»Ich glaube, dass Journalismus sich zwingend verändern muss« Zum Verhältnis von akademischer Journalismus-Ausbildung und journalistischer Praxis

Von Gabriele Hooffacker und Nicola Moser | Generative Sprachmodelle und KI-Tools sind im Journalismus zu unverzichtbaren Werkzeugen geworden – bei der Datenanalyse, Recherche, Übersetzung, Ideenfindung und vielem mehr. Wie wird sich der Einsatz von Tools wie Chat-GPT auf das journalistische Berufsbild und die akademische Lehre auswirken? Die Auswertung der vorliegenden Experteninterviews zeigt, dass Chat-GPT und ähnliche KI-Tools in der akademischen Journalismus-Ausbildung bereits jetzt eine Rolle spielen. Doch während die Hochschullehre vermutet, dass generative Sprachmodelle das Berufsbild des Journalisten nicht grundlegend verändern, sondern lediglich erweitern, sieht der befragte Experte aus der Praxis eine grundlegende Verschiebung im Verhältnis zwischen Redaktion und Publikum. Zudem beschreibt er, wie KI-Tools längst gängige Praxis in den Redaktionen sind.

Wie Sprach-KI die Journalismusausbildung verändern kann Ein Werkstattbericht

Von Gabriele Hooffacker | Was generative Sprach-KI leisten kann und wird, ist in Ansätzen zu erkennen. Den Journalismus, den »Beruf zur Öffentlichkeit« (Pöttker 2010), wird sie verändern. Wie sieht Journalismus-Lehre unter diesen Bedingungen aus? Welche Kompetenzen sollten vermittelt werden, welche Kenntnisse und Fähigkeiten konkret? Anstelle einer theoretischen Abhandlung versucht dieser Essay eine Annäherung über eine gemeinsame Erkundung des Themas mit Studierenden. Er gibt einen Werkstattbericht, formuliert mögliche Lernziele für Studierende wie für Lehrende und ermutigt dazu, über erforderliche Kompetenzen für den Beruf zur Öffentlichkeit nachzudenken.