Das Elend mit den Bildern Quellenanalyse und Faktenprüfung in Kriegszeiten

von Peter Welchering / Fotos und vor allem Videos werden im hybriden Krieg zur Waffe, Bildmaterial wird gnadenlos gefälscht. Deshalb ist es für Journalist*innen wichtig, grundlegende Kenntnisse der Quellenanalyse und bildforensischer Methoden zu haben. Damit kann man zwar keine Kriegsverbrecher*innen überführen, aber es können durchaus erste Indizien auf Tatzeiten und Tatorte recherchiert werden.

»Für einen Journalisten ist Schweigen ein Verbrechen« Russische unabhängige Medien: Zwischen Verantwortung und Kriegszensur

von Daria Gordeeva / Kurz nachdem der erste russische Panzer über die ukrainische Grenze rollte, zog die Regierung die Zensurschraube fester an. Im Eilverfahren wurden Gesetze beschlossen, die sich gegen angebliche ›Falschinformationen‹ richten und neben hohen Geldstrafen bis zu 15 Jahren Haft vorsehen. Wie schaffen es unabhängige JournalistInnen, unter den Bedingungen der Kriegszensur wahrhaftig und kritisch zu berichten?

Neutralität und Werte im Journalismus Ein theoretisches Konzept aus der Wertesoziologie für die Journalistik

von David Muschenich / Neutralität im Journalismus ist ein häufig gefordertes Ideal und etabliertes Qualitätskriterium. Doch der Begriff wird zurecht als unscharf kritisiert, selbst viele Studien arbeiten mit ungenauen Definitionen. Dabei lässt sich Neutralität sehr wohl von verwandten Begriffen abgrenzen und als eine wertfreie Präsentation der selektierten und recherchierten Themen verstehen.

Ausrangierte Nachrichten Über Nachrichtenvernachlässigung, Agenda Cutting und News Ignorance

von Hektor Haarkötter / Wichtige Nachrichten finden nicht ihre Bestimmung: das politisch interessierte und gesellschaftlich aufgeschlossene Publikum. Der Beitrag stellt die wichtigsten theoretischen Positionen zum bislang wenig erforschten Phänomen des Agenda Cutting dar, präsentiert einschlägige Studienergebnisse und auch eigene empirische Ergebnisse zu innerredaktionellen Entscheidungsfindungsprozessen.

Das große Plus Die Bedeutung von digitalen Routinen und User Experience für digitaljournalistische Angebote von Zeitungsverlagen

von Eva Brands / Konrad Scherfer / Nach dem digitalen Medienumbruch ist eine zentrale ökonomische Notwendigkeit für das Verlagswesen der Aufbau und die Sicherung des Abonnementbestandes. Unter den Bedingungen der Digitalisierung stehen die Verlage mit ihrem Abo-Management vor neuen publizistischen und marketingbezogenen Herausforderungen, denn seit Jahren sinken bei den Zeitungen die Abonnementzahlen und Umsätze. In diesem Beitrag werden Überlegungen angestellt, welche Relevanz in Anbetracht dieser Entwicklung digitale Routinen und Aspekte der User Experience bei der Nutzung von Plus-Angeboten haben.

Ingeborg Bachmann als Journalistin Korrespondentenberichte aus Rom und Radio-Unterhaltung in Wien

von Eva Schmidt / Ingeborg Bachmann war das ›Fräuleinwunder‹ der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Noch heute gilt der ihr gewidmete Ingeborg-Bachmann-Preis als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Weniger bekannt ist, dass Ingeborg Bachmann nicht nur als Dichterin, Erzählerin und Romanautorin, sondern auch als Journalistin tätig war.

Editorial

Liebe Leser*innen,

die Klammer des Krieges in der Ukraine hat uns immer noch fest im Griff, vor allem die von der Gewalt und Zerstörung unmittelbar betroffenen Menschen. Die Ungewissheit, wie lange dieser Angriffskrieg weiterwütet, hält an. Andere Konflikte laufen zudem parallel weiter. Wie in unserer Stellungnahme zum Krieg in der Ukraine in Ausgabe 1/2022 nachzulesen war, sind wir der festen Überzeugung, dass wir als Kommunikations- und Medienwissenschaftler*innen zum öffentlichen Diskurs durch Analysen und Fachwissen beitragen und Kommunikation für den Frieden fördern können.

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

wissenschaftlicher Pluralismus gehört zum Konzeptkern dieser Zeitschrift, wie im Editorial der ersten Ausgabe nachzulesen ist. Demnach soll der Kreis der Herausgebenden ein ausreichendes Maß an Pluralität im Hinblick auf »Alterskohorte, Geschlecht, Nationalität und akademisches Profil« aufweisen. Auch deshalb, aber vor allem wegen ihrer Kompetenz und Kooperationsbereitschaft freuen wir uns, Stine Eckert als neue Mitherausgeberin vorzustellen.