Berit von der Lippe, Rune Ottosen (Hrsg.): Gendering War and Peace Reporting rezensiert von Julia Lönnendonker

Der Sammelband „Gendering War and Peace Reporting“ von Ottosen und von der Lippe untersucht die Rolle von Gender in der Kriegsberichterstattung. Die Berichterstattung über Kriege ist traditionell männlich besetzt. Die Herausgeber fragen, ob sich durch die zunehmende Präsenz von Frauen einerseits als Kriegsreporterinnen und andererseits auch als Funktionärinnen im Militär und in der Politik die Berichterstattung von der Front verändert hat und ob die weibliche Perspektive zu einer stärkeren Beschäftigung mit den Kriegsopfern als den bislang dominierenden technischen und strategischen Aspekten des Kriegs führen wird. Weiterlesen

Hans Mathias Kepplinger: Totschweigen und Skandalisieren rezensiert von Guido Keel

Journalisten machen Fehler – wie alle anderen Berufsleute auch. Für den lang gedienten Mainzer Kommunikationswissenschaftler Hans Mathias Kepplinger haben diese Fehler aber eine größere Relevanz: Er sieht sie im direkten Zusammenhang mit dem Vertrauensverlust in die Medien. Daraus resultiere ein Problem für die demokratische Gesellschaft, die darauf angewiesen ist, dass die Bürgerinnen und Bürger den Medien vertrauen.

Es sind deshalb die Journalisten selbst, die für diese Entwicklung mitverantwortlich sind. Denn, so Kepplinger, Journalisten haben sich inzwischen so weit von der Gesellschaft entfremdet (vgl. 173), dass sie in ihrer Wahrnehmung als gemeinwohlorientierte Aufklärer über dem Rest der Gesellschaft stehen. Sie denken, es besser zu wissen als andere (vgl. 171). Dabei wenden sie insbesondere zwei problematische Praktiken an: Sie skandalisieren an sich unproblematische Ereignisse, und sie verschweigen Fakten, die einen Umstand erklären oder zu einer alternativen Schlussfolgerung führen könnten. Außerdem haben sie blinde Flecken, wenn es um die Thematisierung (eigener) journalistischer Fehlleistungen geht (vgl. 113, 140ff.).

Lars Rinsdorf: Redaktionelle Strategien entwickeln rezensiert von Kristina Wied

Die Medienlandschaft verändert sich tagtäglich. Digitalisierung und technologische Innovationen treiben diese Veränderungen wesentlich an. Damit wandeln sich auch die Rahmenbedingungen, unter denen Journalismus in Redaktionen entsteht. Wie können Medienhäuser darauf reagieren? Durch planvolles Handeln und mit Hilfe redaktioneller Strategien, wie Lars Rinsdorf in seinem Buch Redaktionelle Strategien entwickeln vielschichtig ausführt. Weiterlesen

Deutscher Fachjournalisten-Verband (Hrsg.): Journalistische Genres rezensiert von Hans-Dieter Kübler

36 verschiedene Haltungen, Herangehensweisen, Methoden und Konzepte des journalistischen Arbeitens porträtieren zahlreiche Beiträgerinnen und Beiträger im Sammelband „Journalistische Genres“ des Deutscher Fachjournalisten-Verbands. Die dafür vorgeschlagenen Bezeichnungen sind ungewöhnlich, längst noch nicht hinreichend eingeführt und viele ihrer Ansätze, Intentionen und Funktionen überschneiden sich auch. Weiterlesen

Volker Lilienthal, Irene Neverla (Hrsg.): Lügenpresse rezensiert von Marlis Prinzing

Verschweigen Medien bewusst negative Fakten über Flüchtlinge oder Muslime, unterstellen sie dem russischen Präsidenten Putin im Ukraine-Konflikt grundlos Böses? Sind sie Sprachrohre irgendwelcher Eliten und führen sie so das breite Publikum an der Nase herum. Um Antworten zu finden, ließen die Kommunikationswissenschaftler Irene Neverla und Volker Lilienthal in einer gezielt auch an Bürgerinnen und Bürger gerichteten Ringvorlesung an der Universität Hamburg 16 Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis vortragen und bündelten sie in einem gut lesbar geschriebenen Sammelband Lügenpresse. Anatomie eines politischen Kampfbegriffs. Weiterlesen

Barbara Brandstetter, Steffen Range: Wirtschaft. Basiswissen für die Medienpraxis rezensiert von Ralf Spiller

Barbara Brandstetter und Steffen Range gehen in ihrem kompakten Buch Wirtschaft aus der Reihe Basiswissen für die Medienpraxis der Fragestellung nach, warum für viele Menschen der Wirtschaftsjournalismus so unpopulär ist. Doch die beiden Autoren beantworten nicht nur diese Frage und geben Tipps, wie ein besserer aussehen könnte. Sie zeichnen vielmehr knapp und mit klaren Strichen eine Landkarte des Wirtschaftsjournalismus in Deutschland. Weiterlesen

Jan Fredrik Hovden, Gunnar Nygren, Henrika Zilliacus-Tikkanen: Becoming a Journalist rezensiert von Volker Banholzer

Der Begriff des nordischen Modells hat seit langer Zeit Konjunktur in politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten in Kontinentaleuropa und vor allem in Deutschland. Auch im Mediensystem und in der Ausbildung von Journalisten werden Vergleiche herangezogen. Die Ausbildung von Journalisten nach einem identifizierbaren nordischen Modell stellt denn auch der zu besprechende Sammelband in den Fokus. Weiterlesen