Journalistik 1/2018

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

sogar in liberalen Demokratien vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwer im Streit grundsätzlich wird und den anderen die Presse- und Meinungsfreiheit unter die Nase reibt. Natürlich ist es gut, diese Freiheit hochzuhalten. Doch leider handelt es sich oft nur um ein plumpes Manöver im Meinungskampf – um eine strategische Übertreibung, die den Blick auf die wahren Gefährdungen vernebelt.

Ausgabe 03/2022

Innere Pressefreiheit revisited Aktueller Regulierungsbedarf zu Eigentümermacht aus Sicht deutscher Medienjournalist*innen

Von Uwe Krüger, Pauline Köbele, Mascha Leonie Lang, Milena Scheller und Henry Seyffert / Der Fall Ippen/Reichelt brachte 2021 das Thema innere Pressefreiheit, das zuletzt in den 1960er und 1970er Jahren breit und kontrovers diskutiert worden war, wieder in das öffentliche Bewusstsein. Eine erneute Debatte über Kompetenzabgrenzungen zwischen Verlagen und Redaktionen und eine Regulierung von Eigentümermacht im Journalismus steht jedoch noch aus. Dieser Artikel zeichnet die Konfliktlinien in der Hochzeit der Statutenbewegung nach und konstatiert über die letzten Jahrzehnte ein Re-Framing der inneren Pressefreiheit vom Instrument der Demokratisierung der Medienhäuser hin zur journalistischen Qualitätssicherung.

Ausgabe 03/2022, Aufsatz

Digitale Gegenrevolution, Desinformation und journalistische Einschränkungen in den arabischen Medien

Von Sahar Khamis und Khalid Al-Jaber / Dieser Beitrag zeigt auf, wie autoritäre Regime neue Medien und entsprechende Gesetze und Vorschriften ausnutzen, um gegen Oppositionelle, Aktivist:innen und Journalist:innen vorzugehen, oft unter dem Deckmantel der Desinformationsbekämpfung und unter Einsatz einer Vielzahl von Techniken. Er veranschaulicht auch, wie staatlich orchestrierte Kampagnen mittels neuer Kommunikationsmittel Desinformation rasant verbreiten können, was schwerwiegende politische Folgen und hohe Risiken für Aktivist:innen und Journalist:innen birgt und zugleich Gegenrevolutionen befördert.

Ausgabe 03/2022, Aufsatz

Umweltberichterstattung in ukrainischen Medien Ökologie-Wissenschaftskommunikation zur Steigerung des Umweltbewusstseins

Von Olha Harmatiy / Die Sensibilisierung der ukrainischen Bevölkerung für Umwelt-Themen ist notwendig, um den zunehmenden Gefährdungen der Natur zu begegnen. Nachrichtenmedien als Hauptquelle des Umweltwissens und als soziales Forum für die Bildung eines allgemeinen Umweltbewusstseins sind dabei von großer Bedeutung. Forschungsergebnisse belegen, dass Ukrainer*innen ihre Informationen über Umweltthemen hauptsächlich aus den Nachrichten beziehen.

Ausgabe 03/2022, Aufsatz

»Radiofrauen in seltsamen Jobs« Die Konstruktion von Frauen in Radioberufen in der U.S.-amerikanischen Fachzeitschrift Broadcasting 1931-1939

Von Stine Eckert / Seit mehr als 90 Jahren ist Broadcasting (heute Broadcasting+Cable) eine der einflussreichsten Fachzeitschriften für die U.S.-amerikanische Radioindustrie. Eine qualitative Textanalyse der Berichterstattung der Zeitschrift von 1931 bis 1939, als das Radio kommerzialisiert wurde, hat ergeben, dass in der Zeitschrift kaum über Frauen geschrieben wurde, die in Radioproduktion und -management arbeiteten. Wenn über Frauen in solchen Rollen berichtet wurde, so wurden sie als Sonderfälle markiert.

Ausgabe 03/2022, Aufsatz

(M)ein idealer Schrebergarten Kommunikationswissenschaft auf Besuch bei der Medienregulierung

Von Roger Blum / In den Gremien der Medienregulierung – in Presseräten, Rundfunkräten, Fernsehräten, Publikumsräten, Medienräten – und in den Medien-Ombudsstellen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz wirken absurd wenig Fachleute aus der Kommunikationswissenschaft und dem Medienrecht mit. Das ist ein Mangel. Kenntnisse der Grundrechte und des Medienrechts, der Medienethik, der Journalistik, der Medienstrukturen und der Medienwirkungsforschung helfen, sinnvolle Lösungen zu finden.

Ausgabe 03/2022, Essay

Pakt mit dem Teufel Henning Eichler im Interview mit Wolfgang Scheidt

Henning Eichler im Interview mit Wolfgang Scheidt / Seine im Auftrag der Otto Brenner Stiftung durchgeführte Studie »Journalismus in sozialen Netzwerken. ARD und ZDF im Bann der Algorithmen?« fokussiert auf den Konflikt ›Public Value versus Plattformisierung‹: Henning Eichler, Hörfunkjournalist beim Hessischen Rundfunk und Vertretungsprofessor für Media Sciences and Digital Journalism an der Hochschule RheinMain, zeigt im Interview auf, wie algorithmische Funktionsweisen und Plattform-Logiken journalistische Inhalte beeinflussen. Eichler fordert mehr Transparenz von Werbeplattform-Betreibern und eine Digitalethik für Social-Media-Redaktionen.

Ausgabe 03/2022, Debatte

Die Top 10 des Buchjournalismus Hinweise auf lesenswerte Bücher von Journalist*innen

Von Fritz Hausjell, Wolfgang R. Langenbucher, Mitarbeit: Maria Beinborn / Die Idee, die besten Bücher von Journalist*innen auszuwählen und vorzustellen, ist ein Projekt des Instituts für Publizistik- und Kommunikations- wissenschaft der Universität Wien, mitbegründet von Hannes Haas (1957- 2014), zusammengestellt von Wolfgang R. Langenbucher und Fritz Hausjell. Es startete mit der ersten Ausgabe im Jahre 2002 in der von Michael Haller begründeten Vierteljahreszeitschrift Message. Nach deren Einstellung wurden die Auswahlen ab 2015 im Magazin Der österreichische Journalist dokumentiert. 2020 und 2021 kam es in Folge der Covid-Pandemie zu einer Unterbrechung. Das Sammeln der relevanten Bücher wurde aber nicht unterbrochen, es gingen in dieser Zeit mehr als 100 Belegexemplare ein. Mit der Journalistik ist nun ein neuer Publikationsort gefunden, an dem sich diese Lücken zumindest teilweise schließen lassen, um ab der ersten Ausgabe 2023 zum normalen Rhythmus zurückzukehren.

Ausgabe 03/2022, Rezension

Christian Schicha, Ingrid Stapf, Saskia Sell (Hrsg.) (2021): Medien und Wahrheit. Medienethische Perspektiven auf Desinformation, Lügen und »Fake News«.

Rezensiert von Marlis Prinzing / Wenn verschwimmt, was wahr ist, wird nicht die Lüge selbst zum größten Problem, sondern der Verlust an Orientierung. Der Band Medien und Wahrheit liefert eine Auslegordnung, Einsichten sowie konkrete Denk- und Handlungsanstöße aus ethischer Sicht.

Ausgabe 03/2022, Rezension

Elke Grittmann, Felix Koltermann (Hrsg.) (2022): Fotojournalismus im Umbruch – hybrid, multimedial, prekär.

Rezensiert von Julian J. Rossig / Nach Global, lokal, digital: Fotojournalismus heute (2008), das ohne Übertreibung als Meilenstein der Journalismusforschung gelten darf, legt Elke Grittmann nun gemeinsam mit Felix Koltermann einen Folgeband vor: Fotojournalismus im Umbruch – hybrid, multimedial, prekär vereint 18 Beiträge aus Wissenschaft und Praxis zu einem facettenreichen und aktuellen Blick auf den Berufsstand der FotojournalistInnen.

Ausgabe 03/2022, Rezension

Jan-Felix Schrape (2021): Digitale Transformation.

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler / Entgegen vielfach behaupteter Gewissheiten und vorgeblich stringenter Zeitdiagnosen über die digitale Gesellschaft geht dieses techniksoziologische »Studienbuch« von offenen Prozessen der digitalen Transformation und von vielfältigen Veränderungen mit nur vorläufig »erkennbaren Dynamiken und Ambivalenzen« aus, die in den »langfristigen Verknüpfungszusammenhang von Technik und Gesellschaft« eingbettet sind.

Ausgabe 03/2022, Rezension

Die Top 10 des Buchjournalismus Hinweise auf lesenswerte Bücher von Journalist*innen

von Fritz Hausjell / Wolfgang R. Langenbucher; Mitarbeit: Maria Beinborn / Die Idee, die besten Bücher von Journalist*innen auszuwählen und vorzustellen, ist ein Projekt des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, mitbegründet von Hannes Haas (1957-2014), zusammengestellt von Wolfgang R. Langenbucher und Fritz Hausjell. Mit der Journalistik ist nun ein neuer Publikationsort gefunden.

Ausgabe 02/2022, Rezension