Ausrangierte Nachrichten Über Nachrichtenvernachlässigung, Agenda Cutting und News Ignorance

von Hektor Haarkötter / Wichtige Nachrichten finden nicht ihre Bestimmung: das politisch interessierte und gesellschaftlich aufgeschlossene Publikum. Der Beitrag stellt die wichtigsten theoretischen Positionen zum bislang wenig erforschten Phänomen des Agenda Cutting dar, präsentiert einschlägige Studienergebnisse und auch eigene empirische Ergebnisse zu innerredaktionellen Entscheidungsfindungsprozessen.

Das große Plus Die Bedeutung von digitalen Routinen und User Experience für digitaljournalistische Angebote von Zeitungsverlagen

von Eva Brands / Konrad Scherfer / Nach dem digitalen Medienumbruch ist eine zentrale ökonomische Notwendigkeit für das Verlagswesen der Aufbau und die Sicherung des Abonnementbestandes. Unter den Bedingungen der Digitalisierung stehen die Verlage mit ihrem Abo-Management vor neuen publizistischen und marketingbezogenen Herausforderungen, denn seit Jahren sinken bei den Zeitungen die Abonnementzahlen und Umsätze. In diesem Beitrag werden Überlegungen angestellt, welche Relevanz in Anbetracht dieser Entwicklung digitale Routinen und Aspekte der User Experience bei der Nutzung von Plus-Angeboten haben.

Ingeborg Bachmann als Journalistin Korrespondentenberichte aus Rom und Radio-Unterhaltung in Wien

von Eva Schmidt / Ingeborg Bachmann war das ›Fräuleinwunder‹ der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Noch heute gilt der ihr gewidmete Ingeborg-Bachmann-Preis als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Weniger bekannt ist, dass Ingeborg Bachmann nicht nur als Dichterin, Erzählerin und Romanautorin, sondern auch als Journalistin tätig war.

Editorial

Liebe Leser*innen,

die Klammer des Krieges in der Ukraine hat uns immer noch fest im Griff, vor allem die von der Gewalt und Zerstörung unmittelbar betroffenen Menschen. Die Ungewissheit, wie lange dieser Angriffskrieg weiterwütet, hält an. Andere Konflikte laufen zudem parallel weiter. Wie in unserer Stellungnahme zum Krieg in der Ukraine in Ausgabe 1/2022 nachzulesen war, sind wir der festen Überzeugung, dass wir als Kommunikations- und Medienwissenschaftler*innen zum öffentlichen Diskurs durch Analysen und Fachwissen beitragen und Kommunikation für den Frieden fördern können.

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

wissenschaftlicher Pluralismus gehört zum Konzeptkern dieser Zeitschrift, wie im Editorial der ersten Ausgabe nachzulesen ist. Demnach soll der Kreis der Herausgebenden ein ausreichendes Maß an Pluralität im Hinblick auf »Alterskohorte, Geschlecht, Nationalität und akademisches Profil« aufweisen. Auch deshalb, aber vor allem wegen ihrer Kompetenz und Kooperationsbereitschaft freuen wir uns, Stine Eckert als neue Mitherausgeberin vorzustellen.

Künstliche Intelligenz als Assistenz Bestandsaufnahme zu KI im Journalismus aus Sicht von Wissenschaft und Praxis

von Michael Graßl, Jonas Schützeneder und Klaus Meier / Künstliche Intelligenz ist als Trendwort für automatisierte, kooperative und korrektive Formen von Mensch-Maschinen-Interaktion in Wirtschaft und Gesellschaft angekommen. Es besteht ein Bedarf an Information, Diskussion und Systematisierung – trotz oder wegen fast täglich erscheinender Publikationen zu diesem Thema. Der vorliegende Beitrag versucht, (begriffliche) Ordnung in dieses Feld zu bringen.

Eine Frau im Licht und Schatten von Heimat und Exil Die österreichische Schriftstellerin und Journalistin Hilde Spiel (1911-1990)

von Karin Burghardt / Sie war eine Getriebene, eine Getriebene in zweierlei Hinsicht. Getrieben durch die Zeit, in die sie hineingeboren wurde, aber auch getrieben durch die eigenen, hoch gesteckten Ziele. Schriftstellerin wollte die junge Hilde Spiel werden. »Vierundzwanzig, und noch nichts für die Unsterblichkeit getan«, schreibt sie in ihren Erinnerungen.

Metajournalistischer Diskurs über Risiken der Nachrichtenrezeption Eine Fallstudie zur Legitimation von Autorität im Kontext eines journalistischen Skandals

von Laura Badura und Katherine M. Engelke / Ziel dieser Studie ist es, den metajournalistischen Diskurs über Risiken, die bei der Verwendung von Nachrichteninhalten für Rezipierende bestehen, offenzulegen und zu erkennen, ob diese Selbstkritik zur Legitimation journalistischer Autorität dienen kann. Die journalistische Beachtung von Risiken ist im Kontext der Beziehung zwischen Journalismus und Publikum relevant, da sich das Vertrauen der Rezipierenden immer auf das Eingehen von Risiken bezieht.