Journalistik 1/2018

Kompetenz: Zwischen den Zeilen lesen Zum Selbstverständnis westlicher Expats in der journalistischen Berufsbildung an Universitäten der Vereinigten Arabischen Emirate und Katars

von Andreas Sträter / Wer aus einem westlichen Land kommt und in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder in Katar angehende Journalistinnen und Journalisten unterrichtet, wird zum Grenzgänger. Lehrpläne aus England oder den USA sind nur bedingt oder in einer Light-Version anzuwenden, weil es Tabubereiche gibt. Das Problem: Nicht immer sind bestimmte Grenzen klar formuliert, so dass es bereits zu Ausweisungen kam. Der Aufsatz zeigt und diskutiert die Ergebnisse einer qualitativen Befragung von 19 Expats zum Selbstverständnis in der akademischen Journalistenausbildung am arabischen Golf.

Ausgabe 1/2021, Aufsatz

»Ein Amoklauf, der sich im Kreise des Kapitalismus dreht« Zur Rezeption des Konzepts Stadtguerilla der RAF in linksextremen Zeitschriften Anfang der 1970er Jahre

von Gernot Pürer / Ein Jahr vor Beginn der »Mai-Offensive« von 1972, mit der die »Rote Armee Fraktion« (RAF) jene jahrzehntelange Kampagne von Anschlägen beginnt, die sie zur berüchtigtsten Terrororganisation der deutschen Nachkriegsgeschichte machen wird, publiziert die Gruppe mit dem Konzept Stadtguerilla ihre erste und bedeutendste Propagandaschrift. Dieses Grundsatzprogramm war auch eine öffentlichkeitswirksame Präsentation der Motivationen und zukünftigen Vorhaben der Gruppe. Der Beitrag geht der Frage nach, inwieweit sich die linksextreme publizistische Szene Westberlins zu Beginn der 1970er Jahre mit der Programmatik und dem Weltbild des RAF-Konzepts auseinandergesetzt hat.

Ausgabe 1/2021, Aufsatz

BILD dir dein Afrika Eine Diskursanalyse von Afrika-Repräsentationen in der Bild-Zeitung im Kontext der Covid-19 Pandemie

von Lukas Franziskus Adolphi / Der vorliegende Beitrag ist eine diskursanalytische Untersuchung von Artikeln der BILD-Zeitung über Afrika im Kontext der Covid-19 Pandemie. Ziel ist es, zugrundliegende rassistische, koloniale und somit herrschaftsstützende Logiken sichtbar zu machen. Journalismus wird dabei als diskursives Machtinstrument verstanden, welches Herrschaftszustände entweder stabilisieren oder gefährden kann. Die empirische Analyse zeigt darüber hinaus die subversiven Möglichkeiten und gesellschaftliche Verantwortung journalistischer Arbeit auf.

Ausgabe 1/2021, Aufsatz

Alexandra Borchardt: “Mehr Wahrheit wagen. Warum die Demokratie einen starken Journalismus braucht” und Birk Meinhardt: “Wie ich meine Zeitung verlor. Ein Jahrebuch.”

Rezensiert von Horst Pöttker / »Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit Bedürfnissen und dem Verhalten des Publikums auf der einen und den Zwängen und Möglichkeiten des Journalismus auf der anderen Seite. Sein wichtigstes Anliegen ist: Beide Seiten sollten sich nicht als Gegner verstehen, sondern als Partner, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Idealerweise jenes, das Leben für den Einzelnen und das Zusammenleben in der Gesellschaft ein kleines bisschen besser zu machen.«

Ausgabe 1/2021, Rezension

Tanja Köhler (Hrsg.): Fake News, Framing, Fact-Checking. Nachrichten im digitalen Zeitalter

Rezensiert von Stephan Mündges / Die Nachricht kann mit Fug und Recht als Kernelement des Journalismus bezeichnet werden. Das, was neu, relevant, aktuell ist, wird von Journalist*innen als Nachricht in die Welt getragen. Die Nachricht und mit ihr der Nachrichtenjournalismus sehen sich aber, wie der Journalismus insgesamt, massiven Veränderungen und existenziellen Bedrohungen ausgesetzt: Disintermediation, der Aufstieg digitaler Plattformen und mit ihm verbunden die Revolution von Kommunikationsprozessen, die ökonomische Krise journalistischer Medienunternehmen – um nur einige wenige zu nennen.

Ausgabe 1/2021, Rezension

Editorial

Nicht erst seit Ausbruch der Corona-Seuche entbrennen Debatten darüber, wie frei unsere Gesellschaft ist und welche Rolle unsere Medien spielen…

Ausgabe 1/2021

Konstruktiven Journalismus lehren Wie lösungsorientierter Journalismus als Rollenmodell und Werkzeug zur Journalismusausbildung beitragen kann

von Gabriele Hooffacker / Bringt das Konzept des »konstruktiven Journalismus« Neues für die Journalismuslehre? Der Essay zeigt, dass der Ansatz des konstruktiven Journalismus produktiv und anregend in der Aus- und Fortbildung eingesetzt werden kann. Er hilft bei der Selbstverständigung der Gesellschaft zu Konfliktthemen und entlastet als alternatives Berichterstattungsmuster Journalistinnen und Journalisten. Bei Ereignissen, die als krisenhaft dargestellt werden, kann der konstruktive Journalismus unterschiedliche Lösungswege aufzeigen.

Ausgabe 1/2021, Essay

Political Correctness – eine Gefahr für den Journalismus? Fakten geben die Antwort

von Ingo von Münch / Über Political Correctness (auch: Cancel Culture) ist in vielen Medien viel geschrieben worden. Weniger Beachtung hat bisher die Frage gefunden, ob – und wenn ja: warum – die Political Correctness eine gravierende Gefährdung der Pressefreiheit und damit eine Gefahr für den Journalismus darstellt. Der folgende Debattenbeitrag beantwortet und bejaht diese Frage mit dem Hinweis auf die Stichworte Informationssperren, Themenblockaden, obrigkeitliche Formulierungsvorgaben und Trend zu Intoleranz.

Ausgabe 1/2021, Debatte

Political Correctness und Cancel Culture – eine Frage der Macht! Plädoyer für einen Perspektivwechsel

von Martina Thiele / Die Autorin plädiert für einen Perspektivwechsel in der publizistischen Kontroverse über Political Correctness und Cancel Culture. Statt über einzelne Begriffe und Sprache oder pauschal über Meinungsfreiheit und Zensur zu diskutieren, sollten Privilegiertheit und Macht ins Zentrum der Debatte rücken, zum einen, um zu klären, wer von welcher Position aus den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen kann, zum anderen, um Widersprüche aufzuzeigen. Denn zumeist behaupten diejenigen, die über publizistische Macht verfügen, von Sprechverboten und Zensur bedroht zu sein.

Ausgabe 1/2021, Debatte

Jens Radü: New Digital Storytelling. Anspruch, Nutzung und Qualität von Multimedia-Geschichten

Rezensiert von Wibke Weber / Über digitales Storytelling wurde bereits viel geschrieben, in wissenschaftlichen Artikeln wie in Praxishandbüchern; und im Journalismus haben sich Multimedia-Geschichten längst etabliert. Als Best-Practice-Beispiel und Prototyp fürs multimediale Erzählen wird immer wieder die Multimedia-Reportage Snow Fall (New York Times 2012) zitiert. Warum also noch ein Buch zu diesem Thema?

Ausgabe 1/2021, Rezension

Bernd-Peter Arnold: Die Medien sind an allem Schuld!? Behauptungen – Vermutungen – Erklärungen

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler / Kritik des Journalismus zumal aus Insider-Sicht gibt es derzeit zuhauf und ist wohlfeil. Dennoch hält der Autor, der langjährig Hörfunkjournalist und Wellenchef beim Hessischen Rundfunk war und nun an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz einschlägig lehrt, die verbreitete und tief sitzende »Unkenntnis« über »Struktur und Arbeitsweise der Medien« dafür verantwortlich, dass das im Titel formulierte gängige Vorurteil weiterhin grassiert und sich sogar verfestigt.

Ausgabe 1/2021, Rezension

Editorial Autonomieprobleme

Die Unabhängigkeit des Journalismus zieht sich als Thema in dieser Ausgabe durch etliche Beiträge. Genauer gesagt, die Frage, ob sich…

Ausgabe 03/2020