Die elendige Parole zum Elend der Medien

von Alexis von Mirbach / Dass Siegfried Weischenberg und Michael Meyen eine Fehde führen, ist kein Geheimnis in der Kommunikationswissenschaft und die einzig logische Erklärung, warum unser Buch Das Elend der Medien zu einem Feld namens Alternative Medien-Kritik (AMK) zählen soll. Die AMK sei einseitig, eindeutig, kompromisslos, aggressiv, scharf im Ton und lasse es ganz schön krachen, definiert Weischenberg.

Von wissenschaftlicher Relativierung und Differenzierung Warum Siegfried Weischenbergs Einschätzung von Noam Chomskys Propaganda-Ansatz falsch ist

von Florian Zollmann / Siegfried Weischenberg erachtet Noam Chomskys Propaganda-Ansatz als wegweisend für eine Alternative Medien-Kritik (AMK). Laut Weischenberg fehle es der AMK an Ausgewogenheit sowie wissenschaftlicher Relativierung und Differenzierung. Wie der folgende Beitrag zeigt, ist Weischenbergs Abhandlung von Chomskys Propaganda-Ansatz fehlerhaft und nicht im Einklang mit der Fachliteratur.

Journalismus in Zeiten des Tech-Sponsoring? Eine These für einen stärkeren Journalismus in der digitalen Medienwelt

von Mandy Tröger / Aufbauend auf dem Beitrag von Günther und Schultz »Zehn Thesen für einen starken Journalismus in einer digitalen Medienwelt« bietet dieser Beitrag eine elfte These: Guter digitaler Journalismus problematisiert neue strukturelle Abhängigkeiten durch Tech-Sponsoring. Denn Journalismusfinanzierung durch Konzerne wie Google oder Facebook unterwirft digitalen Journalismus neuen Markt- und Produktlogiken, beispielsweise durch die Bereitstellung der digitalen Infrastruktur.

Anregen, aufklären, streiten Zehn Thesen für einen starken Journalismus in einer digitalen Medienwelt

von Oliver Günther und Tanjev Schultz / Die Digitalisierung verändert die Abläufe und Arbeitsweisen im Journalismus. Er darf sich dabei nicht einer Markt- und Produktlogik unterwerfen. Nötig ist eine Reflexion der journalistischen Ansprüche und Ziele. In zehn Thesen umreißt der Beitrag die Spannung zwischen journalistischer Autonomie und technologischem Wandel.

Political Correctness – eine Gefahr für den Journalismus? Fakten geben die Antwort

von Ingo von Münch / Über Political Correctness (auch: Cancel Culture) ist in vielen Medien viel geschrieben worden. Weniger Beachtung hat bisher die Frage gefunden, ob – und wenn ja: warum – die Political Correctness eine gravierende Gefährdung der Pressefreiheit und damit eine Gefahr für den Journalismus darstellt. Der folgende Debattenbeitrag beantwortet und bejaht diese Frage mit dem Hinweis auf die Stichworte Informationssperren, Themenblockaden, obrigkeitliche Formulierungsvorgaben und Trend zu Intoleranz.

Political Correctness und Cancel Culture – eine Frage der Macht! Plädoyer für einen Perspektivwechsel

von Martina Thiele / Die Autorin plädiert für einen Perspektivwechsel in der publizistischen Kontroverse über Political Correctness und Cancel Culture. Statt über einzelne Begriffe und Sprache oder pauschal über Meinungsfreiheit und Zensur zu diskutieren, sollten Privilegiertheit und Macht ins Zentrum der Debatte rücken, zum einen, um zu klären, wer von welcher Position aus den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen kann, zum anderen, um Widersprüche aufzuzeigen. Denn zumeist behaupten diejenigen, die über publizistische Macht verfügen, von Sprechverboten und Zensur bedroht zu sein.

Desinfektionsjournalismus Die Corona-Berichterstattung ist kein Leuchtturm der Orientierung

von Timo Rieg / Die journalistische Berichterstattung über die Corona-Pandemie hat viele grundsätzlich bekannte Defizite gezeigt. Vor allem Recherche und Meinungsvielfalt kamen zu kurz. Entscheidende Fragen wurden vom Journalismus nicht gestellt, kritische Stimmen nicht gesucht. Gleichzeitig hat die Politik Maßnahmen ergriffen, die noch viele Jahre lang Wirkungen und Nebenwirkungen zeigen werden und für die der demokratische Souverän mangels Beteiligung keine Verantwortung tragen kann.