Martina Thiele: Medien und Stereotype rezensiert von Wolfgang R. Langenbucher

Will man dieser Salzburger Habilitationsschrift als Rezensent gerecht werden, sollte man die Lektüre nicht am Beginn des Buches mit Dank und Einleitung beginnen, sondern mit der Literatur ab Seite 397. Das Inhaltsverzeichnis hält nicht fest, dass dieser Anhang bis zu Seite 501 geht, also über mehr als hundert Seiten. Damit stellt sich Autorin Martina Thiele zunächst einmal selbst ein glänzendes Urteil aus: eindrucksvolle Literaturkenntnis, konsequente Inter- und Transdisziplinarität, geduldige Recherche und eine kaum Grenzen kennende Neugierde auf den seit Jahrzehnten anhaltenden Erkenntnisprozess, den Publikationen unterschiedlichster Art dokumentieren. Weiterlesen

Barbara Thomaß (Hrsg.): Migration und Vielfalt im öffentlichen Rundfunk rezensiert von Petra Herczeg

Die Anthologie von Barbara Thomaß hat ihre Grundlage in einem Studierendenprojekt an der Ruhr-Universität Bochum. Wie die Professorin für Mediensysteme im Vorwort beschreibt, ging es dabei um ‘Diversity in den Medien’ und ‘Diversity Management’. Die Studierenden haben also für das Thema „Feuer gefangen“ und ihre Abschlussarbeiten zum Thema ‘Diversity’ verfasst. Die Artikel des daraus entstandenen Sammelbandes befassen sich mit der übergeordneten Fragestellung, welchen Beitrag Medien in sechs europäischen öffentlichen Rundfunkanstalten leisten können, um kulturelle Vielfalt zu fördern. Weiterlesen

Franziska Kuschel: Schwarzseher, Schwarzhörer und heimliche Leser rezensiert von Hans-Jörg Stiehler

Die Führung der DDR betrachtete die Medien weniger als Mittel öffentlicher Kommunikation, sondern – ihr Wirkungspotenzial überschätzend – vor allem als Steuerungs- und Lenkungsinstrument der ,Massen‘. Indem die Medien der Bundesrepublik in der DDR recht freizügig nutzbar waren, hatte der Staat mit dem Fortbestehen eines „gesamtdeutschen Kommunikationsraumes“ ein doppeltes Problem. Weiterlesen

Frank J. Robertz, Robert Kahr (Hrsg.): Die mediale Inszenierung von Amok und Terrorismus rezensiert von Guido Keel

Amokläufe an Schulen, Terrorismus, Selbstmorde – diesen Phänomenen ist nicht nur gemeinsam, dass bei allen tödliche Gewalt im Zentrum steht, sondern auch, dass Medien eine Schlüsselrolle spielen. Aus gesellschaftlicher, insbesondere aber aus journalistischer Sicht interessiert deshalb die Frage, wie ein verantwortungsvoller Umgang der Massenmedien mit diesen Ereignissen aussieht. Weiterlesen

Lutz Hachmeister, Till Wäscher: Wer beherrscht die Medien? Rezensiert von Lars Rinsdorf

Konvergenz ist ein Metatrend in TIME-Märkten, der nun auch den Titel dieses Standardwerks zu Medienstrukturen erreicht hat. Firmierte Lutz Hachmeisters Kompendium in den Vorgängerauflagen noch unter dem Titel Die 50 größten Medienkonzerne der Welt, geht es nun um Medien- und Wissenskonzerne. Was sich auf dem Titel sperrig liest, ist doch ein kaum zu vermeidendes Zugeständnis an eine zunehmend digitalisierte Ökonomie, in der die Grenzen zwischen Telekommunikation, IT, Medien und Entertainment zerfließen. Weiterlesen

Uwe Krüger: Mainstream. Warum wir den Medien nicht mehr trauen rezensiert von Guido Keel

Deutschland hat ein Problem mit seinem Journalismus. Von dieser Feststellung ausgehend, nimmt sich der Leipziger Medienwissenschaftler Uwe Krüger der Frage an, woran es liegt, dass in den vergangenen Jahren die Bevölkerung gegenüber den Medien offenbar immer misstrauischer und kritischer geworden ist. Und zwar nicht nur bei denen, die laut über die „Lügenpresse“ schimpfen, sondern quer durch das politische Spektrum. Weiterlesen…

Irma Nelles: Der Herausgeber. Erinnerungen an Rudolf Augstein rezensiert von Beatrice Dernbach

Sie beginnt mit dem Abschied. Rudolf Augstein liegt am 31. Oktober 2002 mit einer schweren Lungenentzündung im Israelitischen Krankenhaus Hamburg. Er stirbt einige Tage später, am 7. November, kurz nach seinem 79. Geburtstag. Auf der Taxifahrt nach Hause beginnt sie zu weinen. „Was Schlimmes passiert?“, fragt der Fahrer. „Nein, etwas Normales.“ – „Ihr Freund?“ Sie denkt: „… in seltenen, flüchtigen Augenblicken waren wir sogar befreundet“. Irma Nelles, geboren 1946, stieß im Sommer 1973 über das Bonner Büro zum Spiegel. Weiterlesen…

Lorenz Matzat: Datenjournalismus. Methode einer digitalen Welt rezensiert von Holger Müller

Quo vadis? Wenn es um die Zukunft des Journalismus im digitalen Wandel geht, fallen in akademischen Beiträgen und Redaktionen häufig ähnliche Schlagworte: Crossmedia, Communities und Datenjournalismus. Jede dieser Herangehensweisen stellt für sich genommen eine Methode dar, das Internet als Plattform zu nutzen, um kurzfristig Aufmerksamkeit und langfristig Erlöse zu generieren. Vor den Erlösen steht allerdings zunächst der Aufwand, wie Lorenz Matzat exemplarisch in seinem Buch Datenjournalismus. Methode einer digitalen Welt zeigen möchte. Weiterlesen…

Tim Kukral: Arbeitsbedingungen freier Auslandskorrespondenten rezensiert von Julia Lönnendonker

Auslandskorrespondent – das klingt für viele angehende Journalisten nach prestigeträchtigem Traumberuf. Wie sehen aber – abseits festangestellter Korrespondentenstellen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – die Arbeitsbedingungen freier Auslandskorrespondenten aus? Und wie hat sich ihre Situation im Zuge der Medienkrise und den dadurch bedingten ökonomischen Zwängen entwickelt? Profitieren sie gar vom Abbau fester Korrespondentenstellen, indem sie Lücken füllen, die zuvor von festangestellten Kollegen bedient wurden oder bekommen ,Freie’ ebenso zu spüren, dass die Ausgaben für die Auslandsberichterstattung zurückgefahren werden? Weiterlesen…