Gedenken an Journalistinnen Nachrufe auf journalistische Vorbilder

Von Ella Hackett, Teodora Tavares und Gregory Perreault | Nachrufe, auch wenn sie auf den ersten Blick wenig komplex wirken mögen, sind eine gute Möglichkeit, über die journalistische Arbeit von Frauen nachzudenken. In dieser Studie werden Nachrufe auf US-amerikanische Journalistinnen (n=1064) aus dem Blickwinkel des ›metajournalistischen Diskurses‹ untersucht. Die Analyse zeigt, dass das Gedenken an diese Journalistinnen zur Reflexion ihrer Rolle als Fürsprecherinnen innerhalb und außerhalb der Redaktion wird. Journalistinnen definieren nicht nur ihren Beruf neu, sondern setzen sich auch für gesellschaftlichen Fortschritt und Gleichberechtigung ein.

»Ich glaube, dass Journalismus sich zwingend verändern muss« Zum Verhältnis von akademischer Journalismus-Ausbildung und journalistischer Praxis

Von Gabriele Hooffacker und Nicola Moser | Generative Sprachmodelle und KI-Tools sind im Journalismus zu unverzichtbaren Werkzeugen geworden – bei der Datenanalyse, Recherche, Übersetzung, Ideenfindung und vielem mehr. Wie wird sich der Einsatz von Tools wie Chat-GPT auf das journalistische Berufsbild und die akademische Lehre auswirken? Die Auswertung der vorliegenden Experteninterviews zeigt, dass Chat-GPT und ähnliche KI-Tools in der akademischen Journalismus-Ausbildung bereits jetzt eine Rolle spielen. Doch während die Hochschullehre vermutet, dass generative Sprachmodelle das Berufsbild des Journalisten nicht grundlegend verändern, sondern lediglich erweitern, sieht der befragte Experte aus der Praxis eine grundlegende Verschiebung im Verhältnis zwischen Redaktion und Publikum. Zudem beschreibt er, wie KI-Tools längst gängige Praxis in den Redaktionen sind.

Narrative zu polizeilichem Vorgehen Eine kritische Diskursanalyse der Berichterstattung über die #BlackLivesMatter-Bewegung in den sozialen Medien

Von Alfred J. Cotton III und Jeffrey Layne Blevins | Die Ermordung George Floyds durch den Polizeibeamten Derek Chauvin am 25. Mai 2020 führte im Sommer 2020 weltweit zu Protesten. Bereits zwei Monate zuvor war Breonna Taylor bei einem Einsatz des Louisville Metro Police Department durch Polizeischüsse zu Tode gekommen. Der Hashtag #BlackLivesMatter wurde in den sozialen Medien zum Trend und entfachte eine landesweite Bewegung für soziale Gerechtigkeit neu – und das alles zeitgleich zu einer globalen Pandemie. Wir untersuchen in einer kritischen Diskursanalyse, wie Mitglieder der Black-Lives-Matter-Bewegung in Berichten vier US-amerikanischer Zeitungen zitiert, als Quellen genannt oder (mis-)identifiziert wurden.