Journalistik 1/2018

Über kurz oder lang Editorial

Wie lang darf ein Editorial sein? Welche Textmenge ist zumutbar? Wann steigen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, ein, wann aus?…

Ausgabe 2/2021

Eine Analyse von Longform.org Wie journalistische Sammelportale als Orte von Datafizierung und Kuratierung wirken

von Marco Braghieri, Tobias Blanke und Jonathan Gray / Welche Bedeutung haben Sammelportale für großformatige Inhalte im heutigen Journalismus? Dieser Artikel vertritt die These, dass sie als Studienobjekt der Journalismusforschung zunehmend wichtiger werden.

Ausgabe 2/2021, Aufsatz 1 Comment

Wenn Zeitungsleute konstruktiv werden Die Implementierung konstruktiver Berichterstattung bei der Verlagsgruppe Rhein Main – eine redaktionelle Begleitung

von Marc-Christian Ollrog, Megan Hanisch und Amelie Rook / Konstruktiver beziehungsweise lösungsorientierter Journalismus ist en vogue. Neben eigens kreierten Formaten wie Perspective Daily adaptieren auch zunehmend klassische Medienunternehmen das Berichterstattungsmuster. Die Chefredaktionen der zur Verlagsgruppe Rhein Main (VRM) gehörenden Zeitungen riefen 2019 das »Projekt Zukunft« ins Leben, das sich an den Zielen und Methoden des »Konstruktiven Journalismus« orientieren sollte.

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Wie wahr ist mediale Berichterstattung? Über Unsitten und Unwissenheit in der öffentlichen Kommunikation

von Hans Peter Bull / Politischer Journalismus ist der Wahrhaftigkeit verpflichtet. Der Artikel benennt typische Unsitten und Bereiche von Unwissenheit, in denen dieser Anspruch verfehlt wird.

Ausgabe 2/2021, Aufsatz

Frankreichs eigener Murdoch Geld, Medien und Wahlkampf

von Valérie Robert / In Frankreich gab es in den vergangenen Jahren nicht nur einen Umbruch im Parteiensystem, auch die Medienlandschaft veränderte sich. Der Einfluss großer Konzerne und Unternehmer kann dabei die innere Pressefreiheit gefährden und eine politische Bewegung nach rechts verstärken. Der Beitrag analysiert vor dem Hintergrund des einsetzenden Wahlkampfs die aktuellen Entwicklungen auf dem französischen Medienmarkt, insbesondere die Bedeutung des Mischkonzerns TF1 und des Milliardärs Vincent Bolloré.

Ausgabe 2/2021, Essay

Anregen, aufklären, streiten Zehn Thesen für einen starken Journalismus in einer digitalen Medienwelt

von Oliver Günther und Tanjev Schultz / Die Digitalisierung verändert die Abläufe und Arbeitsweisen im Journalismus. Er darf sich dabei nicht einer Markt- und Produktlogik unterwerfen. Nötig ist eine Reflexion der journalistischen Ansprüche und Ziele. In zehn Thesen umreißt der Beitrag die Spannung zwischen journalistischer Autonomie und technologischem Wandel.

Ausgabe 2/2021, Debatte

Michael Haller (2020): Die Reportage. Theorie und Praxis des Erzähljournalismus

Rezensiert von Steven Thomsen / Bereits vor über 30 Jahren hat der Geist dieses Buches den langen Marsch durch die Institutionen angetreten. Frauen und Männer im Printjournalismus, denen in Studium oder Ausbildung Michael Hallers Die Reportage an die Hand gegeben wurde, lehren und forschen heute selbst, stehen Ressorts und Redaktionen vor, leiten Volontär*innen an oder bilden Redakteur*innen und Reporter*innen weiter.

Ausgabe 2/2021, Rezension

Claudia Mast, Georg Spachmann, Katharina Georg (2019): »Den Mächtigen auf die Finger schauen«. Zur Zukunft gedruckter Tageszeitungen in der Region

Rezensiert von Silke Fürst / Der Lokaljournalismus wurde von der Journalismusforschung in den vergangenen Jahrzehnten eher wenig beachtet (vgl. Arnold/Wagner 2018; Hanusch 2015). Zuletzt erlebte dieser Forschungsbereich aber eine Blüte (siehe z. B. Gulyas/Baines 2020a: 1; Jenkins 2019; Örnebring et al. 2020). Das hängt mit der wichtigen Funktion des Lokaljournalismus und den gleichzeitigen Herausforderungen der Digitalisierung und des Wettbewerbs um Aufmerksamkeit und Werbeeinnahmen zusammen.

Ausgabe 2/2021, Rezension

Mandy Tröger (2019): Pressefrühling und Profit. Wie westdeutsche Verlage 1989/1990 den Osten eroberten

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler / Dass der politischen Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 – oder korrekter: dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland – die wirtschaftliche Einverleibung oder Unterwanderung in Form von Fusionen, Joint-Ventures, Preispolitik oder geheimen Absprachen des kapitalstarken Westens vorausging, ist hinlänglich bekannt und vielfach erforscht. Ein besonders symptomatisches und folgenreiches Beispiel sei die aggressive Einverleibung und Neustrukturierung des DDR-Pressemarktes nach westdeutschem Vorbild gewesen, so Mandy Tröger.

Ausgabe 2/2021, Rezension

Florian Wintterlin (2019): Quelle: Internet. Journalistisches Vertrauen bei der Recherche in sozialen Medien. Baden-Baden: Nomos

Rezensiert von Guido Keel / Das Internet ist in den letzten fünfzehn Jahren zum zentralen Rechercheinstrument von Journalistinnen und Journalisten geworden. Während ursprünglich noch die Frage gestellt wurde, wie im Journalismus mit diesem neuen Informationsmedium umgegangen werden soll, interessiert das angesichts der Ubiquität der Online-Recherche und der Institutionalisierung der Online-Kommunikation bei öffentlichkeitsrelevanten Organisationen und Akteuren heute kaum mehr.

Ausgabe 2/2021, Rezension

Kompetenz: Zwischen den Zeilen lesen Zum Selbstverständnis westlicher Expats in der journalistischen Berufsbildung an Universitäten der Vereinigten Arabischen Emirate und Katars

von Andreas Sträter / Wer aus einem westlichen Land kommt und in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder in Katar angehende Journalistinnen und Journalisten unterrichtet, wird zum Grenzgänger. Lehrpläne aus England oder den USA sind nur bedingt oder in einer Light-Version anzuwenden, weil es Tabubereiche gibt. Das Problem: Nicht immer sind bestimmte Grenzen klar formuliert, so dass es bereits zu Ausweisungen kam. Der Aufsatz zeigt und diskutiert die Ergebnisse einer qualitativen Befragung von 19 Expats zum Selbstverständnis in der akademischen Journalistenausbildung am arabischen Golf.

Ausgabe 1/2021, Aufsatz

»Ein Amoklauf, der sich im Kreise des Kapitalismus dreht« Zur Rezeption des Konzepts Stadtguerilla der RAF in linksextremen Zeitschriften Anfang der 1970er Jahre

von Gernot Pürer / Ein Jahr vor Beginn der »Mai-Offensive« von 1972, mit der die »Rote Armee Fraktion« (RAF) jene jahrzehntelange Kampagne von Anschlägen beginnt, die sie zur berüchtigtsten Terrororganisation der deutschen Nachkriegsgeschichte machen wird, publiziert die Gruppe mit dem Konzept Stadtguerilla ihre erste und bedeutendste Propagandaschrift. Dieses Grundsatzprogramm war auch eine öffentlichkeitswirksame Präsentation der Motivationen und zukünftigen Vorhaben der Gruppe. Der Beitrag geht der Frage nach, inwieweit sich die linksextreme publizistische Szene Westberlins zu Beginn der 1970er Jahre mit der Programmatik und dem Weltbild des RAF-Konzepts auseinandergesetzt hat.

Ausgabe 1/2021, Aufsatz