Ausgabe 01/2018

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Der Journalismus ist infolge des digitalen Medien- und Kulturumbruchs in eine Krise geraten. Sie führt zu einem Wandel dessen, was ein Jahrhundert lang – aufgrund inzwischen veränderter historischer Entstehungsbedingungen – unter diesem Beruf verstanden wurde. In dieser Situation gilt es, das herkömmliche Konzept von journalistischer Professionalität zu überprüfen: Was muss bleiben, weil die journalistische Öffentlichkeitsaufgabe für moderne Gesellschaften nach wie vor lebenswichtig ist? Was muss sich aber auch ändern oder ändert sich schon? Weiterlesen…

Allgemein itemprop="discussionURL"

Aufsätze

Wie wirkt Konstruktiver Journalismus? Ein neues Berichterstattungsmuster auf dem Prüfstand

von Klaus Meier / Der Konstruktive Journalismus will nicht nur Probleme und Missstände darstellen, sondern auch den Blick in die Zukunft richten und Lösungsansätzen und Handlungsmöglichkeiten recherchieren, Perspektiven und Hoffnung zeigen. Seit 2015 hat die Zahl der Redaktionen zugenommen, die dieses neue Berichterstattungsmuster verfolgen. Konstruktiver Journalismus will bestimmte Effekte beim Publikum erreichen – auf der Mikroebene der Nutzer, auf der Mesoebene der Bindung an ein Medienunternehmen und auf der Makroebene des Fortschritts der Gesellschaft. Weiterlesen…

Ausgabe 01/2018, Aufsatz itemprop="discussionURL"4 Comments

Was Journalisten von Erich Kästner lernen können Im Werk des Publizisten verschwimmen die Grenzen zwischen Journalismus und Literatur

von Gunter Reus / Die Lektüre von Kästners Werk ist nicht nur produktiv für die Weiterentwicklung der Journalistik als Wissenschaft, sondern auch für die journalistische Praxis. Kästner legte an seine literarischen Texte journalistische Kriterien an, so wie er seine journalistischen Texte literarisch formte. Er ließ ineinanderfließen, was in Deutschland gern säuberlich getrennt und sehr unterschiedlich bewertet wird. Er führte die Sphären Journalismus und Literatur aus Überzeugung zusammen und erhob das Prinzip Öffentlichkeit nicht nur als junger Reporter in Leipzig, sondern in seinem gesamten Lebenswerk zur Maxime. Weiterlesen…

Ausgabe 01/2018, Aufsatz itemprop="discussionURL"

„Die Zukunft ist frei!” Eine Bestandsaufnahme des freien Journalismus in Deutschland

von Nina Steindl, Corinna Lauerer, Thomas Hanitzsch / Obwohl freiberuflich tätige Journalist*innen den deutschen Journalismus zunehmend prägen, ist der Forschungsstand zu dieser Gruppe äußerst überschaubar. Der vorliegende Beitrag geht deshalb der Frage nach, wer die Freien sind, wo sie arbeiten und wie sie ihre Rolle als Journalist*innen wahrnehmen. Die Basis der Analysen bilden 137 standardisierte Interviews mit hauptberuflichen freien Journalist*innen, die in der zweiten Welle der Worlds of Journalism Study in Deutschland geführt wurden. Es zeigt sich, dass Freie vor allem im Rundfunk, bei Zeitschriften und im Online-Bereich tätig sind. Trotz paralleler Tätigkeit für meist mehrere Medien ist ihr Einkommen eher gering. Von ihren festangestellten Kolleg*innen unterscheidet sie die etwas geringere redaktionelle Autonomie. Bestechende Ähnlichkeit weisen sie hingegen hinsichtlich der eher linksorientierten politischen Einstellung und dem journalistischen Rollenverständnis auf. Die Unterhaltungs- und Ratgeberrolle ist unter den Freien von geringerer Bedeutung. Weiterlesen…

Ausgabe 01/2018, Aufsatz itemprop="discussionURL"3 Comments

Essay

Warum die Berichterstattung über Europa so langweilig ist

von Friederike Herrmann / Für die Lustlosigkeit vieler Bürgerinnen und Bürger, an europäischen Wahlen teilzunehmen, machen Wissenschaftler nicht nur Politiker und desinteressierte Bürger verantwortlich, sondern auch die Medien. Es fehlt ein neues Narrativ für Europa. Weiterlesen…

Ausgabe 01/2018, Essay itemprop="discussionURL"

Debatte

Wann darf die Nationalität von Straftätern genannt werden? Journalistische Antidiskriminierungsregeln und der Migrationsdiskurs in Deutschland und Österreich

von Petra Herczeg und Horst Pöttker / In dem Text werden aus deutscher und österreichischer Perspektive die Regelungen des Presserates im Umgang mit Antidiskriminierungsregeln am Beispiel der Migrations- und Flüchtlingsproblematik beschrieben, kommentiert und analysiert. Diese berufsethischen Fragen sind sowohl aus integrations- als auch aus medienpolitischer Perspektive relevant. Das Ziel des Beitrags ist es, für das Problem der Diskriminierung von Migranten in der Öffentlichkeit zu sensibilisieren und aufzuzeigen wie sich unterschiedliche Spruchpraxen auf den öffentlichen Diskurs auswirken können. Der Beitrag ist so aufgebaut, dass die Autoren wechselseitig auf ein Kapitel reagieren. Weiterlesen…

Ausgabe 01/2018, Debatte itemprop="discussionURL"

Rezensionen

Uwe Krüger: Mainstream. Warum wir den Medien nicht mehr trauen rezensiert von Guido Keel

Deutschland hat ein Problem mit seinem Journalismus. Von dieser Feststellung ausgehend, nimmt sich der Leipziger Medienwissenschaftler Uwe Krüger der Frage an, woran es liegt, dass in den vergangenen Jahren die Bevölkerung gegenüber den Medien offenbar immer misstrauischer und kritischer geworden ist. Und zwar nicht nur bei denen, die laut über die „Lügenpresse“ schimpfen, sondern quer durch das politische Spektrum. Weiterlesen…

Ausgabe 01/2018, Rezension itemprop="discussionURL"1 Comment

Irma Nelles: Der Herausgeber. Erinnerungen an Rudolf Augstein rezensiert von Beatrice Dernbach

Sie beginnt mit dem Abschied. Rudolf Augstein liegt am 31. Oktober 2002 mit einer schweren Lungenentzündung im Israelitischen Krankenhaus Hamburg. Er stirbt einige Tage später, am 7. November, kurz nach seinem 79. Geburtstag. Auf der Taxifahrt nach Hause beginnt sie zu weinen. „Was Schlimmes passiert?“, fragt der Fahrer. „Nein, etwas Normales.“ – „Ihr Freund?“ Sie denkt: „… in seltenen, flüchtigen Augenblicken waren wir sogar befreundet“. Irma Nelles, geboren 1946, stieß im Sommer 1973 über das Bonner Büro zum Spiegel. Weiterlesen…

Ausgabe 01/2018, Rezension itemprop="discussionURL"

Lorenz Matzat: Datenjournalismus. Methode einer digitalen Welt rezensiert von Holger Müller

Quo vadis? Wenn es um die Zukunft des Journalismus im digitalen Wandel geht, fallen in akademischen Beiträgen und Redaktionen häufig ähnliche Schlagworte: Crossmedia, Communities und Datenjournalismus. Jede dieser Herangehensweisen stellt für sich genommen eine Methode dar, das Internet als Plattform zu nutzen, um kurzfristig Aufmerksamkeit und langfristig Erlöse zu generieren. Vor den Erlösen steht allerdings zunächst der Aufwand, wie Lorenz Matzat exemplarisch in seinem Buch Datenjournalismus. Methode einer digitalen Welt zeigen möchte. Weiterlesen…

Ausgabe 01/2018, Rezension itemprop="discussionURL"

Lars Bauernschmitt, Michael Ebert: Handbuch des Fotojournalismus rezensiert von Evelyn Runge

Das „Handbuch des Fotojournalismus“ gibt einen breiten Überblick über „Geschichte, Ausdrucksformen, Einsatzgebiete und Praxis“, wie der Untertitel verspricht. Es lebt von der praktischen Expertise des Autoren-Teams Lars Bauernschmitt und Michael Ebert. Beide haben jahrzehntelange Erfahrung in der deutschen Fotobranche. Weiterlesen…

Ausgabe 01/2018, Rezension itemprop="discussionURL"

Tim Kukral: Arbeitsbedingungen freier Auslandskorrespondenten rezensiert von Julia Lönnendonker

Auslandskorrespondent – das klingt für viele angehende Journalisten nach prestigeträchtigem Traumberuf. Wie sehen aber – abseits festangestellter Korrespondentenstellen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – die Arbeitsbedingungen freier Auslandskorrespondenten aus? Und wie hat sich ihre Situation im Zuge der Medienkrise und den dadurch bedingten ökonomischen Zwängen entwickelt? Profitieren sie gar vom Abbau fester Korrespondentenstellen, indem sie Lücken füllen, die zuvor von festangestellten Kollegen bedient wurden oder bekommen ,Freie’ ebenso zu spüren, dass die Ausgaben für die Auslandsberichterstattung zurückgefahren werden? Weiterlesen…

Ausgabe 01/2018, Rezension itemprop="discussionURL"