Die Top 10 des Buchjournalismus Hinweise auf lesenswerte Bücher von Journalist*innen

von Fritz Hausjell / Wolfgang R. Langenbucher; Mitarbeit: Maria Beinborn / Die Idee, die besten Bücher von Journalist*innen auszuwählen und vorzustellen, ist ein Projekt des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, mitbegründet von Hannes Haas (1957-2014), zusammengestellt von Wolfgang R. Langenbucher und Fritz Hausjell. Mit der Journalistik ist nun ein neuer Publikationsort gefunden.

Wilhelm Kempf: Friedensjournalismus. Grundlagen, Forschungsergebnisse und Perspektiven

Rezensiert von Ralf Spiller / Der Begriff des Friedensjournalismus taucht bereits um 1900 zum ersten Mal auf, die sozialwissenschaftliche Forschung beschäftigt sich seit etwa 25 Jahren mit dem Konzept. Doch was genau ist Friedensjournalismus? Ein Journalismus über den Frieden? Ein normatives Konzept, wie Berichterstattung erfolgen sollte? Oder vielleicht noch etwas anderes? Kempfs kurzes Buch bringt auf 160 Seiten Licht ins Dunkel.

Bernadette Uth: Hochwertig, transparent, publikumsnah. Eine qualitative Analyse redaktioneller Strategien der Vertrauensbildung im Journalismus, und Nina Elvira Steindl: Geleitet von Vertrauen? Determinanten und Konsequenzen des Vertrauens von JournalistInnen in Deutschland

Rezensiert von Beatrice Dernbach / Vertrauen ist eines der Buzzwords in der öffentlichen Kommunikation der vergangenen Jahre. Vertrauen Menschen in Krisenzeiten der Wissenschaft – wie es das Wissenschaftsbarometer von Wissenschaft im Dialog belegt –, so genießen PolitikerInnen und JournalistInnen nicht viel davon. Das Vertrauen in (!) Journalismus wird in der empirischen Forschung häufig und noch immer mit Medienvertrauen gleichgesetzt, obwohl es nicht das Gleiche ist.

Astrid Blome, Tobias Eberwein, Stefanie Averbeck-Lietz (Hrsg.): Medienvertrauen. Historische und aktuelle Perspektiven. Reihe: Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler / In den Jahren 2014/15, mit der (ersten) Ukraine-Krise und den mächtigen Fluchtbewegungen – so ist vielfach zu lesen – kam in Deutschland der Vorwurf der »Lügenpresse« auf. Die anerkannten Medien gerieten unter enormen Legitimationsdruck. Das bislang für fast selbstverständlich gehaltene Vertrauen in die Qualitätsmedien und in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sank; Medienkritik wurde vielfach Systemkritik.

Marlis Prinzing, Roger Blum (Hrsg.): Handbuch Politischer Journalismus.

Rezensiert von Sascha Thürmann / Mit dem Handbuch Politischer Journalismus wagen Marlis Prinzing und Roger Blum das »Experiment«, den Politischen Journalismus in modernen, europäischen Demokratien gesamthaft darzustellen. Dass das angesichts der Vielfalt und der zentralen Bedeutung des Politischen Journalismus eine große Herausforderung darstellt, steht außer Frage. Denn bislang fehlt es im deutschsprachigen Raum an vergleichbaren Publikationen.

Jennifer Wladarsch: Metakommunikation und die Qualität des Journalismus

Rezensiert von Fabian Prochazka / In digitalen Öffentlichkeiten steht das journalistische Angebot nicht mehr für sich allein. Kaum ein Artikel findet seine Leser:innen ohne Kommentare, Like-Zahlen oder eine freundliche Empfehlung aus der Familien-WhatsApp-Gruppe. Wie prägt diese ›Metakommunikation‹ die Qualitätsurteile von Rezipient:innen? Was macht es mit unserer Wahrnehmung vom Journalismus, wenn er uns ständig gemeinsam mit Meinungen anderer Menschen präsentiert wird?

Sven Preger: Geschichten erzählen. Storytelling für Radio und Podcast. Wiesbaden: Springer VS

Rezensiert von Lukas Herzog Mit Podcasts und Storytelling bringt Sven Preger in seinem Praktiker-Handbuch aus der Gelben Reihe zwei aktuell diskutierte Phänomene zusammen. Und so kommt auch er nicht am Auslöser des andauernden Podcast-Booms vorbei, der amerikanischen Produktion Serial, auf die er gleich zu Beginn zu sprechen kommt, um mit einigen, seiner Meinung nach häufigen Missverständnissen zum Erfolg der Serie aufzuräumen. Der ist Preger zufolge nämlich vor allem der handwerklich exzellent umgesetzten Erzählung geschuldet.

Michael Müller: Politisches Storytelling. Wie Politik aus Geschichten gemacht wird. Köln: Herbert von Halem

Rezensiert von Ralf Spiller / Die Begriffe Storytelling und Narrative seien Modebegriffe geworden, konstatiert Michael Müller gleich auf der ersten Seite seines Buches. Sie würden sehr unterschiedlich, zum Teil auch negativ bewertet werden. Als »Storytelling Animals« würden wir Menschen in weiten Bereichen aber nun mal in narrativen Strukturen denken.

Konrad Dussel: Bilder als Botschaft. Bildstrukturen deutscher Illustrierter 1905–1945 im Spannungsfeld von Politik, Wirtschaft und Publikum. Unter Mitwirkung von Patrick Rössler

Rezensiert von Ursula E. Koch / 2019 kann für die Geschichte der Presseillustrationen, vor dem Fernsehzeitalter das wichtigste allgemein zugängliche Bildmedium, als ein Bestjahr angesehen werden. In diesem Jahr erschien sowohl das faktenreiche »Künstlerlexikon« Bilder in der Presse des Kunst- und Kulturhistorikers Detlef Lorenz als auch die vorliegende Publikation des auf Mediengeschichte spezialisierten Mannheimer Historikers Konrad Dussel. Der Titel seines Werkes, eine Pionierarbeit, bezieht sich auf die vor mehr als 50 Jahren von dem kanadischen Philosophen und Kommunikationstheoretiker Marshall McLuhan aufgestellte These »Das Medium ist die Botschaft«.