Klimaskepsis durch »Alternativmedien«? Strategien und Muster in der Klimaberichterstattung rechter Gegenöffentlichkeiten

Von Luis Paulitsch | Auf sozialen Plattformen gelten »Alternativmedien« als maßgebliche Akteure bei der Verbreitung von Klimaskepsis. Die Inhalte reichen von einseitigen Meinungsbeiträgen bis hin zu klimabezogener Desinformation. Der vorliegende Beitrag analysiert spezifische Strategien deutschsprachiger rechtsalternativer Medien beim Thema Klimaschutz und Energiewende. Als wesentliche Grundlage dienen Beurteilungen durch seriöse Faktencheck-Formate (n=38). Insgesamt konnten vier Muster in der Berichterstattung identifiziert werden, die mutmaßlich zur Klimaskepsis beim Publikum beitragen: (1) Angriffe gegen klimawissenschaftlichen Konsens; (2) unseriöse Quellen und »Experten«; (3) irreführende Wiedergabe; (4) Diskreditierung politischer Gegner:innen.

Der Journalismus in Finnland im Wandel geopolitischer und digitaler Rahmenbedingungen Wie erniedrigende Deepfakes in die politische Kommunikation eingreifen

Von Marcus Bölz | Seit dem NATO-Beitritt Finnlands im Jahr 2023 steht der Journalismus des Landes unter neuen geopolitischen Vorzeichen. Die sicherheitspolitische Neuausrichtung hat nicht nur die politische Berichterstattung verändert, sondern auch die Anforderungen an journalistische Sorgfalt und Quellenprüfung erhöht. Besonders im Fokus steht die russische Desinformationspolitik, die gezielt versucht, das Vertrauen in finnische Medien und Institutionen zu untergraben. Mit digitalen Kampagnen, manipulierten Inhalten und emotionalisierter Rhetorik wird versucht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Finnische Redaktionen reagieren mit erhöhter Transparenz, verstärkten Faktenchecks und internationaler Zusammenarbeit. Der Beitrag analysiert die journalistische Qualität Finnlands im Kontext dieser Entwicklungen sowie die strukturellen Herausforderungen für finnische Journalist:innen – darunter Medienkonzentration, Personalabbau und die Zunahme rechtspopulistischer Plattformen.

Im Kulturkampf Rechte Medien und die Bedeutung von Sicherheitsthemen bei den US-Wahlen 2024

Von Fred Vultee | Die US-Wahl 2024 verdeutlicht, welche politische Sprengkraft eine medial erzeugte oder verstärkte Unsicherheit in der Bevölkerung hat – jenes Gefühl also, kulturelle Werte und das soziale Gefüge seien in Gefahr. Dieses Gefühl wird ununterbrochen durch episodische Nachrichten bestärkt, beispielsweise zu den Themen Migration und Kriminalität. Die einzelnen Informationen müssen nicht falsch sein, durch ständige Wiederholung und besondere Sichtbarkeit einzelner Ereignisse entsteht aber das verzerrte Bild eines Landes, das in einem Notstand und nur durch extreme politische Aktionen zu retten sei. In den USA fördern parteiische Medien wie Fox News solche Vorstellungen eines Kulturkampfes.