Das hybride Hochschulsystem sollte eine differenzierte Honorierungskultur haben Weiterbildungen für die Lehre als Währung

von Marcel Franze / Universitäten und (Fach-)Hochschulen sind Lehr- und Forschungseinrichtungen. Disziplinen wie die Journalistik stehen dadurch mit einem Bein im Feld der Wissenschaft, mit dem anderen im Feld der Berufsvorbereitung und -qualifikation. Besonders deutlich wird dieses hybride Spannungsfeld beim Thema Theorie-/Praxisintegration. Das Hochschulpersonal bekommt in diesem Kontext zu wenig Aufmerksamkeit.

Lasst uns über Utopien sprechen Zur Aktualität der ökologischen Visionen und der Medienkritik in Ernest Callenbachs Ökotopia-Roman

von Gabriele Hooffacker / Utopien erlauben, die Gegenwart aus einer als positiv ange­nom­menen Perspektive aus der Zukunft zu kritisieren. Derzeit dominieren jedoch Dystopien den Diskurs. Am Beispiel von Ernest Callenbachs Ökotopia-Roman von 1975 hat die Autorin die Aktualität einer positiven ökologischen Utopie in der Lehre erprobt: Im Rahmen einer Sommerakademie lasen Studierende Auszüge des Romans und untersuchten ihn auf seine positiven ökologischen Zukunftsvisionen einerseits, auf seine Kritik am zeitgenössischen Mediensystem andererseits.

Frankreichs eigener Murdoch Geld, Medien und Wahlkampf

von Valérie Robert / In Frankreich gab es in den vergangenen Jahren nicht nur einen Umbruch im Parteiensystem, auch die Medienlandschaft veränderte sich. Der Einfluss großer Konzerne und Unternehmer kann dabei die innere Pressefreiheit gefährden und eine politische Bewegung nach rechts verstärken. Der Beitrag analysiert vor dem Hintergrund des einsetzenden Wahlkampfs die aktuellen Entwicklungen auf dem französischen Medienmarkt, insbesondere die Bedeutung des Mischkonzerns TF1 und des Milliardärs Vincent Bolloré.

Konstruktiven Journalismus lehren Wie lösungsorientierter Journalismus als Rollenmodell und Werkzeug zur Journalismusausbildung beitragen kann

von Gabriele Hooffacker / Bringt das Konzept des »konstruktiven Journalismus« Neues für die Journalismuslehre? Der Essay zeigt, dass der Ansatz des konstruktiven Journalismus produktiv und anregend in der Aus- und Fortbildung eingesetzt werden kann. Er hilft bei der Selbstverständigung der Gesellschaft zu Konfliktthemen und entlastet als alternatives Berichterstattungsmuster Journalistinnen und Journalisten. Bei Ereignissen, die als krisenhaft dargestellt werden, kann der konstruktive Journalismus unterschiedliche Lösungswege aufzeigen.

Schadet Corona dem rechten Populismus? Die Hoffnungen, dass die Pandemie auch den politischen Populismus zerstört, sind verfrüht

von Nina Horaczek / Zahlreiche politische Kommentator*innen sehen angesichts der Corona-Epidemie das Ende des politischen Populismus nahen. Tatsächlich befinden sich die Beliebtheitswerte populistischer Parteien seit Ausbruch der Coronakrise im Sinken. Doch das Virus bietet für den medialen Diskurs der Populist*innen auch große Chancen. Sie framen Corona, das unsichtbare, staatenlose Virus in einen greifbaren Sündenbock. Nicht ohne Grund spricht US-Präsident Donald Trump von einem ›chinesischen Virus‹. Zur Verbreitung ihrer Botschaft können sich die Populist*innen diesseits und jenseits des Atlantiks auf ein mediales Netzwerk stützen, das sie und ihre Vertrauten in den vergangenen Jahren sehr geschickt aufgebaut haben.

Zwischen Misstrauen und Instrumentalisierung Zum journalistischen Umgang mit der AfD

von Marcus Maurer / Ähnlich wie andere populistische Parteien versucht die »Alternative für Deutschland« (AfD), durch gezielte Provokationen mediale Berichterstattung und öffentliche Aufmerksamkeit zu generieren. Für den Journalismus stellt sich folglich die Frage, wie er mit diesen Instrumentalisierungsversuchen umgehen soll. Im Beitrag werden drei mögliche Strategien und ihre Folgen diskutiert. Er plädiert für einen nicht unkritischen, aber sachlichen Umgang mit der AfD. Die Partei vom öffentlichen Diskurs auszuschließen oder sich über ihre Provokationen zu empören, ist weder zielführend, noch entspricht es journalistischen Grundregeln.

Das Alltägliche vor Ort Die Bedeutung des Lokaljournalismus in der digitalen Medienwelt

von Wiebke Möhring / Die Bedeutung von Informationen über den eigenen Lebensort ist aus Sicht der Leserinnen und Leser hoch, Informiertsein über das eigene Umfeld ein grundlegendes Bedürfnis. Aus gesellschaftlicher Sicht wird die Bedeutung von Lokaljournalismus als relevant und wichtig eingeschätzt. Warum aber wird dann insbesondere aus publizistischer Sicht oftmals so sorgenvoll auf ihn geblickt? Der Beitrag wirft einen Blick auf Angebot, Zustand und Herausforderungen des Lokaljournalismus. Weiterlesen

Wie kann der Staat Journalismus fördern? Das Erbe von Joseph Pulitzer

von Dr. Carsten Brosda / Mit gezielter Journalismusförderung durch den Staat könnten wir motivieren und konkrete Unterstützung für ein journalistisches Handeln bieten, dass nicht nur empirische Analyse sein will, sondern darauf zielt, Sinnzusammenhänge herzustellen und damit kritisch-emanzipatorische Aufklärungspraxis zu sein. Es gibt vier Handlungsfelder, um den gemeinwohl-orientierten Journalismus zu fördern: ein zeitgemäßer rechtlicher Rahmen, eine verbesserte Ausbildung sowie eine gezielte Unterstützung von Innovationen und die Förderung der „redaktionellen Gesellschaft“. Weiterlesen