Alexandra Borchardt: “Mehr Wahrheit wagen. Warum die Demokratie einen starken Journalismus braucht” und Birk Meinhardt: “Wie ich meine Zeitung verlor. Ein Jahrebuch.”

Rezensiert von Horst Pöttker / »Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit Bedürfnissen und dem Verhalten des Publikums auf der einen und den Zwängen und Möglichkeiten des Journalismus auf der anderen Seite. Sein wichtigstes Anliegen ist: Beide Seiten sollten sich nicht als Gegner verstehen, sondern als Partner, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Idealerweise jenes, das Leben für den Einzelnen und das Zusammenleben in der Gesellschaft ein kleines bisschen besser zu machen.«

Tanja Köhler (Hrsg.): Fake News, Framing, Fact-Checking. Nachrichten im digitalen Zeitalter

Rezensiert von Stephan Mündges / Die Nachricht kann mit Fug und Recht als Kernelement des Journalismus bezeichnet werden. Das, was neu, relevant, aktuell ist, wird von Journalist*innen als Nachricht in die Welt getragen. Die Nachricht und mit ihr der Nachrichtenjournalismus sehen sich aber, wie der Journalismus insgesamt, massiven Veränderungen und existenziellen Bedrohungen ausgesetzt: Disintermediation, der Aufstieg digitaler Plattformen und mit ihm verbunden die Revolution von Kommunikationsprozessen, die ökonomische Krise journalistischer Medienunternehmen – um nur einige wenige zu nennen.

Jens Radü: New Digital Storytelling. Anspruch, Nutzung und Qualität von Multimedia-Geschichten

Rezensiert von Wibke Weber / Über digitales Storytelling wurde bereits viel geschrieben, in wissenschaftlichen Artikeln wie in Praxishandbüchern; und im Journalismus haben sich Multimedia-Geschichten längst etabliert. Als Best-Practice-Beispiel und Prototyp fürs multimediale Erzählen wird immer wieder die Multimedia-Reportage Snow Fall (New York Times 2012) zitiert. Warum also noch ein Buch zu diesem Thema?

Bernd-Peter Arnold: Die Medien sind an allem Schuld!? Behauptungen – Vermutungen – Erklärungen

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler / Kritik des Journalismus zumal aus Insider-Sicht gibt es derzeit zuhauf und ist wohlfeil. Dennoch hält der Autor, der langjährig Hörfunkjournalist und Wellenchef beim Hessischen Rundfunk war und nun an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz einschlägig lehrt, die verbreitete und tief sitzende »Unkenntnis« über »Struktur und Arbeitsweise der Medien« dafür verantwortlich, dass das im Titel formulierte gängige Vorurteil weiterhin grassiert und sich sogar verfestigt.

Michael Haller, Walter Hömberg (Hrsg.): »Ich lass mir den Mund nicht verbieten!«. Journalisten als Wegbereiter der Pressefreiheit und Demokratie.

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler | »Ich habe die Redefreiheit niemals als eine generelle Erlaubnis zum Fälschen verstanden, als Spielweise, wo aus eigener Machtvollkommenheit ohne Respekt vor den Tatsachen behauptet werden kann, was einem gerade gefällt«. Das ist keine zeitgenössische Mahnung aus der Ära von Fake News, Hate Speech und Echokammern, sondern sie stammt von Daniel Defoe, dem englischen Schriftsteller und Journalisten. Weiterlesen

Lauren Lucia Seywald: Investigativer Journalismus in Österreich. Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer Berichterstattungsform

Rezensiert von Boris Romahn | Lauren Lucia Seywald ist Master-Absolventin des Wiener Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, freie Journalistin und Projektleiterin bei ichschreibe.at. In dem vorliegenden Buch verfolgt sie zwei Ziele: zum einen Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren für investigativen Journalismus zu ergründen, zum anderen mehr über das berufliche Selbstverständnis von Medienmacher*innen, die ›investigative reporting‹ betreiben, zu erfahren. Weiterlesen

Thomas Hanitzsch, Josef Seethaler, Vinzenz Wyss (Hrsg.): Journalismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz Rezensiert von Roger Blum

Das Buch ist eine Premiere: Schon mehrmals wurde der Journalismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht, aber noch nie gemeinsam und mit identischen Fragen. Allerdings überfällt einen bei der Lektüre zunächst gähnende Langeweile, weil die Ergebnisse der Studie nichts Neues über die 41.000 deutschen, 4.000 österreichischen und 10.000 schweizerischen Journalistinnen und Journalisten vermitteln. Doch dann kommt es faustdick und brisant: Die befragten Medienleute schreiben sich zu über 90 Prozent die Rolle der neutralen Informationsvermittlung zu, stufen aber die Rolle der Kritik und Kontrolle als nahezu vernachlässigbar ein. Weiterlesen

Katherine M. Engelke: Die journalistische Darstellung von Vertrauen, Misstrauen und Vertrauensproblemen im Kontext der Digitalisierung Rezensiert von Beatrice Dernbach

Vertrauen ist das Schlagwort der Moderne. Wer vertraut wem und warum? Oder vielmehr: Warum wird wem nicht (mehr) vertraut? Wächst das Misstrauen gegenüber politischen und ökonomischen Akteuren? Seit 20 Jahren erforscht die PR-Agentur Edelman weltweit das Vertrauen in Regierungen, Nicht-Regierungsorganisationen, Wirtschaft und Medien (https://www.edelman.de/research/edelman-trust-barometer-2020). Leider ist dieser Link in der sonst sehr umfangreichen Bibliographie der Dissertation von Katherine M. Engelke nicht zu finden. Das ist nicht problematisch, hätte aber einen weiteren Blick in empirische Erkenntnisse des Forschungsgegenstandes ermöglicht. Diese Anmerkung ist allerdings angesichts der Gesamtleistung der Autorin eine Petitesse. Weiterlesen