beiträge sehen und diese auch öfter in sozialen Netzwerken kommentieren, was für ein partizipatives Potenzial des subjektiven Journalismus spricht.

Ein Reporter, der Pfandflaschen sammelt, um selbst zu erleben, wie hart das Leben auf der Straße sein kann. Eine Reporterin, die während ihrer Schulzeit gemobbt wurde und ihre Peiniger von damals für eine Reportage mit ihren Gefühlen konfrontiert. Reporter:innen, die Themen wie Migration, soziale Gerechtigkeit, Klimawandel oder politischen Extremismus aus ihrer persönlichen Perspektive präsentieren und auf ihre eigenen Erfahrungen, Erwartungen und Emotionen zurückgreifen, um eine journalistische Story aus der »Ich«-Perspektive zu erzählen. Formen eines subjektiven Journalismus finden sich nicht nur in Presenter-Reportagen, wie sie z. B. das öffentlich-rechtliche Content-Netzwerk funk in Formaten wie STRG_F oder follow me.reports praktiziert (vgl. Drössler, 2021; Brinkmann, 2023), sondern sie sind Teil eines subjective turn im Journalismus, der z. B. durch Personalisierung und Emotionalisierung journalistischer Angebote, Arbeitsweisen und Inhalte geprägt wird (vgl. Smeenk et al., 2024, 2524f.).

Dabei ist Subjektivität im Journalismus keineswegs eine neue Perspektive: Von der politischen Subjektivität der Parteienpresse über die existenzialistische Subjektivität des »New Journalism« (vgl. Pauly, 2014) bis zur fragmentierten Subjektivität sozialer Medien (vgl. Steensen, 2017, S. 31-39) haben subjektive Perspektiven eine lange Tradition im Journalismus. Als »persönliche, individuelle Sicht auf die Welt« (Neuberger & Mayer, 2026, S. 2) – und damit als Ergänzung zu einer »objektiven«, also kollektiven, intersubjektiv abgestimmten, geprüften und gesellschaftlich geteilten Sicht – beeinflusst Subjektivität alle Dimensionen, nach denen Journalist:innen Wirklichkeit wahrnehmen und vermitteln (vgl. Meier, 2018a, S. 202): So ist journalistische Subjektivität prägend für Themen des Kulturjournalismus (vgl. Chong, 2019), für Darstellungsformen wie die Reportage und den Kommentar (vgl. Haller, 2020; Schultz, 2021), für Berichterstattungsmuster wie den narrativen Journalismus (vgl. Lindgren, 2017) oder investigativen Journalismus (vgl. Wahl-Jorgensen, 2013; Harbers, 2016), für Kanäle und Plattformen wie Podcasts (vgl. Schlütz, 2020) oder soziale Netzwerke (vgl. Savinova & Hoek, 2025) – und ist als dominant subjektive Perspektive charakteristisch für den subjektiven Journalismus (vgl. Brinkmann, 2025a).

1. Explizite Subjektivität in Handeln und Produkten

Subjektiver Journalismus wird hier als Journalismus verstanden, der journalistische Subjektivität in Handeln und Produkten explizit betont und der die Ich-Perspektive nutzt, um persönliche Erwartungen, Erfahrungen, Emotionen und Meinungen von Journalist:innen in die Berichterstattung zu integrieren. Diese Definition ist anschlussfähig an das Konzept des »personal journalism« (vgl. Smeenk et al., 2023; 2024; 2025; 2026), das ebenfalls die persönliche Subjektivität der Journalist:innen (»byline subjectivity«; Steensen, 2017, S. 30) in den Mittelpunkt stellt. Ein solcher subjektiver Journalismus, wie ihn insbesondere neue Medienorganisationen (vgl. Buschow, 2018) wie Vice, BuzzFeed oder funk (vgl. Stringer, 2018; Tandoc, 2017; Dennis & Dias-Sampaio, 2021; Drössler, 2021; Brinkmann, 2023) für junge Zielgruppen produzieren und über soziale Netzwerke verbreiten, steht hingegen in einem frappierenden Widerspruch zu einem traditionellen Informations- und Nachrichtenjournalismus, der sich an normativen Idealen wie Neutralität, Ausgewogenheit, Distanz und Objektivität orientiert (vgl. McNair, 2017; Raeijmaekers & Maeseele, 2017; Maras, 2013; Schudson, 2001). Die Rückkehr journalistischer Subjektivität (vgl. Steensen, 2017; Smeenk et al., 2024) beschreiben Keinert, Heft und Dogruel (2019, S. 171) vor diesem Hintergrund zugespitzt als zentralen Zukunftstrend des Journalismus: »Die Illusion eines objektiven Journalismus wird durch einen Journalismus mit Haltung und Persönlichkeit abgelöst« (vgl. ähnlich auch Meier et al., 2025, S. 54-55).

Jene ›objektive‹ Berichterstattung erzeugt gerade bei gesellschaftspolitisch kontroversen Themen wie Klimawandel, Migration oder soziale Gerechtigkeit zunehmend Ablehnung beim Publikum, die sich auch in einer wachsenden Nachrichtenmüdigkeit und -vermeidung zeigt (vgl. Newman et al., 2025; Behre et al., 2025). Als Alternative zum etablierten »objective reporting« (Meier, 2018a, S. 195) haben sich zuletzt nicht nur konstruktive Angebote entwickelt, die Lösungen für gesellschaftliche Probleme betonen (vgl. Brinkmann, 2024a, S. 273-277), sondern auch Formen eines subjektiven Journalismus gebildet, die darauf abzielen, persönliche Wertungen, Haltungen und Meinungen von Journalist:innen transparent in die Berichterstattung zu integrieren und damit nicht nur zur Information des Publikums beizutragen, sondern ebenso zu dessen Orientierung und Unterhaltung. Eine authentische Subjektivität von Journalist:innen (vgl. Harbers & Broersma, 2014; Wang & Ni, 2025), die durch emotionale, empathische oder engagierte Perspektiven vermittelt wird, schätzen insbesondere junge Mediennutzer:innen (vgl. Mellado & Gajardo, 2026; Uth, 2025).

Ein wachsender Bereich der internationalen Journalistik untersucht angesichts eines »emotional turn« des Journalismus (vgl. Wahl-Jorgensen, 2020), für den Lechler (2020) fordert, ihn aus der Perspektive der Rezeptions- und Wirkungsforschung zu analysieren, die Folgen von Immersion und Emotion für das Publikum (vgl. Pajnik, 2023; Goutier et al., 2021; Greber et al., 2023a; 2023b). Bislang nicht erforscht ist aber die Frage, wie Mediennutzer:innen explizit subjektiven Journalismus wahrnehmen und wie er auf sie wirkt. Der vorliegende Beitrag skizziert unter der forschungsleitenden Frage Wie wirkt subjektiver Journalismus? und vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstands einen konzeptionellen Rahmen, um subjektiven Journalismus analytisch zu fassen (vgl. Kapitel 2) und für die empirische Analyse zu operationalisieren (vgl. Kapitel 3). Sodann präsentiert und diskutiert er Ergebnisse einer Experiment- und Befragungsstudie unter jungen Mediennutzer:innen (vgl. Kapitel 4) und ordnet die Wahrnehmungs- und Wirkungspotenziale eines subjektiven Journalismus auf der Mikro-, Meso- und Makroebene ein (vgl. Kapitel 5).

2. Theoretischer Rahmen: Das 4P-Modell zur Analyse
journalistischer Konzepte

Anknüpfend an die oben eingeführte Definition ist subjektiver Journalismus hier zunächst als subjektiverer Journalismus zu verstehen – als eine vielfältige Subjektivierung journalistischer (Arbeits-)Programme, Praktiken und Produkte des »Standardmodell[s] des Informationsjournalismus« (Evers et al., 2021, S. 456) und damit als Ergänzung zu einem objektiven Journalismus (vgl. Brinkmann, 2025a, S. 198ff.). In der deutschsprachigen Forschung zu journalistischen Konzepten, Formen oder Berichterstattungsmustern ist ein solcher Zusammenhang immer wieder beschrieben worden: Die alternativen Muster und Konzepte wie z. B. narrativer Journalismus, investigativer Journalismus, anwaltschaftlicher Journalismus oder konstruktiver Journalismus (vgl. Brinkmann, 2024a, S. 79-86) entwickelten sich als Reaktion auf »Schwächen des ›Objektiven‹ Journalismus« (Meier, 2018a, S. 195) und ergänzten diesen (vgl. Weischenberg, 1995, S. 113ff.; Meier, 2019, S. 106; Wyss & Keel, 2010, S. 362f.; Fink, 2016, S. 9-12; Greck & Kössler, 2013, S. 109; Hohlfeld, 2003, S. 232f.).

Subjektiver Journalismus ist jedoch nicht als ein weiteres Berichterstattungsmuster zu verstehen, sondern als ein journalistisches Konzept unter mehreren Journalismen und analog zu Haas’ »Empirischem Journalismus« als ein »größeres Konzept« (Haas, 1999, S. 15). So gewinnt der subjektive Journalismus durch die Aktualisierung seiner journalistischen Arbeitsprogramme (vgl. Evers et al., S. 2021) – »zusätzliche Recherche-, Darstellungs- und Inszenierungsmuster« (Hohlfeld, 2003, S. 232) – an Kontur, wenn er zunächst mit Hohlfeld (2003, S. 230f.) als »Gegenkonzept zum distanzierten Informationsjournalismus und dessen rationalem Zugang zur Wirklichkeit« umrissen wird: Gefühle statt Fakten, Storytelling statt Nachrichtenwerte, »persönliches ›Einschleichen‹ in die Geschichte und emotionales Eingehen auf die Protagonisten«, eine authentische Sprache sowie die Innenperspektive (»Insiderreportage«) verdichten »neben der erzählerischen Subjektivität auch andere Elemente wie Aktivismus, Leidenschaft, anwaltschaftliches Vorgehen und Partizipation zu einer etwas unübersichtlichen Melange« (Hohlfeld, 2003, S. 231; vgl. Bleicher & Pörksen, 2004 sowie die Debatte über Fiktionalität im Journalismus zwischen Reus, 2019, und Schultz, 2019). Angesichts der Schnelligkeit und Häufigkeit, mit der sich neue »Journalismen« gegenwärtig in der Praxis bilden und ausdifferenzieren (vgl. Loosen et al., 2020), erscheint es sinnvoll, »Formen und Konzepte des Journalismus als Gewinn zu verstehen, die es zu analysieren und zu verstehen gelte« (Keinert et al., 2019, S. 174; vgl. bereits Jarren, 2015, S. 121).

Um mit dem subjektiven Journalismus ein solches alternatives journalistisches Konzept, das weitgehend unscharf geblieben ist (vgl. Neuberger & Mayer, 2026, S. 1-2), analytisch zu fassen, bietet sich das 3P-Modell an. Es zerlegt neue, sich gegenwärtig in der Praxis herausbildende journalistische Konzepte in drei Dimensionen, die sich gegenseitig beeinflussen, hier aber zur Fixierung »liquider« Journalismen analytisch getrennt werden (vgl. Brinkmann, 2024a, S. 57-62; 2025a, S. 782-787). Von der strukturell geprägten Ebene journalistischer Programme zur Konstruktion sozialer Wirklichkeit über die in journalistische Praktiken eingewobenen Handlungen von Journalist:innen bis hin zu konkreten (Leistungs-)Potenzialen journalistischer Produkte bietet das Modell die Möglichkeit, neue Journalismen konzeptionell zu dimensionieren[1] – und kann im Sinne der hier verfolgten Fragestellung um eine vierte Dimension der Publikumserwartungen ergänzt werden (vgl. Abb. 1):

Journalistische Programme: Die Thematisierungs-, Recherche-, Darstellungs- und Publikationsprogramme (z. B. die Ressortierung, Berichterstattungsmuster, Darstellungsformen sowie Medienkanäle; vgl. Meier, 2018, S. 202) bilden den übergeordneten Relevanzrahmen eines jeden Journalismus und sind als »Konstruktionsprogramme« maßgeblich für deren journalistische Wirklichkeitskonstruktion, also die Darstellung sozialer Realität (vgl. Brinkmann, 2025a, S. 198-228).

Journalistische Praktiken: Die Themenselektion, die Recherche, Verifikation, Narration (Storytelling), Präsentation sowie Publikation und Interaktion sind journalistische Handlungsmuster (Praktiken), denen Journalist:innen unter Rückgriff auf bestimmte Regeln und Ressourcen in der vom Programm jeweils geprägten Praxiskonstellation folgen (vgl. Buschow, 2018, 119-125) – sie bilden also die einzelnen Schritte der journalistischen Produktion von Inhalten ab (vgl. Brinkmann, 2025a, S. 229-245).

Journalistische Performanz: Neben medienökonomischen und -ethischen Potenzialen wird auch der umfangreiche Fundus von Qualitätskriterien (wie z. B. Relevanz, Aktualität, Exklusivität oder Kontextualität; vgl. Reineck, 2024) in verschiedenen Journalismen unterschiedlich ausgeprägt, wodurch spezifische Leistungspotenziale in journalistischen Handlungen und Produkten entstehen (vgl. Brinkmann, 2025a, S. 246-263, Brinkmann, 2025b).

Publikumserwartungen: Versteht man mit Hall (1999) Journalismus als mediale Kommunikation, fehlen nach der Produktion und Allokation/Distribution medialer Inhalte noch die Dimensionen der Rezeption bzw. Wahrnehmung und Nutzung (vgl. Buschow, 2018, S. 83-84). Im Rahmen dieses Beitrags soll dem Konzept eine weitere Dimension hinzugefügt werden (wodurch es zum 4P-Modell wird), die die Erwartungen und Wahrnehmungen der Nutzer:innen integriert: Wie nimmt das Publikum Produkte eines bestimmten Journalismus wahr und wie wirken diese Inhalte auf Mediennutzer:innen?[2]

Abb. 1
Drei- bzw. Vier-Dimensionen-Modell zur Konzeptualisierung von Journalismen


Journalismus als Programm, Praxis, Performanz sowie Publikumserwartung (erweitert nach Brinkmann, 2024a)

Während die letztgenannte Dimension der Wahrnehmung und Wirkung bezogen auf den subjektiven Journalismus bislang nicht erforscht ist, liegen für die ersten drei Dimensionen bereits empirische Erkenntnisse vor (vgl. Brinkmann, 2025a): Im Rahmen des Forschungsprojektes »Journalistische Grenzgänger« (vgl. Brinkmann, 2023) wurden bis April 2022 alle YouTube-Videos der etablierten, explizit subjektiven Reportage-Formate Y-Kollektiv, STRG_F, reporter, follow me.reports und Die Frage des ARD-ZDF-Content-Netzwerks funk als Fallstudien inhaltsanalytisch ausgewertet. Die journalistische Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit erfolgte in den Reportagen der untersuchten Formate überwiegend über Lebensweltthemen, die gefühlsorientiert an die jungen Zielgruppen vermittelt werden. Durch Interviews hybridisierte Reportagen, die sich vor allem Personen, sozialen Milieus und journalistischen Selbstversuchen widmen, nutzen die Konstellation aus Reporter:innen und Protagonist:innen, um Geschichten, die mehrheitlich in deutschen Großstädten spielen, aus einer stark subjektiven Perspektive zu erzählen. Der New Journalism prägt als dominantes Berichterstattungsmuster die Wirklichkeitskonstruktion der Reportage-Formate, wurde aber unter den Bedingungen von Social Media für die junge Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen aktualisiert und für Web-Video-Formate modifiziert, zum Beispiel über die aktive Rolle von Reportern im »On« oder Aufrufe an das Publikum zur Kommentierung der Inhalte am Ende eines Beitrags (vgl. Brinkmann, 2023; für eine Folgestudie zu neuen Presenter-Formaten vgl. auch Brinkmann et al., 2025)

Ein solches Programm des subjektiven Journalismus prägt wiederum auch dessen Praxiskonstellation, in der etablierte journalistische Praktiken subjektiv gewendet werden, wie eine qualitative Analyse der Reportage zeigt, die von Leitfadeninterviews mit Reporter:innen und Redakteur:innen der untersuchten funk-Formate flankiert wurden (vgl. Brinkmann, 2025a, S. 773-782):

Persönliche Thematisierung: Die Reporter:innen steigen nach der »Golden Minute« des Beitrags, die anhand besonders dramatischer Szenen und prägnanter Zitate den Inhalt bereits zusammenfasst, mit einem persönlichen Bezug zum jeweiligen Thema ein, z. B. ihrer eigenen Erfahrung mit Mobbing oder Alkoholkonsum.

Thesengeleitete Recherche: Die Informationssuche folgt einer Hypothese oder Leitfrage, z. B. »Was passiert auf Nazi-Konzerten?« (STRG_F) oder »Warum will man gegessen werden? Inside Kannibalismus-Szene« (Y-Kollektiv), der die Reporter:innen in der Regel auch durch eigene Inaugenscheinnahme vor Ort nachgehen. Damit lassen sie das Publikum an großen Teilen des Rechercheprozesses teilnehmen.

Interpretatives Storytelling: Die eigene Haltung (teilweise auch Meinung) der Reporter:innen ist ein zentrales narratives Element. Über persönliche Erfahrungen und Gefühle werden die jeweiligen Situationen im besten Fall anschaulich und authentisch erzählt. Durch reflexive Elemente (z. B. über medienethisches Handeln oder eigene Überforderung) können die Beiträge transparenter werden, wobei die eigenen Interpretationen die Recherchen stark im subjektiven Sinne der Reporter:innen framen (insbesondere im Fazit am Ende der Beiträge).

On-Presenting: Die Präsentation durch Reporter:innen, die im »On« vor der Kamera und oft direkt an die Nutzer:innen gerichtet sprechen, ist charakteristisch für diese subjektive Reportage-Form. Manche Formate ergänzen diesen direkten Präsentationsmodus noch um Aufsager im »Off«, die z. B. genutzt werden können, um komplexe Themen ausführlich zu erklären oder Hintergründe zu liefern.

Repetitive Interaktion: Die Reporter:innen bemühen sich durchgehend um eine aktive, persönliche Ansprache und fordern das Publikum regelmäßig zur Interaktion auf (»Call to Action«), z. B. durch Kommentare oder Abonnements. Das diskursive Einbinden der Community – auch für die Suche nach neuen Themen, Informationen oder Protagonist:innen im Sinne eines Crowdsourcing – steht für die hohen partizipativen Anteile in dieser Praxiskonstellation eines subjektiven Journalismus.

Dass ein solcher subjektiver Journalismus andere Leistungen erbringen kann als ein traditioneller Informationsjournalismus, unterstreicht die qualitative und quantitative Inhaltsanalyse ebenfalls (vgl. Brinkmann, 2025b): Qualitätskriterien wie Narrativität, Authentizität, Emotionalität und Partizipativität waren in der Mehrheit der analysierten subjektiven funk-Reportagen stärker ausgeprägt als Relevanz, Vielfalt (der Quellen), Kontextualität oder Nutzwert (vgl. bereits Brinkmann, 2023, S. 93-97; 2025a, S. 751-770). Ob solche subjektiven Qualitätskriterien, die als Merkmale inhaltsanalytisch anhand der Reportagen erfasst und von untersuchten Presenter-Formaten explizit als journalistische Ziele kommuniziert wurden,[3] auch von Nutzer:innen wahrgenommen werden, bleibt bislang aber eine offene Frage. Inwieweit mögliche Wahrnehmungs- und Wirkungseffekte beim Publikum erreicht werden können, lässt sich auf drei Ebenen verfolgen, die eng zusammenhängen (vgl. Meier, 2018b, S. 6; 10):

  • Auf der Mikroebene sollen Nutzer:innen eine persönliche Perspektive (z. B. durch Haltungen und Meinungen der Journalist:innen) in subjektiven Beiträgen erkennen können und sich dadurch besser orientiert und unterhalten fühlen.
  • Subjektive Beiträge sollen auf der Mesoebene eine bessere Bindung zum Publikum aufbauen, das größeres Interesse am Thema, dem Medium und den Autor:innen zeigt.
  • Auf der Makroebene soll subjektive Berichterstattung Themen emotionalisieren und durch ein größeres persönliches »Involvement« und »Empowerment« zu mehr Problembewusstsein, Diskussionen und gesellschaftlichem Engagement führen.

Vor dem Hintergrund des Forschungsstandes und des theoretischen Rahmens setzt die empirische Studie mit folgender forschungsleitenden Frage (FF) an: Wie wirkt subjektiver Journalismus? Tiefergehende Teilfragen werden im folgenden Kapitel zum methodischen Vorgehen abgeleitet.

3. Methodisches Vorgehen: Experimente und Befragungen

Der Beitrag orientiert sich methodisch an einer Pionierstudie, die Meier (2018b) zur Wirkung des konstruktiven Journalismus durchgeführt hat, und erforscht empirisch, welche der identifizierten Charakteristika eines subjektiven Journalismus, wie z. B. Personalisierung, Emotionalisierung, Authentizität oder Narrativität, von jungen Mediennutzer:innen in konkreten, explizit subjektiven Formen wahrgenommen werden und wie diese auf sie wirken. Da es forschungspraktisch nicht möglich war, das breit gefasste Konzept und das weite, bislang allenfalls ansatzweise kartierte (Praxis-)Feld eines subjektiven Journalismus vollständig zu erfassen, konzentriert sich die Untersuchung auf prominente Angebote in Form von explizit und extrem subjektiven Presenter-Reportagen, wie sie insbesondere das Format Y-Kollektiv produziert (vgl. funk 2023a). Diese Formate betonen und stilisieren die Ich-Perspektive der Reporter:innen, wenn sie auf persönliche Erfahrungen, Emotionen und Meinungen zurückgreifen.

Dazu wurden im ersten Schritt im Juni 2024 121 jungen Mediennutzer:innen im Alter zwischen 17 und 28 Jahren (allesamt Studierende, für die als junge, angehende Akademiker:innen ein anderes Mediennutzungsverhalten und andere Medienkompetenzen angenommen werden können als für andere Gruppen von Befragten) zwei Reportagen gezeigt: Die erste Reportage »Arme Sau – Schweine für den Discounter« von Spiegel TV ist eine traditionelle Reportage, die Probleme der Massentierhaltung in Deutschland thematisiert, ohne die subjektive Perspektive der Reporter:innen explizit einzubeziehen. Die zweite Reportage »Fleischindustrie – Massentierhaltung schmeckt« ist eine Presenter-Reportage des Formats Y-Kollektiv des öffentlich-rechtlichen Content-Netzwerks funk, die im Sinne der Definition als subjektiv verstanden wird: Reporter Hubertus Koch personalisiert das Thema anhand seines selbst als problematisch empfundenen Fleischkonsums und bewertet das Erlebte und Gesehene explizit aus seiner persönlichen Perspektive (vgl. Abb. 2):

Hubertus Koch [12:38]: »Ey, du Sau! Das ist hier Massentierhaltung. Da ist kein Platz für Sentimentalitäten. Du bist kein Tier. Du bist eine Gebärmaschine. Und du bist Nackensteak. Du bist Bacon. Mehr, mehr, mehr, mehr, mehr. Masse statt Klasse. Obwohl immer weniger gegessen wird, wurde dieses Jahr in Deutschland so viel Fleisch produziert wie noch nie. Mehr, mehr, mehr. Ich will Fleisch! Was für Ethik und Moral, Alter?«

Abb. 2
Reporter Hubertus Koch bindet seine subjektive Meinung in »Fleischindustrie – Massentierhaltung schmeckt!« (Y-Kollektiv) im »On« ein

Screenshot

Das Experiment wurde im Oktober 2024 mit 167 jungen Mediennutzer:innen, bei denen es sich ebenfalls um Studierende handelte, und mit zwei weiteren Reportagen wiederholt: Während die traditionelle Reportage »Mittelmeer – Freiwillig bei SOS Méditerranée« von ARTE keine expliziten subjektiven Perspektiven der Reporter:innen aufweist, enthält die Y-Kollektiv-Reportage »Seenotrettung im Mittelmeer – Wann hört das Sterben endlich auf?« explizit subjektive Bezüge. So drückt Reporter Dennis Leiffels seine persönliche Perspektive wiederholt emotional und meinungsstark aus (vgl. Abb. 3):

Dennis Leiffels [13:38]: »Was für Schicksale. Und die Situation wird nicht besser. Jetzt im Sommer machen sich immer mehr auf die Reise. Was folgt, ist ein Asylverfahren, das wahrscheinlich früher oder später eingestellt wird. Ich muss mich abreagieren, während wir zurück nach Lampedusa fahren. Mann, bin ich sauer und frustriert. Wie viele sollen denn noch sterben, bis wir Patronen der Menschenrechte endlich über eine Lösung diskutieren? Wie die aussieht, weiß ich auch nicht. Aber dass Menschen zu Tausenden sterben, kann definitiv keine sein.«

Abb. 3
Reporter Dennis Leiffels drückt in »Seenotrettung im Mittelmeer – Wann hört das Sterben endlich auf?« (Y-Kollektiv) seine eigene Meinung direkt vor der Kamera aus

Screenshot

In einem zweiten Schritt erhielten alle Nutzer:innen einen Online-Fragebogen (vgl. Anhang). Er ließ neben den quantitativen Variablen auch Raum für qualitative Antworten und orientierte sich an den von Meier (2018b) genutzten Fragen, die aber für subjektive Journalismusformen angepasst wurden. Ergänzend wurden mit 35 ausgewählten Teilnehmer:innen der Befragung vertiefende Leitfadeninterviews geführt, um qualitative Aussagen über die Wahrnehmung und Wirkung der Reportagen zu erhalten. Zudem erklärten sich insgesamt 17 Befragte bereit, an zwei Gruppendiskussionen teilzunehmen, die vom Forschenden moderiert wurden. Für die Auswertung wurden aus der Literatur sowie aus zuvor mit Journalist:innen subjektiv-journalistischer Formate geführten Leitfadeninterviews (vgl. Brinkmann, 2025a, S. 305-311) sechs Hypothesen zu möglichen Wirkungsabsichten des subjektiven Journalismus entwickelt. Hinzu kam eine siebte Hypothese, die sich aus der medienjournalistischen Kritik an subjektiven Journalismusformen wie Presenter-Reportagen (vgl. Reisin, 2022; Schwarzer, 2021; Kissler, 2021) ableiten ließ. Die Hypothesen formulieren die Annahmen zur Wirkung explizit subjektiver Reportagen im Vergleich zu traditionellen Reportagen:

Information und Interesse

  • H1: Nutzer:innen fühlten sich nach dem Sehen besser informiert/unterhalten/orientiert. (V1-2)
  • H2: Der gesehene Beitrag weckt ein größeres Interesse am dargestellten Thema. (V3)
  • H3: Nutzer:innen möchten künftig weitere Beiträge des Autors bzw. der Autorin/des Mediums schauen. (V4)
  • H4: Nutzer:innen können einen subjektiv vermittelnden Ansatz erkennen. (V5)

Engagement und Handlungsbereitschaft

  • H5: Nutzer:innen möchten mit Freunden oder Verwandten über diesen Beitrag sprechen bzw. ihn teilen. (V6-8)

Mentaler Zustand

  • H6: Der mentale Zustand der Nutzer:innen wird negativ beeinflusst. (V9)

Persönliche Meinung

  • H7: Die Nutzer:innen gewinnen den Eindruck, dass der Beitrag eine klare Haltung bzw. Meinung auf das Thema enthält. (V10)

4. Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse

Die sieben Hypothesen wurden anhand der insgesamt zehn quantitativen Variablen aus der standardisierten Befragung überprüft (vgl. Tab. 1 bis 5), wobei die arithmetischen Skalenmittelwerte dargestellt sind (vgl. Meier, 2018b, S. 12). Die Befunde wurden zudem um qualitative Daten aus den nicht-standardisierten Leitfadeninterviews und Gruppendiskussionen ergänzt, um einen vertiefenden Eindruck der Wahrnehmung und Wirkung zu erhalten.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Wirkung des subjektiven Journalismus differenziert zu betrachten ist und keineswegs so eindeutig beschrieben werden kann, wie es die existierenden Befunde zu den Programmen, Praktiken und Leistungspotenzialen dieses journalistischen Konzepts nahelegen. Zwar bestätigt sich, dass in den Mittelwerten der Antworten aus den Gruppen, die einen explizit subjektiven Beitrag sahen, und denjenigen mit traditionellen Beiträgen bei allen Hypothesen Unterschiede festzustellen sind, so dass es sinnvoll war, gerichtete Hypothesen zu formulieren. Die erkennbaren Unterschiede sind aber meist nicht so stark ausgeprägt, wie ursprünglich erwartet.

Bei den ersten drei (Teil-)Hypothesen, ob sich die Nutzer:innen durch subjektive Beiträge besser informiert, orientiert und unterhalten fühlen, fällt auf, dass die Unterschiede bei den Mittelwerten gering sind (vgl. Tab. 1):

Tabelle 1
Ergebnisse zu »Information«, »Orientierung« und »Unterhaltung«

Mittelwerte (V1.1–1.3, V2; H1, n = 121–167 je Gruppe)

Lediglich bei den ersten Reportagen zur Massentierhaltung fühlen sich die Nutzer:innen von dem traditionellen Beitrag erkennbar besser informiert als vom explizit subjektiven Beitrag (»sehr subjektiv, in Teilen etwas unreflektiert, aber dennoch stets informativ«; N173). Bei der zweiten Reportage zur Seenotrettung ist dieser Effekt nur schwach erkennbar, wird von den Nutzer:innen aber in der qualitativen Befragung problematisiert:

»Der Beitrag wirkt sehr aufgesetzt. Es wird viel mit Moral gearbeitet. Ich hätte mir mehr sachliche Informationen gewünscht. Dass dies ein emotionales Thema ist, steht außer Frage, aber ich fühle mich davon eher emotional manipuliert als informiert.« (N81)

»Sehr emotional, kaum faktisch.« ( N133)

Obwohl das Y-Kollektiv bei funk als Informationsangebot kategorisiert wurde, scheinen die Nutzer:innen dieses Ziel selbst nicht wahrzunehmen. Vielmehr fehlen ihnen in beiden subjektiven Reportagen des Y-Kollektivs eher Informationen (»Zu emotional und zu wenig Informationen«; N255; »Die Bilder waren erschreckend, aber ich hätte mir mehr Zahlen gewünscht und Informationen«; N113) als in den traditionellen Beiträgen von Spiegel TV und ARTE. Während sich die Befragten im ersten Experiment durch die traditionelle Reportage besser orientiert fühlen, ist dieser Effekt beim zweiten Experiment umgekehrt. Überraschend ist, dass die Nutzer:innen beide subjektiven Reportagen nicht oder kaum unterhaltender empfinden als die traditionellen Beiträge (»Während man versucht, Informationen aufzunehmen, kommen teilweise Szenen, die einen unterhalten sollen«; N12) – wobei ein unterhaltender Ansatz in der Literatur ja als Vorteil der subjektiven Berichterstattung beschrieben wird.

Tabelle 2
Ergebnisse zu »Interesse«

Mittelwerte (V3-V4; H2-H3, n = 121-167 je Gruppe)

Die zweite Hypothese, nach der ein subjektiver Beitrag ein größeres Interesse am dargestellten Thema weckt, kann auf Basis beider Befragungen ebenfalls nicht bestätigt werden (vgl. Tab. 2): Die Unterschiede sind sehr gering und je nach Reportagethema anders gewichtet. Bei einzelnen Befragten löste die Machart des subjektiven Beitrags über die Seenotrettung hingegen Interesse aus: »Ich konnte die Emotionen des Journalisten gut nachvollziehen, was den Beitrag interessanter und emotionaler für mich gemacht hat. Ich habe interessiert zugehört und wurde über die schwierige Situation gut aufgeklärt.« (N25) Der dritten Hypothese muss sogar widersprochen werden: In beiden Befragungen gaben die jungen Nutzer:innen an, dass ihnen die jeweils subjektive Variante der Reportage weniger gut gefällt und sie diese Art von Beiträgen nicht öfter sehen wollen. Beim ersten Thema ist dieser Effekt sowohl bei den Differenzen der Mittelwerte als auch in der qualitativen Befragung am deutlichsten ausgeprägt:

»Durch die Wortwahl und [wegen] der fast schon vorwurfsvollen Art und Weise des Beitrages kann ich sagen, dass mir ein sachlicherer Beitrag (wie von ARTE) besser gefällt.« (N131)

»Der Beitrag betrachtet das Thema sehr einseitig, was grundsätzlich nicht schlecht ist, jedoch gefällt mir die Art und Weise des Erzählens im Beitrag von Spiegel TV besser.« (N45)

»Viel zu subjektiv! Die Darstellung des Problems [ist] zwar gut, aber durch die bekannte Art und Weise vom Y-Kollektiv total überzogen und inszeniert.« (N200)

Die Kritik der Nutzer:innen konzentrierte sich bei beiden subjektiven Reportagen erkennbar auf die Rolle des Reporters:

»Ich finde, der Beitrag war zu persönlich. Der Reporter hat zu viel Platz eingenommen und keinerlei Mehrwert gebracht. Wenn der Reporter schon so viel Platz einnimmt, sollte er reflektierend agieren und nicht so empathielos und teilweise passiv aggressiv.« (N19) »Ich fand die ironischen Kommentare des Reporters teilweise sehr fehl am Platz, was mich zwischendurch sauer gemacht hat. Wahrscheinlich soll dies polarisieren und den Diskurs anregen, sich eben darüber auszutauschen. Aber auf mich wirkt das unpassend.« (N75) »Der Beitrag wirkt auf mich wie die gewollte Selbstdarstellung eines jungen Journalisten, der eine starke Meinung hat, die er unbedingt vermitteln wollte. […] Am Ende wirkt es auf mich so, als hätte er als Aktivist ganz viel zu sagen, aber keine Lösungsvorschläge. Er mischt sich und seine Meinung und sein Leben nur unpassend mit ein.« (N199)

Zunächst eindeutiger sind die Ergebnisse bei der vierten Hypothese, die davon ausging, dass Nutzer:innen einen subjektiv vermittelnden Ansatz erkennen: Hier wurde den Befragten ein semantisches Differential vorgelegt (vgl. Tab. 3). Die subjektiven Reportagen wurden in beiden Fällen als erzählerischer wahrgenommen (beim ersten Thema Massentierhaltung ist die Unterscheidung deutlicher; beim zweiten Thema werden die Unterschiede zwischen der subjektiven und der traditionellen Reportage insgesamt nur schwach wahrgenommen). Während beim ersten Thema die subjektive Reportage als ebenso emotional und vielfältig wie ihr traditionelles Gegenstück bewertet wird, können die Befragten andere zentrale Charakteristika des subjektiven Journalismus nicht erkennen: So wird die subjektive Reportage des Y-Kollektivs zur Massentierhaltung als unauthentischer, unreflektierter, irrelevanter und erklärungsbedürftiger wahrgenommen: »Es ist mehr ein persönlicher Erfahrungsbericht mit Zusatzinformationen. Der Beitrag wirkt auf mich sehr ›raw‹. […] Im Vergleich zum Spiegel-Video viel weniger sachlich und viel subjektiver.« (N9) »Der Beitrag wirkt verwirrend, da auf der einen Seite der Reporter Stellung bezieht und im nächsten Moment wieder anderer Meinung ist.« (N245) Allerdings bewerten die Nutzer:innen die subjektive Reportage als überraschender. Ebenfalls erkennbar ist die Wahrnehmung, dass die traditionelle Reportage beim ersten Thema kritischer als die explizit subjektive Reportage ist (»Der Beitrag wirkt auf mich unkritisch und befangen. Reporter und Protagonist sind eine Person, die offen ihre persönliche Meinung in der Reportage ausspricht«; N119).

Beim zweiten Thema Geflüchtete ist die Wahrnehmung umgekehrt: Hier bewerten die Nutzer:innen die subjektive Reportage des Y-Kollektivs als kritischer: »Er [der Beitrag] wirkt kritischer. Es wird dramatischer dargestellt, wie die Flüchtenden Gewalt und Verfolgung, Sklaverei erleiden mussten.« (N36) »Hier wurde kritischer und facettenreicher mit der Frage umgegangen. Durch die Subjektivität des Beitrags wird eine neue, persönlichere Ebene erzeugt, die den Beitrag etwas nachvollziehbarer und lebendiger […] erscheinen lässt.« (N112)

Aber empfinden Nutzer:innen ein stärkeres Bedürfnis, sich mit Freunden oder Verwandten über diesen Beitrag auszutauschen bzw. ihn in sozialen Netzwerken zu teilen, wie es die fünfte Hypothese annimmt? Hier kommen die beiden Befragungen zu jeweils unterschiedlichen Ergebnissen (vgl. Tab. 4): Während sich die Nutzer:innen beim ersten Thema Massentierhaltung eher über den traditionellen (und weniger über den subjektiven) Beitrag mit Freunden und Verwandten austauschen sowie diesen in sozialen Netzwerken teilen würden (in diesem Fall sind die Unterschiede bei den Mittelwerten besonders deutlich), löst die subjektive Reportage zu den Geflüchteten mehr Engagement und Handlungsbereitschaft aus: »[I]ch fühl mich angesprochen, mehr darüber in Erfahrung zu bringen, fühl mich nachdenklich, frustriert und überdenke meine Ansichten.« (N167) Über sie würden sich die Nutzer:innen nicht nur öfter mit Freunden und Verwandten austauschen und sie häufiger teilen, sondern sie auch deutlich häufiger in sozialen Netzwerken kommentieren.

Tabelle 3
Ergebnisse zu »Subjektivität/Objektivität«

Mittelwerte (V5; H4, n= 121-167 je Gruppe)

Die sechste Hypothese nahm an, dass der mentale Zustand der Nutzer:innen durch den Konsum der subjektiven Reportage negativ beeinflusst wird, da diese potenziell als emotionaler, authentischer, kritischer und insgesamt persönlicher wahrgenommen werden könnte. Die Ausprägungen sind in beiden Fällen recht ähnlich – mit drei Ausnahmen (vgl. Tab. 5): Beim ersten Experiment fühlen sich die Nutzer:innen stärker an der traditionellen Reportage interessiert (bei den zweiten Reportagen ist der Unterschied zwischen beiden Formen sehr gering). Die subjektive Reportage über Massentierhaltung wird von mehreren Befragten als »eklig« (N12; N172) beschrieben: »Sehr unzensiert, ehrlich und anwidernd. Mir ist selbst vom Zuschauen schlecht geworden. Ich war selbst von einigen Szenen schockiert.« (N201) Die zweiten Reportagen lassen die Nutzer:innen deprimierter zurück: Einzelne Befragte beschreiben die Wirkung des explizit subjektiven Beitrags als »bedrückend« (N12; N45; N165) und »deprimierend« bzw. »traurig« (N32; N109; N256). In beiden Fällen fühlen sich die Nutzer:innen von den subjektiven Reportagen aber emotionaler berührt:

»Der Beitrag war sehr eindringlich. Besonders die gezeigten Umstände waren zum Teil verstörend, aber leider auch sehr realitätsgetreu. Durch den Reporter hatte man das Gefühl, nochmal näher dran am Geschehen zu sein, auch da man seinen persönlichen Werdegang bei dem Thema mitverfolgen konnte.« (N66)

»Ich wollte mehr über dieses Thema erfahren und es hat mich emotional berührt.« (N144)

»Dieser Beitrag lässt einen auf hohem Niveau mitempfinden. Die Menschen in Not tun einem leid. Man wünscht sich, etwas tun zu können, weiß aber nicht wie. Er ist sehr emotional und bildet eine klare Meinung für mich aus. Und zwar, dass man Menschen in Not helfen muss.« (N207)

Gewinnen die Nutzer:innen den Eindruck, dass der Beitrag eine klare Haltung bzw. Meinung (z. B. der Reporter) enthält? Bei der siebten Hypothese liegen die Mittelwerte zwar vergleichsweise weit auseinander, die Ergebnisse sind jedoch erneut widersprüchlich: Während beim Thema Massentierhaltung die Nutzer:innen Meinungen und Haltungen deutlich eher in der traditionellen Reportage erkennen, ist diese Wahrnehmung beim Thema Flucht umgekehrt – hier haben die Nutzer:innen erkennbar eher das Gefühl, dass in der subjektiven Reportage Meinungen und Haltungen enthalten sind:

»Der Beitrag enthält eine sehr klare und eindeutige Meinung, was sich auch in der Art und Weise widerspiegelt, wie diese Reportage gefilmt und erzählt wurde.« (N15)

»Der Beitrag wirkte wesentlich sentimentaler […] und man hat auch schon eine voreingenommene Grundmeinung vom Ersteller des Videos, da dieser immer Partei für die Geflüchteten ergriffen hat.« (N95)

»Der Beitrag und der Reporter vertreten eine klare Position. Es ist offensichtlich, dass er diese durch seine Aufnahmen untermalen und ›beweisen‹ möchte. Er möchte eine Botschaft senden.« (N202)

»Der Beitrag wirkt sehr meinungsstark. […] Der Reporter übernimmt mit seinen Positionen die Rolle eines Anwalts für die Opfer.« (N255)

»Der Beitrag dient nur zur Unterhaltung und Meinungsbildung, nicht zur sachlichen Information des Zuschauers. Es wird eine klare Haltung vertreten, die aber nicht mit Fakten untermauert wird. Es ist ein einseitiger, subjektiver und unreflektierter Beitrag.« (N186)

Tabelle 4
Ergebnisse zu »Engagement und Handlungsbereitschaft«

Mittelwerte (V6-V8; H5, n= 121-167 je Gruppe)

Tabelle 5
Ergebnisse zu »mentalem Zustand«

Mittelwerte (V10; H7, n= 121-167 je Gruppe)

5. Fazit und Ausblick: Wie subjektiver Journalismus auf der Mikro-, Meso- und Makrobene wirken kann

Formen des subjektiven Journalismus sollen individuelle, persönliche Perspektiven auf gesellschaftliche Probleme und lebensweltliche Phänomene eröffnen (vgl. Steensen, 2011), indem Erwartungen, Erfahrungen und Emotionen von Reporter:innen elementarer Teil der journalistischen Story werden. Die etablierten journalistischen W-Fragen können damit für Mediennutzer:innen um die Frage »Was macht das mit mir?« erweitert werden – eine Frage, die die Presenter in den Reportagen regelmäßig explizit als Ausgangspunkt für eine subjektive Berichterstattung stellen (vgl. Brinkmann, 2025a, S. 381). Eine authentische, gefühlsorientierte Zielgruppenstrategie scheint potenziell geeignet, um komplexe Themen emotional, unterhaltend und meinungsstark zu vermitteln und damit gerade für junge Publika zentrale Informations- und Orientierungsleistungen zu erbringen. Einen solchen Anspruch erheben insbesondere die Presenter-Formate des öffentlich-rechtlichen Content-Netzwerks funk:

»Informierende und orientierende Formate bilden einen entscheidenden Teil des öffentlich-rechtlichen Auftrags von funk ab: Um an politischen Prozessen zu partizipieren, an gesellschaftlichen Diskursen teilzuhaben und fundierte Entscheidungen treffen zu können, ist es essenziell, das Geschehen in der Welt zu verstehen. Diesem Bedürfnis dienen viele der Angebote aus den Kategorien Information und Orientierung.« (funk, 2024)

Der Gefahr eines selbstreferenziellen »Selfie-Journalismus« (Brinkmann, 2024b) zum Trotz scheint eine narrativ-emotionale Ansprache durch (para-)journalistische Persönlichkeiten wie Presenter, Hosts oder »Newsfluencer« (vgl. Bause, 2021; Henn, 2023; Duckwitz, 2023; Meier et al., 2025, S. 45-46) und für soziale Netzwerke wie YouTube, Instagram oder TikTok optimierte Inhalte zudem eine publizistisch adäquate Strategie, um Reichweite und Resonanz in jungen Zielgruppen zu gewinnen. Inwieweit sich diese Ziele und Potenziale eines subjektiven Journalismus auch umsetzen lassen, wurde entlang der Frage untersucht, wie junge Nutzer:innen explizit subjektive Reportageformen wahrnehmen und wie sie auf sie wirken. Das Konzept des subjektiven Journalismus verfolgt Ziele auf drei Ebenen.[4] Vermuten ließe sich, dass bereits das Sehen eines einzelnen Beitrags einen nachweisbaren Effekt auf Nutzer:innen hat (vgl. Meier, 2018b, S. 19). Die Ergebnisse dieser Studie zeigen jedoch, dass Wahrnehmung und Wirkung des subjektiven Journalismus zumindest im Fall der explizit subjektiven Reportagen differenziert betrachtet und Schlussfolgerungen entsprechend mit Bedacht gezogen werden müssen:

  • Auf der Mikroebene erkennen die Nutzer:innen zentrale Elemente des subjektiven Journalismus wie Emotionalität, Narrativität und Meinung. Sie fühlen sich jedoch nicht besser informiert, orientiert und überraschenderweise auch nicht besser unterhalten. Auch halten sie explizit subjektive Reportagen nicht eindeutig für authentischer, reflexiver oder kritischer als traditionelle Reportagen.
  • Auf der Mesoebene fällt auf, dass Nutzer:innen subjektive Beiträge in sozialen Netzwerken eher kommentieren würden, was die diskursiven und partizipativen Potenziale dieses journalistischen Konzepts unterstreicht – eine für Medienunternehmen strategisch wichtige Erkenntnis in Bezug auf junge Zielgruppen. Weitergehende Effekte wurden aber nicht gemessen: Nutzer:innen wollen nicht mehr subjektive Reportagen sehen und teilen sie auch nicht öfter in sozialen Netzwerken. Auch wird das Interesse an Thema, Medium und Reporter:in nicht nachweislich gestärkt. Die großen Communities subjektiver Presenter-Formate (z. B. bei STRG_F oder Die Frage) sprechen allerdings dafür, dass ein solcher Journalismus aus der Ich-Perspektive durchaus eine enge Bindung zum Publikum aufbauen kann.
  • Obwohl Nutzer:innen angaben, dass die subjektive Berichterstattung sie emotional stärker berühre und eher Diskussionen auslöse, zeigen sich in der quantitativen Befragung kaum klare Effekte hinsichtlich eines größeren persönliches involvements und empowerments auf der Makroebene. Die qualitative Befragung legt aber nahe, dass subjektive Berichterstattung bei einzelnen Nutzer:innen zu einem gesteigerten Problembewusstsein führen kann, wobei offenbleiben muss, ob das dann auch in ein größeres gesellschaftliches Engagement umgesetzt wird.

Die Ergebnisse dieser Wahrnehmungs- und Wirkungsstudie zeigen, dass Nutzer:innen zentrale Charakteristika eines subjektiven Journalismus wie Emotion, Narration und Meinung in entsprechend explizit subjektiven Formen erkennen. Wenn »die Schemata des Journalismus – wie Berichterstattungsmuster und auch Darstellungsformen – langfristig zwischen Produzierenden und Publikum in einem Mediensystem ausgehandelt werden« (Meier, 2018b, S. 20) und journalistische Praktiken und deren Modalitäten (wie z. B. Themen- und Nachrichtenfaktoren, Publikumserwartungen oder medienethische Normen) durch das rekursive Zusammenspiel struktureller und handelnder Elemente (re-)produziert werden (vgl. Wyss, 2016; Buschow, 2018), stellt sich die Frage, ob dies auch für den subjektiven Journalismus zutrifft. Erkennen Nutzer:innen, ob ein Beitrag eher eine nachrichtlich-objektive Intention hat (Informationsvermittlung), einen investigativen oder interpretativen Ansatz verfolgt (Kritik und Kontrolle bzw. Orientierung) oder eine narrativ-subjektive Perspektive auf ein Thema eröffnen will (persönliches Engagement)? Die Studie gibt erste Hinweise darauf, dass Nutzer:innen solche Berichterstattungsmuster durchaus erkennen, allerdings sind die Befunde keineswegs so eindeutig wie ursprünglich angenommen. Zudem können die Ergebnisse mehrfach verzerrt sein: Zum einen verfügen die befragten Studierenden über spezielle Mediennutzungsmuster und -kompetenzen, so dass die Befunde in anderen Gruppen von Befragten vermutlich anders ausfallen. Zum anderen wurden für beide Experimente mit Reportagen bereits per se subjektive Darstellungsformen (vgl. Brinkmann, 2024a, S. 86–88) ausgewählt, so dass im Vergleich zu traditionellen Reportagen die expliziten Charakteristika subjektiver Presenter-Formate möglicherweise nicht stark genug hervortreten. Es liegt daher nahe, subjektive Formen des Journalismus unter der hier verfolgten Fragestellung mit anderen, ›objektiveren‹ Darstellungsformen zu vergleichen (z. B. Hintergrundberichte oder Features), um möglicherweise stärkere Effekte erkennen zu können.

Über den Autor

Janis Brinkmann, Dr. phil. habil. (*1987), ist seit 2026 Professor für digitale und interaktive Medien am Institut für Kommunikationsmanagement der Hochschule Osnabrück. Davor war er von 2017 bis 2026 Professor für Publizistik in der digitalen Informationswirtschaft an der Fakultät Medien der Hochschule Mittweida. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf digitalem Journalismus, interaktiven Darstellungsformen, Subjektivität im Journalismus und Fragen der journalistischen Qualität und Ethik. Kontakt: j.brinkmann@hs-osnabrueck.de

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Anhang

Fragen und Variablen der standardisierten Befragung junger Mediennutzer:innen (angelehnt an Meier, 2018b)

Variablen und Fragen:

V1.1 »Nach dem Schauen des Beitrags fühle ich mich gut informiert.«

Skala: 1 (trifft voll und ganz zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu)

V1.2 »Nach dem Schauen des Beitrags fühle ich mich gut orientiert.«

Skala: 1 (trifft voll und ganz zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu)

V1.3 »Nach dem Schauen des Beitrags fühle ich mich gut unterhalten.«

Skala: 1 (trifft voll und ganz zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu)

V2 »Im Beitrag fehlen mir Informationen bzw. Aspekte.«

Skala: 1 (mir fehlen keine Informationen) bis 6 (mir fehlen viele Informationen)

V3 »Möchten Sie mehr über das im Beitrag behandelte Thema erfahren?«

Skala: 1 (Ja, nach dem Sehen recherchiere bzw. suche ich aktiv nach dem Thema) bis 4 (Nein, wenn ich wieder auf das Thema stoße, ignoriere ich den Beitrag.)

V4 »Die Art und Weise, wie der Beitrag erzählt ist, gefällt mir gut. Diese Art von Beiträgen würde ich gerne öfter sehen wollen.«

Skala: 1 (trifft voll und ganz zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu)

V5 »Der Beitrag erscheint mir…«

Skala: semantisches Differential mit 4er Skala dazwischen (der zuerst genannte, linke Pol entspricht einem niedrigen Wert, der zweite, rechte Pol einem hohen Wert)…

…erzählerisch/nicht-erzählerisch

…authentisch/unauthentisch

…emotional/unemotional

…reflektiert/unreflektiert

…nützlich/nutzlos

…relevant/irrelevant

…vielfältig/einseitig

…transparent/intransparent

…nachvollziehbar/erklärungsbedürftig

…berechenbar/überraschend

…kritisch/unkritisch

V6 »Der Beitrag motiviert mich, mich mit Freunden, meiner Familie oder mit Verwandten über dieses Thema auszutauschen.«

Skala: 1 (trifft voll und ganz zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu)

V7 »Diesen Beitrag würde ich in sozialen Netzwerken (z. B. YouTube, Instagram etc.) kommentieren.«

Skala: 1 (trifft voll und ganz zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu) – nur diejenigen, die in sozialen Netzwerken aktiv sind

V8 »Diesen Beitrag würde ich in sozialen Netzwerken (z. B. Facebook, Twitter, Instagram etc.) teilen.«

Skala: 1 (trifft voll und ganz zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu) – nur diejenigen, die in sozialen Netzwerken aktiv sind

V9 »Sie haben nun den Beitrag gesehen. Wie haben Sie sich nach dem Ansehen gefühlt?«

Skala: semantisches Differential mit 4er Skala dazwischen…

….emotional/kühl

…gelangweilt/interessiert

…unbeeindruckt/beeindruckt

…deprimiert/nicht deprimiert

…emotional berührt/sachlich informiert

V10 »Ich habe das Gefühl, dass der Beitrag eine klare Haltung/Meinung enthält.«

Skala: 1 (trifft voll und ganz zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu)

Fussnoten

1 Damit integriert das Modell verschiedene Theorieansätze: Neben konstruktivistisch und systemtheoretisch imprägnierten Ansätzen (z. B. zur journalistischen Wahrnehmung und zu Berichterstattungsmustern) werden auch praxis- und strukturationstheoretische Bausteine mit Überlegungen aus der journalistischen Qualitätsforschung zusammengeführt (vgl. Brinkmann, 2025a, S. 787-794).

2 Damit schließt diese neue Dimension des Modells direkt an die erste Dimension der journalistischen Programme zur Wirklichkeitskonstruktion an, legt den Fokus aber umgekehrt nicht auf die Journalist:innen, die eine soziale Wirklichkeit konstruieren, sondern aus der Perspektive der Nutzungs- und Wirkungsforschung auf die Rezipient:innen, die diese journalistisch konstruierte Realität auf eine bestimmte Weise wahrnehmen, wodurch sie bestimmte Wirkungen entfalten können.

3 »Die Reporter:innen vom Y-Kollektiv zeigen die Welt, wie sie sie erleben – […] Echt, nah, menschlich und subjektiv. […] Unsere Dokus und Reportagen provozieren und spalten, sie erregen und bestürzen; sie sind nicht immer objektiv, aber immer ehrlich« (funk 2023a); »follow me.reports ist ein interaktives Reportageformat zum Mitfühlen, bei dem die Stories, Themen und Fragen direkt aus der Community kommen […] Bei follow me.reports wird jede Geschichte von Journalist:innen und Hosts aus dem funk-Kosmos erzählt, […] wodurch jede Folge eine einzigartige und authentische Perspektive erhält« (funk 2023b).

4 Wie sich die Entwicklung des subjektiven Journalismus von der gesellschaftliche Makroebene über die Mesoebene journalistischer Organisationen bis zur Mikroebene subjektiv rational handelnder Journalist:innen und zurück auf die Makroebene theoretisch modellieren und als empirischer Trend beschreiben lässt, hat Brinkmann (2025a, S. 773-782) unter Rückgriff auf den strukturell-individualistischen Ansatz von Reinemann und Baugut (2016) gezeigt.


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Zitationsvorschlag

Janis Brinkmann: Wie wirkt subjektiver Journalismus?. Wahrnehmungs- und Wirkungspotenziale einer alternativen journalistischen Form. In: Journalistik. Zeitschrift für Journalismusforschung, 2, 2026, 9. Jg., S. 114-143. DOI: 10.1453/2569-152X-22026-16190-de

ISSN

2569-152X

DOI

https://doi.org/10.1453/2569-152X-22026-16190-de

Erste Online-Veröffentlichung

August 2026