Das hybride Hochschulsystem sollte eine differenzierte Honorierungskultur haben Weiterbildungen für die Lehre als Währung

von Marcel Franze / Universitäten und (Fach-)Hochschulen sind Lehr- und Forschungseinrichtungen. Disziplinen wie die Journalistik stehen dadurch mit einem Bein im Feld der Wissenschaft, mit dem anderen im Feld der Berufsvorbereitung und -qualifikation. Besonders deutlich wird dieses hybride Spannungsfeld beim Thema Theorie-/Praxisintegration. Das Hochschulpersonal bekommt in diesem Kontext zu wenig Aufmerksamkeit.

Die elendige Parole zum Elend der Medien

von Alexis von Mirbach / Dass Siegfried Weischenberg und Michael Meyen eine Fehde führen, ist kein Geheimnis in der Kommunikationswissenschaft und die einzig logische Erklärung, warum unser Buch Das Elend der Medien zu einem Feld namens Alternative Medien-Kritik (AMK) zählen soll. Die AMK sei einseitig, eindeutig, kompromisslos, aggressiv, scharf im Ton und lasse es ganz schön krachen, definiert Weischenberg.

Von wissenschaftlicher Relativierung und Differenzierung Warum Siegfried Weischenbergs Einschätzung von Noam Chomskys Propaganda-Ansatz falsch ist

von Florian Zollmann / Siegfried Weischenberg erachtet Noam Chomskys Propaganda-Ansatz als wegweisend für eine Alternative Medien-Kritik (AMK). Laut Weischenberg fehle es der AMK an Ausgewogenheit sowie wissenschaftlicher Relativierung und Differenzierung. Wie der folgende Beitrag zeigt, ist Weischenbergs Abhandlung von Chomskys Propaganda-Ansatz fehlerhaft und nicht im Einklang mit der Fachliteratur.

Marlis Prinzing, Roger Blum (Hrsg.): Handbuch Politischer Journalismus.

Rezensiert von Sascha Thürmann / Mit dem Handbuch Politischer Journalismus wagen Marlis Prinzing und Roger Blum das »Experiment«, den Politischen Journalismus in modernen, europäischen Demokratien gesamthaft darzustellen. Dass das angesichts der Vielfalt und der zentralen Bedeutung des Politischen Journalismus eine große Herausforderung darstellt, steht außer Frage. Denn bislang fehlt es im deutschsprachigen Raum an vergleichbaren Publikationen.

Jennifer Wladarsch: Metakommunikation und die Qualität des Journalismus

Rezensiert von Fabian Prochazka / In digitalen Öffentlichkeiten steht das journalistische Angebot nicht mehr für sich allein. Kaum ein Artikel findet seine Leser:innen ohne Kommentare, Like-Zahlen oder eine freundliche Empfehlung aus der Familien-WhatsApp-Gruppe. Wie prägt diese ›Metakommunikation‹ die Qualitätsurteile von Rezipient:innen? Was macht es mit unserer Wahrnehmung vom Journalismus, wenn er uns ständig gemeinsam mit Meinungen anderer Menschen präsentiert wird?

Sven Preger: Geschichten erzählen. Storytelling für Radio und Podcast. Wiesbaden: Springer VS

Rezensiert von Lukas Herzog Mit Podcasts und Storytelling bringt Sven Preger in seinem Praktiker-Handbuch aus der Gelben Reihe zwei aktuell diskutierte Phänomene zusammen. Und so kommt auch er nicht am Auslöser des andauernden Podcast-Booms vorbei, der amerikanischen Produktion Serial, auf die er gleich zu Beginn zu sprechen kommt, um mit einigen, seiner Meinung nach häufigen Missverständnissen zum Erfolg der Serie aufzuräumen. Der ist Preger zufolge nämlich vor allem der handwerklich exzellent umgesetzten Erzählung geschuldet.

Michael Müller: Politisches Storytelling. Wie Politik aus Geschichten gemacht wird. Köln: Herbert von Halem

Rezensiert von Ralf Spiller / Die Begriffe Storytelling und Narrative seien Modebegriffe geworden, konstatiert Michael Müller gleich auf der ersten Seite seines Buches. Sie würden sehr unterschiedlich, zum Teil auch negativ bewertet werden. Als »Storytelling Animals« würden wir Menschen in weiten Bereichen aber nun mal in narrativen Strukturen denken.

Wie groß ist das ›Elend der Medien‹? Ein Bericht zur ›alternativen‹ Kritik des Journalismus – aus Anlass einer Sammlung von Stimmen (auch) zur Propaganda-Schlacht um die Corona-Berichterstattung

von Siegfried Weischenberg / Niemals ist der Journalismus in Deutschland so hart attackiert worden wie in zahlreichen Publikationen einer ›alternativen‹ Medienkritik, die in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Die Schärfe des Tons, der hierbei angeschlagen wird, hat aber noch einmal erheblich zugenommen, seit die ›Mainstream-Medien‹ auf breiter Linie über die Bewältigung der Pandemie berichten. Ihnen wird totales fachliches Versagen vorgeworfen, die weitere Verengung des Meinungskorridors und eine einseitige Propaganda zugunsten der (Impf-) Maßnahmen sowie die völlig fehlende Ausgewogenheit bei der Auswahl der Experten, die zu Wort kommen. Bei aller Radikalität unterscheiden sich die ›alternativen Medienkritiker‹ freilich insofern nicht völlig vom ›Mainstream‹, als auch sie im Rudel die Selbstreferenz pflegen und sich ebenfalls darauf verstehen, durch Zuspitzung Aufmerksamkeit zu erregen – auch wenn die Fakten dies nicht hergeben.

Journalist*innen im Unruhestand Eine Bestandsaufnahme von Rentner*innen im Journalismus in Zeiten der Prekarisierung und der Corona-Pandemie

von Jana Rick / Journalistisch tätige Rentner*innen blieben bisher in der Forschung weitgehend unbeachtet. Doch Studien liefern Hinweise darauf, dass diese Akteursgruppe in Deutschland einen Großteil freiberuflicher Journalist*innen ausmacht, weshalb es gilt, die Rentner*innen in den Untersuchungsfokus zu rücken. Der vorliegende Beitrag basiert auf einer Befragung von 102 Journalist*innen aus ganz Deutschland, die Rente beziehen und im Journalismus haupt- oder nebenberuflich tätig sind. Die Daten ermöglichen eine erste Beschreibung von Rentner*innen im Journalismus und geben Auskunft über ihre soziodemografischen Merkmale, Arbeitssituation und Arbeitsbedingungen.