Aktuelle Ausgabe

Editorial Ausgabe 2/2018

Was haben Journalisten mit Verschwörungstheoretikern gemein? Journalistik-Mitherausgeber Tanjev Schultz hat dazu eine provokante Vermutung und deshalb für die zweite Ausgabe der „Journalistik“ einen Essay dazu verfasst. Der umfangreiche empirische Beitrag dieser Ausgabe kommt aus Leipzig: Um den (so langsam wieder abflauenden) Hype um Newsgames empirisch zu untersuchen, haben Cornelia Wolf und Alexander Godulla eine Studie durchgeführt. Wir wollen nicht spoilern, aber: Das neue Format kann nicht alle Erwartungen erfüllen. Ziemlich zukunftsträchtige Themen also, die sich die Journalistik für ihre zweite Ausgabe vorgenommen hat. Das ist aber nur der Anfang. Weiterlesen

Ausgabe 02/2018

 

 

Aufsätze

Newsgames im Journalismus Haben sie Potenzial? Was sagen die Nutzer?

von Cornelia Wolf & Alexander Godulla / Etablierte Medienorganisationen stellt der digitale Wandel noch immer vor große Herausforderungen. Altersgruppen, die durch multioptionale Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-PCs sozialisiert werden, entwickeln auch neue Erwartungen an die formale und inhaltliche Gestaltung von journalistischen Angeboten. Es verwundert daher nicht, dass sich Medienorganisationen in einem der lukrativsten Märkte der Welt umsehen: Seit einigen Jahren publizieren sie auch Newsgames unter ihrer Marke. Diese hybride Form zwischen Journalismus und Spielen offeriert hohe Selektivität und ermöglicht es gleichzeitig aktuelle oder aktualisierte Ereignisse sowie dahinter liegende Prozesse erlebbar zu machen. Dieses neue Konvergenzfeld hat bisher in der Journalismusforschung wenig systematische Beachtung gefunden. Weiterlesen…

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Essay

Das große Munkeln Zum Verhältnis von Journalismus und Verschwörungstheorien

von Tanjev Schultz / Mit Verschwörungstheorien haben seriöse Medien nach landläufigem Verständnis nichts gemein. Professionelle Journalisten sollen und wollen in Zeiten grassierender Gerüchte, Fake News und Verschwörungstheorien ein Bollwerk der Glaubwürdigkeit sein. Aber gerade dann müssten sie selbstkritisch mögliche Berührungspunkte und Parallelen zwischen journalistischen Darstellungen und Verschwörungstheorien reflektieren. Wie der Beitrag argumentiert, sind Journalisten durchaus anfällig für narrative Muster, die auch Verschwörungstheoretiker nutzen und dann auf die Spitze treiben. Weiterlesen…

Ausgabe 02/2018, Essay

 

 

Schwerpunkt: Zukunft des Journalismus

Was sagen Sie Ihrer Tochter, wenn sie Journalistin werden will? Zur Zukunft des Journalismus und der journalistischen Berufsbildung in den USA

von Kenneth Starck / Ihre Tochter wohnt noch zu Hause, aber die Schule hat sie bereits hinter sich. Jetzt denkt sie ernsthaft über den nächsten wichtigen Schritt im Leben nach. Es ist nicht überraschend, dass sie beschließt, das Lernen an einer Universität fortzusetzen. Dann folgt die nächste Frage: Was studieren? Sie liest viel und kann gut schreiben. Vielleicht etwas überraschend sucht sie Rat bei mir, einem früheren Zeitungsjournalisten, dann Journalistik-Professor und über 20 Jahre Leiter einer akademischen Ausbildungsstätte für Journalisten. Da mir die tiefgreifenden Veränderungen bewusst sind, die die Massenkommunikation und besonders den Journalismus heute erschüttern, fällt es mir schwer, enthusiastisch das Universitätsstudium der Journalistik zu empfehlen. Dieser Essay ist ein Versuch, eine vernünftige und realistische Antwort auf die Frage Ihrer Tochter zu finden: Soll ich Journalistik studieren? Weiterlesen

Ausgabe 02/2018, Schwerpunkt

Mehr beitragen, weniger senden Zur Rolle von Feedback und Artikulation im Journalismus

von Sebastian Köhler / Der Beitrag diskutiert, inwiefern Journalismus die Artikulationfunktion im Rahmen seiner öffentlichen Aufgaben ernster nehmen und besser erfüllen sollte. Dafür werden Aspekte eines Modells von „aufgehobenem Journalismus“ entwickelt. Dialektische Kritik an wichtigen Tendenzen des etablierten Journalismus ist Bestandteil dieses Herangehens. Das Arbeiten mit Rückmeldungen der Nutzer, als tatsächliche oder auch als antizipierte, dürften künftig wichtiger werden, um Journalismus in sich weiter modernisierenden Gesellschaften in verschiedener Hinsicht gut aufgehoben zu wissen. Weiterlesen

Ausgabe 02/2018, Schwerpunkt

Mut-Journalismus Warum wir unseren Berufsstand nicht einfach abschaffen lassen sollten

Von Peter Welchering / Hat die Profession, die wir „Journalismus“ nennen, überhaupt noch eine Zukunft? Es wird Zeit, dass Journalisten endlich wieder die ihnen übertragene Wächterfunktion wahrnehmen. Kritischer Journalismus stellt Machtstrukturen in Frage. Dieser Beitrag fordert einen den Werten der Aufklärung verpflichteten, verantworteten Journalismus. Weiterlesen

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Quo vadis Journalismus? Über Perspektiven des Öffentlichkeitsberufs in der digitalen Medienwelt

von Horst Pöttker / Kostendruck, Outsourcing, Entlassungen, Auflagenrückgang, rapide sinkende Anzeigeneinnahmen: Es herrscht Konsens, dass die Printmedien in einer Krise stecken und dass deren tiefere Ursachen im digitalen Medienumbruch zu suchen sind. Einig unter Journalismusforschern, aber neuerdings auch unter demokratischen Politikern ist man sich weiterhin in der Sorge, dass die Krise zu einer Deprofessionalisierung des Journalismus führt. Welche Perspektiven hat der Journalismus angesichts dieser Herausforderungen? Weiterlesen

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Rezensionen

Martina Thiele: Medien und Stereotype rezensiert von Wolfgang R. Langenbucher

Will man dieser Salzburger Habilitationsschrift als Rezensent gerecht werden, sollte man die Lektüre nicht am Beginn des Buches mit Dank und Einleitung beginnen, sondern mit der Literatur ab Seite 397. Das Inhaltsverzeichnis hält nicht fest, dass dieser Anhang bis zu Seite 501 geht, also über mehr als hundert Seiten. Damit stellt sich Autorin Martina Thiele zunächst einmal selbst ein glänzendes Urteil aus: eindrucksvolle Literaturkenntnis, konsequente Inter- und Transdisziplinarität, geduldige Recherche und eine kaum Grenzen kennende Neugierde auf den seit Jahrzehnten anhaltenden Erkenntnisprozess, den Publikationen unterschiedlichster Art dokumentieren. Weiterlesen

Ausgabe 02/2018, Rezension

Barbara Thomaß (Hrsg.): Migration und Vielfalt im öffentlichen Rundfunk rezensiert von Petra Herczeg

Die Anthologie von Barbara Thomaß hat ihre Grundlage in einem Studierendenprojekt an der Ruhr-Universität Bochum. Wie die Professorin für Mediensysteme im Vorwort beschreibt, ging es dabei um ‘Diversity in den Medien’ und ‘Diversity Management’. Die Studierenden haben also für das Thema „Feuer gefangen“ und ihre Abschlussarbeiten zum Thema ‘Diversity’ verfasst. Die Artikel des daraus entstandenen Sammelbandes befassen sich mit der übergeordneten Fragestellung, welchen Beitrag Medien in sechs europäischen öffentlichen Rundfunkanstalten leisten können, um kulturelle Vielfalt zu fördern. Weiterlesen

Ausgabe 02/2018, Rezension

Franziska Kuschel: Schwarzseher, Schwarzhörer und heimliche Leser rezensiert von Hans-Jörg Stiehler

Die Führung der DDR betrachtete die Medien weniger als Mittel öffentlicher Kommunikation, sondern – ihr Wirkungspotenzial überschätzend – vor allem als Steuerungs- und Lenkungsinstrument der ,Massen‘. Indem die Medien der Bundesrepublik in der DDR recht freizügig nutzbar waren, hatte der Staat mit dem Fortbestehen eines „gesamtdeutschen Kommunikationsraumes“ ein doppeltes Problem. Weiterlesen

Ausgabe 02/2018, Rezension

Frank J. Robertz, Robert Kahr (Hrsg.): Die mediale Inszenierung von Amok und Terrorismus rezensiert von Guido Keel

Amokläufe an Schulen, Terrorismus, Selbstmorde – diesen Phänomenen ist nicht nur gemeinsam, dass bei allen tödliche Gewalt im Zentrum steht, sondern auch, dass Medien eine Schlüsselrolle spielen. Aus gesellschaftlicher, insbesondere aber aus journalistischer Sicht interessiert deshalb die Frage, wie ein verantwortungsvoller Umgang der Massenmedien mit diesen Ereignissen aussieht. Weiterlesen

Ausgabe 02/2018, Rezension

Lutz Hachmeister, Till Wäscher: Wer beherrscht die Medien? Rezensiert von Lars Rinsdorf

Konvergenz ist ein Metatrend in TIME-Märkten, der nun auch den Titel dieses Standardwerks zu Medienstrukturen erreicht hat. Firmierte Lutz Hachmeisters Kompendium in den Vorgängerauflagen noch unter dem Titel Die 50 größten Medienkonzerne der Welt, geht es nun um Medien- und Wissenskonzerne. Was sich auf dem Titel sperrig liest, ist doch ein kaum zu vermeidendes Zugeständnis an eine zunehmend digitalisierte Ökonomie, in der die Grenzen zwischen Telekommunikation, IT, Medien und Entertainment zerfließen. Weiterlesen

Ausgabe 02/2018, Rezension